Vielleicht ist es Dir auch schon mal passiert: Plötzlich bleibst Du mit dem Auto liegen und nichts geht mehr. Ohne Werkstatt oder Fachmann kannst Du meist wenig ausrichten. Als einzige Alternative bleibt dann nur noch Abschleppen. Wie Du Dein Auto richtig abschleppen kannst, verrate ich Dir in diesem Beitrag.

Mir ist es auch schon passiert, dass ich plötzlich und ohne Vorankündigung mit meinem Auto liegen geblieben bin. Der Motor ging plötzlich aus und ließ sich nicht mehr starten. Ich hatte Glück und konnte noch an den Straßenrand rollen. Als ein befreundeter Mechaniker vor Ort nicht weiterhelfen konnte, blieb mir als Alternative nur das Abschleppen in die nächste Werkstatt übrig.
Wusstest Du, dass Abschleppen in Deutschland nur im Notfall gestattet ist? Hierbei sind nicht nur weitere gesetzliche Regelungen, sondern auch einige technische Besonderheiten am Auto zu beachten. In diesem Beitrag erfährst Du, wie Du Dein Auto richtig abschleppen kannst.

Abschleppen nur im Notfall erlaubt

Laut Straßenverkehrsordnung ist das Abschleppen nur im Notfall erlaubt. Als Notfall gelten zum Beispiel Motorversagen, Ausfall der Elektronik oder eine leere Batterie. Ein leerer Tank gilt übrigens nicht als Notfall.
Damit das Abschleppen kontrolliert und sicher erfolgen kann, müssen beim abgeschleppten Auto auf jeden Fall noch Lenkung und Bremsen funktionieren. Anderenfalls ist ein Abschleppdienst zu rufen.

Beim Abschleppen muss übrigens der kürzeste Weg zur nächsten Werkstatt gewählt werden. Autobahnen sind dabei zu meiden. Wenn Du dennoch von der Autobahn abgeschleppt wirst, musst Du die Autobahn an der nächsten Ausfahrt verlassen.

Stange ist besser als Seil

Ein Abschleppseil lässt sich platzsparend im Auto verstauen. Deshalb habe ich immer für den Fall der Fälle ein Abschleppseil dabei. Gleichzeit hat das Seil den Nachteil, dass es zwischen Zugfahrzeug und abgeschlepptem Auto keine starre Verbindung herstellt. Daher ist beim Fahren mit einem Abschleppseil besondere Vorsicht geboten. Außerdem ist ein Seil nur bis zu vier Tonnen zulässig.

Eine Stange ist beim Abschleppen die bessere Wahl. Sie verbindet beide Autos starr miteinander, so dass Antriebs- und Bremskräfte auf das gezogene Auto gleichmäßig übertragen werden. Außerdem sorgt die Stange für einen konstanten Abstand zwischen beiden Fahrzeugen und schützt so vor einem Auffahrunfall. Allerdings ist eine Stange sperrig und gehört bei vielen nicht zur Standardausrüstung im Auto.

Ob nun Abschleppseil oder Stange – beides sollte korrekt am Auto befestigt werden. Jedes Auto hat hierfür jeweils vorn sowie hinten eine spezielle Aufnahmevorrichtung und in der Regel eine spezielle Befestigungsöse an Bord. In der Bedienungsanleitung Deines Autos ist beschrieben, wo Du alles findest und wie Du es befestigen musst.

Beim Abschleppen besonders vorsichtig fahren

Während des gesamten Abschleppvorgangs muss die Warnblinkanlage beim ziehenden sowie abgeschleppten Auto eingeschaltet sein. Bei Abbiegevorgängen darf die Warnblinkanlage übrigens zum Blinken kurz abgeschaltet werden. Beim gezogenen Fahrzeug sollte außerdem der Leerlauf (insbesondere bei Automatik!) eingelegt, die Handbremse gelöst und die Zündung eingeschaltet sein.

Sowohl der Fahrer im Zugfahrzeug, als auch der Fahrer des abgeschleppten Autos müssen besonders vorsichtig fahren. Während des Abschleppvorgangs wird eine Geschwindigkeit von maximal 50 km/h empfohlen. Im ziehenden Auto ist darauf zu achten, dass möglichst langsam angefahren sowie ganz zurückhaltend gebremst wird. So hat der Fahrer im abgeschleppten Auto die Möglichkeit, auf Fahrmanöver jederzeit rechtzeitig zu reagieren.

 

Die oben beschriebene Panne war für mich übrigens die erste, wo ich mein Auto richtig abschleppen lassen musste. Ein Bekannter konnte mir damals alles erklären und hat mich zur nächsten Werkstatt gezogen. Dort stellte sich heraus, dass ein Kurzschluss im Motorsteuergerät die Ursache für meine Panne war.

 

Text: AS
Foto:Pixabay (CC0) / stevepb

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