Ein neues Jahr steht vor der Tür und damit treten auch einige Gesetzesänderungen in Kraft, die Autofahrer betreffen. So erhöhen sich beispielsweise die Bußgelder für Falschparker und es drohen höhere Strafen beim Parken mit Verkehrsbehinderung. In diesem Beitrag erfährst Du die aus meiner Sicht wichtigsten Änderungen für Autofahrer in 2020.

Auch in 2019 wurden wieder fleißig Gesetzesänderungen erarbeitet. Ein Teil davon tritt zum Jahreswechsel in Kraft. Einig Änderungen kommen jedoch erst im Jahresverlauf mit der Novelle der Straßenverkehrsordnung. Wie auch für 2018 und 2019 folgt hier ein Überblick über die Änderungen für Autofahrer in 2020:

Die Änderungen für Autofahrer in 2020 beginnen mit höheren Bußgeldern für Falschparker mit Verkehrsbehinderung

Ab 01.01.20 sind höhere Bußgelder zu zahlen für das Parken in zweiter Reihe sowie das Parken auf Geh- und Radwegen sowie Schutzstreifen. Derartige Vergehen werden zukünftig statt mit 15 € mit 30 bis 100 € geahndet. Bei einer Behinderung des Verkehrs kann es zusätzlich einen Punkt in Flensburg geben.

Höhere Strafen für Gaffer

Ich erlebe es selbst immer wieder, dass bei Unfällen Autofahrer den Verkehr behindern, weil sie etwas vom Elend anderer Menschen mitbekommen möchten. Das so genannte Gaffen zieht zukünftig auch höhere Strafen nach sich. Insbesondere das Anfertigen von Fotos oder Videos vom Unfall mit Personen sollen im Jahresverlauf 2020 stärker geahndet werden.

Höhere Bußgelder beim Nichteinhalten von Rettungsgassen

Wer es versäumt eine Rettungsgasse zu bilden oder diese sogar unerlaubt nutzt, muss zukünftig mit Strafen von 200 bis 300 €, einem Monat Fahrverbot sowie zwei Punkten rechnen.

Überholen von Fahrrädern nur noch mit Mindestabstand erlaubt

Autofahrer, die einen Fahrradfahrer überholen, müssen zukünftig innerhalb von Ortschaften einen Mindestabstand von 1,5 m einhalten. Außerhalb von Ortschaften gilt ein Mindestabstand von 2 m. An besonders engen Stellen darf zukünftig überhaupt nicht mehr überholt werden. Hierzu ist noch ein besonderes Verkehrsschild in Vorbereitung. Bisher war lediglich ein ausreichender Seitenabstand beim Überholen von Fahrrädern vorgeschrieben.

In diesem Zusammenhang ist auch das Abbiegen von Fahrzeugen mit über 3,5 t innerhalb von geschlossenen Ortschaften nur noch mit Schrittgeschwindigkeit (von 11 km/h) gestattet.

Nutzung von Busspuren wird unter bestimmten Vorraussetzungen möglich

Wer mit drei Personen und mehr im Auto unterwegs ist, darf im Jahresverlauf zukünftig in Städten auch die Busspuren mitnutzen. Hierfür ist noch ein Verkehrsschild in Vorbereitung, welches die Nutzung der Busspuren freigibt.

Bonus für Elektroautos und Plug-in-Hybride wird verlängert

Die Bonuszahlungen des Bundes für den Kauf eines neuen Elektroautos und Plug-in-Hybriden werden bis 2025 verlängert. Gleichzeitig steigen die Bonuszahlungen. So erhält man für den Kauf eines neuen Elektroautos einen Bonus von 6.000,- € statt der bisher ausgezahlten 4.000,- € – bei einem Nettolistenpreis von bis zu 40.000,- €. Bis zu einem Nettolistenpreis von 65.000,- € gibt es zukünftig 5.000,- € staatlichen Zuschuss. Für den Kauf eines Plug-in-Hybriden steigt die Zahlung bei einem Nettolistenpreis von 40.000,- € bis 65.000,- € auf 3.750,- €.

Steuerzahlungen für elektrisch angetriebene Dienstwagen verringern sich

Wer ein Elektroauto als Dienstwagen nutzt, muss zukünftig privat gefahrene Strecken nur noch mit 0,25 % des Bruttolistenpreises versteuern. Das Elektroauto darf aber nicht mehr als 40.000,- € kosten. Für Plug-in-Hybride mit mindestens 40 km elektrischer Reichweite sind 0,5 % des Bruttolistenpreises zu versteuern. Ebenso ist das Aufladen des Elektrofahrzeugs im Betrieb des Arbeitgebers steuerfrei.

Wer übrigens ein Dienstfahrrad nutzt, muss dieses gar nicht versteuern. Selbst Firmeninhaber müssen dieses nicht steuerlich berücksichtigen.

Ausstattung mit DAB+ wird Pflicht

Ab 21.12.2020 müssen alle Radios in Neufahrzeugen mit dem Digitalradiostandard DAB+ ausgestattet sein.

Führerschein mit Automatik-Fahrzeugen wird weniger kompliziert

Im Sommer 2020 fällt die so genannte Automatik-Regelung für Anwärter auf den Führerschein weg. Wer bisher auf einem Auto mit automatischer Schaltung den Führerschein gemacht hat, durfte später nur Automatik-Autos fahren oder musste eine Zusatzprüfung ablegen. Zukünftig muss der Fahrschüler mindestens 10 Stunden während der Fahrausbildung neben einem Automatik- auch einen Schaltwagen fahren und in der Fahrprüfung einen kurzen Praxistest machen. Bei erfolgreichem Abschluss darf er dann sowohl Automatik- als auch Schaltautos bewegen.

Strengere Abgasmessungen

Die Verfahren zur Ermittlung der Abgase beim Fahren werden erneut verschärft. Ab 01.01.2020 dürfen neu zu genehmigende Fahrzeugtypen im realen Fahrbetrieb nur noch das 1,5fache an Schadstoffen im Vergleich zu den Laborwerten ausstoßen.

Außerdem besteht für neue für die Typengenehmigung vorgesehene Fahrzeugmodelle die Pflicht zum „On-Board Fuel Consumption Metering (OBFCM)“. Hiernach müssen u.a. reale Verbrauchsdaten an Bord des Fahrzeugs ermittelt und gespeichert werden. Dies soll dazu dienen, Verbrauchsabweichungen im realen Fahrbetrieb im Vergleich zu den im Labor ermittelten Werten besser kontrollieren zu können.

Ich hoffe, Dir einen Überblick über die Änderungen für Autofahrer in 2020 gegeben zu haben. Ich wünsche Dir auch im neuen Jahr eine sichere und gute Fahrt.

Text: AS
Foto: AS

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