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Auch wenn Limousinen gerade nicht die hippste Fahrzeuggattung sind, ist es den Ingolstädtern mit der Audi A3 Limousine in der vergangenen Modellgeneration gelungen einen Volltreffer zu landen. Seit kurzem ist der neue Audi A3 der Baureihe 8Y erhältlich. Natürlich gibt es beim neuen Modell auch wieder eine Limousine. Da ist es für mich höchste Zeit, diesem Modell mal auf den Zahn zu fühlen.

Der Audi A3 gilt seit dem ersten Modell zum edleren Ableger des VW Golfs. Schließlich teilt er sich mit dem Seat Leon sowie dem Skoda Octavia die Plattform mit dem Kassenschlager aus Wolfsburg. Dennoch ist der Audi A3 immer erfreulich eigenständig geblieben. Insbesondere in Sachen Qualitätsanmutung und Verarbeitung haben die Ingolstädter im Vergleich zum VW Golf noch einmal eine Schippe draufgelegt. Natürlich galt das auch beim letzten A3, den ich selbst als Audi A3 e-Tron fahre. Doch wie sieht es mit dem neuen Modell aus? Und welche Vorzüge bietet eigentlich die viertürige Limousine? Starten wir mit dem Fahrbericht.

Im Vergleich zum Vorgänger tritt die Audi A3 Limousine 35 TDI (8Y) deutlich aggressiver auf

Das Außendesign ist bei der neuen Audi A3 Limousine sehr prägnant ausgefallen. Gerade in der Front und Seitenansicht wirkt der Audi skulpturaler als sein Vorgänger. Der Singleframe-Kühlergrill sitzt tiefer und gibt seine Formensprache an die Motorhaube weiter. Die Scheinwerfer in LED-Technik sind schmaler und von einem deutlichen Knick gekennzeichnet. Die Radhäuser sind mehr ausgestellt und scheinen geradezu aus der Karosserie herauszuwachsen. Die Heckansicht der Audi A3 Limousine ist da näher am Vorgängermodell geblieben. Insgesamt seht der Audi A3 damit deutlich aggressiver auf der Straße.

Audi A3 Limousine 35 TDI 8Y

Modernes Interieur besticht mit neuem Design

Auch beim Innenraumdesign sind die Audianer deutlich mutiger voran gegangen. Ich muss gestehen, dass mir das Interieur des A3 sehr gut gefällt. Weggefallen sind beispielsweise die tubenförmigen Lüftungsdüsen, die die letzten beiden A3-Generationen auszeichneten und inzwischen etwas altbacken auf mich wirkten. Stattdessen umrahmen die Lüftungsdüsen jetzt das Digitaltacho auf der Fahrerseite. Auf der Beifahrerseite sind die Lüftungsdüsen dezent in der Mitte des Armaturenbretts untergebracht. Auch die Mittelkonsole wurde aufgeräumt. Neben dem Startknopf und dem „Schaltknubbel“ ist dort nur noch ein kleines Touchpad für die Bedienung der Musikanlage verblieben. Weggefallen sind Schalter und Dreh-Drück-Steller für das MMI.

Audi A3 Limousine 35 TDI 8Y

Stattdessen wird die Audi A3 Limousine ähnlich wie ihre großen Brüder nur noch mittels Touchscreen über das Infotainment bedient. Dafür sitzt dezent in der Mitte des Armaturenbretts ein 10,1-Zoll großer Bildschirm. Die Bedienung gelingt mir nach kurzer Eingewöhnung ohne Probleme. Erfreulich ist, dass Audi – anders als Volkswagen im Golf – noch auf klassische Knöpfe zur Bedienung von Lüftung und Klimaanlage setzt. Dadurch lassen sich Temperatur und Lüftung schnell einstellen.

Ungewohnt für Audi: Maue Materialqualität im Innenraum

Was mir jedoch äußerst negativ im Innenraum auffällt, ist die maue Materialqualität. Gerade da ich selber einen Audi A3 der Baureihe 8V fahre, stelle ich fest, dass sowohl der untere Teil des Armaturenbretts, als auch die Türverkleidungen nur noch aus billigem Hartplastik bestehen. Die Zeit eines hohen Qualitätsanspruchs mit geschäumten Kunststoffen scheint im VW-Konzern offensichtlich vorbei zu sein. Schon beim Audi A2 ist mir auf der letzten IAA aufgefallen, dass die Materialanmutung nachgelassen hat. In Anbetracht der hohen Preise, die für den Audi A3 aufgerufen werden, finde ich das nicht akzeptabel.

Erwartungsgemäß ist der Audi A3 angenehm zu fahren

Was hingegen bei der Audi A3 Limousine gut gelungen ist, ist die Fahrwerksabstimmung. Der A3 liegt satt auf der Straße und fährt sich sehr angenehm. Die Lenkung ist leichtgängig und bietet dennoch eine gute Rückmeldung. Schlaglöcher verschluckt das Audi-Fahrwerk zwar straff, aber nicht unkomfortabel.

Leistungsstarker aber rauer Dieselmotor

Audi A3 Limousine 35 TDI 8Y

Der verbaute 2-Liter-Dieselmotor in der Audi A3 Limousine 35 TDI (8Y) kann ebenso überzeugen. Er schiebt den Wagen mit seinen 150 PS zügig voran. Die Kraft wird von einem 7-Gang-Doppelkupplungsgetriebe angenehm weich sortiert. In 8,3 Sekunden verhilft die Antriebskombination den Wagen zu 100 km/h. Die Höchstgeschwindigkeit liegt bei 228 km/h. So gut wie der Diesel den Wagen mit Vortrieb versorgt, so unangenehm rau läuft er für meinen Geschmack. Das Verbrennungsprinzip des Motors ist jederzeit deutlich vernehmbar. Ich würde daher eher zu einem anderen Antrieb greifen. So gibt es den Audi A3 nicht nur mit Benzin- und Dieselmotoren, sondern auch wieder mit Erdgas- und Hybridantrieben.

Gelungenes, aber teures Vergnügen

Die Audi A3 Limousine ist ein durchaus gelungenes Auto. Allerdings finde ich es schade, dass man als Audi-Fahrer trotz des hohen Preises zukünftig Abstriche bei der Verarbeitung und Materialqualität hinnehmen muss. Dies war über die vergangenen Jahre eine gepflegte Kernkompetenz der Ingolstädter. Auch als Limousine zählt der Audi A3 nämlich zu den teuersten Kompaktwagen. Der Einstieg für die Limousine als Neuwagen in der Basisausstattung beginnen bei rund 27.000,- € mit einem 110 PS starken Benziner. Die von mir gefahrene Variante 35 TDI mit dem 150 PS starken Dieselmotor kostet mindestens 35.000,- €. Einen Marktüberblick kannst Du Dir wie immer mit meiner vorkonfigurierten Suche verschaffen.

Leistungsdaten der von mir gefahrenen Audi A3 Limousine 35 TDI (8Y)

Motor:Vierzylinder-Dieselmotor
Kraftübertragung:Siebengang-Doppelkupplungsgetriebe
(Vorderradantrieb)
Hubraum:1.968 cm³
max. Leistung:110 kW / 150 PS
Beschleunigung von 0-100 km/h:8,4 s
Durchschnittsverbrauch auf 100 km (kombiniert):5,0 l
Höchstgeschwindigkeit:228 km/h
Abmessungen (L x B x H):4.504 x 1.816 x 1.425 mm

Fotos: AS
Text: AS

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