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Wie belade ich mein Auto richtig? – Das Auto richtig beladen mit 5 Tipps

In diesem Beitrag erfährst Du, wie das richtige Beladen Deines Autos nicht nur Bußgelder spart und Leben retten kann, sondern auch worauf es bei der Ladungssicherung ankommt.

Ob nach dem Möbeleinkauf bei einem großen schwedischen Möbelhaus, beim Umzug von einer Stadt in die nächste oder an die Nordsee in den Urlaub – ein Auto muss in seinem Leben zahlreiche Ladungen von A nach B fahren. Wie gefährlich dabei das unüberlegte Verstauen von Gegenständen, Einkäufen oder Gepäck ist zeigen immer wieder Crashtests von ADAC, DEKRA und Co. Kommt es zu einer Vollbremsung können selbst kleinste und vermeintlich ungefährliche Gegenstände schon bei innerorts zulässigen Geschwindigkeiten zu gefährlichen Geschossen werden. Von einem Unfall ganz zu schweigen.

Hinzu kommt, dass die Straßenverkehrsordnung (StVO) einen gesetzlichen Rahmen für die Ladungssicherung vorsieht. Auch wenn der Gesetzgeber wenig konkret formuliert hat, so steht doch im § 22, Abs. 1 StVO geschrieben, dass „die Ladung […] so zu verstauen und zu sichern ist, dass sie […] nicht verrutschen, umfallen, hin- oder herrollen, herabfallen oder vermeidbaren Lärm erzeugen kann.“ Du sparst Dir also bei korrekter Sicherung deiner Ladung auch noch Bußgelder.

Das Auto richtig beladen – 5 Tipps

1. Von schwer nach leicht

Gleich ob Du Möbel transportieren oder in den Urlaub fahren willst: Belade Dein Auto zunächst mit der schweren Ladung. Schwere Koffer oder der schwere Schrank beim Umzug gehören auf dem Boden Deines Kofferraums direkt hinter die Rückbank bzw. Deine Sitze. Idealerweise platzierst Du schwere Gegenstände mittig im Fahrzeug. Danach kannst Du mittelschwere und zum Schluss die leichten Gepäckstücke oder anderen Gegenstände ins Auto laden.

Überlege, ob Du eventuell die Rückbank wirklich umklappen musst. Je nach Entfernung, die Du zurücklegen musst, kann es sinnvoll sein, zwei Mal zu fahren und die Rückbank lieber als schützende Trennwand zu nutzen.

2. Lückenlos und bloß nicht los(e)

Das Prinzip „von schwer nach leicht“ hat nebenbei den großen Vorteil, dass Du Lücken, die sich zwischen großen und schweren Gegenständen ergeben, mit kleineren und leichteren Gegenständen füllen kannst. Ähnlich wie beim Tetris spielen. Du sorgst so dafür, dass deine Ladung im Auto nicht verrutschen oder gar umfallen kann.

Sorge außerdem dafür, dass keine Gegenstände – unabhängig davon, wie „ungefährlich“ sie scheinen – lose im Auto liegen. Bei einer Vollbremsung oder einem Aufprall kann schon ein Handy zum tödlichen Geschoss werden. Besonders bruchanfällige Gegenstände aus Glas, Porzellan etc. musst Du unbedingt so ins Auto laden, dass sie unter keinen Umständen umherfliegen können.

3. Ladung zusätzlich absichern

Selbst wenn Du die ersten beiden Regeln beherzigt hast, kann sich Deine Ladung bei entsprechender Bremsung im Auto verselbstständigen. Daher solltest Du Deine Ladung immer zusätzlich sichern, z.B. mit Gurten. Für weniger schwere Ladung reichen schon Gepäcknetz oder sog. Laderaumgitter. Doch wenn Du schwerere Gegenstände transportieren möchtest, solltest du unbedingt Gurte benutzen – im Idealfall TÜV- und CE-geprüfte Spanngurte, die Du entsprechend ihrer Gewichtsklasse verwendest.

Solltest Du weder über ein Gepäcknetz noch über Gitter verfügen, kannst Du auch eine Decke über deine gesamte Ladung legen und diese dann mit zwei Spanngurten diagonal gegen Umherfliegen sichern.

4. Zulässige Ladungsgrenzen berücksichtigen

Ob Ladungshöhe, max. Fahrzeugbreite oder zulässiges Gesamtgewicht – Du solltest Dir vor der Beladung Deines Autos über die zulässigen Beladungsgrenzen bewusst sein. So darf Deine Ladung beispielsweise bis zu 1,5 Meter über dein Fahrzeugheck hinausragen. Bei Entfernungen unter 100km sogar bis zu 3,0 Meter. Denke jedoch daran, dass sie mit einer roten Fahne bzw. nachts mit einer Lampe gekennzeichnet sein muss. Bis zu einer Ladungshöhe von 2,5 Meter darf jedoch nichts nach vorne hinausragen. Du darfst ebenso eine max. Breite von 2,55 Meter nicht überschreiten. Das zulässige Gesamtgewicht Deines Autos erfährst Du aus Deinem Fahrzeugschein. Informationen zu Reifendruck und Achslast entnimmst Du Deiner Betriebsanleitung.

5. Nicht nur das Innere zählt

Wenn Du Dein Auto richtig beladen hast, solltest Du noch ein paar Dinge berücksichtigen. Achte darauf, dass Du beim Beladen Deines Autos niemals Deine Sicht behinderst. Weder Dein Schulterblick durch die hinteren Fenster, noch der Blick in einen der drei Spiegel darf durch Ladung behindert werden. Je nachdem wie schwer Du Eein Auto beladen hast, hebt sich die Front Deines Fahrzeugs. Reguliere vor dem Start die Scheinwerfer, so dass Du entgegenkommende Fahrzeuge nicht blendest.

Zu guter Letzt: Denke daran, dass ein beladenes Auto sich anders fahren, lenken und vor allem bremsen lässt, als ein nahezu „leeres“ Fahrzeug. Die Kurvenlage kann sich je nach Gewicht deutlich verändern. Bremswege werden länger und auch Überholvorgänge können länger dauern.

Die richtige Ladungssicherung kann vor Schäden retten und Geld sparen

Ja, das Auto richtig zu beladen und die Ladung richtig zu sichern kann manchmal ganz schön zeitaufwendig sein. Doch wie schnell kracht es auf der nächsten Kreuzung oder Du musst plötzlich eine Vollbremsung machen. Selbst kleine Gegenstände können schon bei geringen Geschwindigkeiten schwere Verletzungen verursachen. Investiere also lieber drei Minuten mehr Zeit in die richtige Ladungssicherung und Du kannst zahlreiche Schäden vermeiden.

Text: TH
Foto: pixabay / BerndSold (CC0)

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