Die Autohersteller geben ihren Modellen wohlklingende Namen, um sie möglichst gut zu verkaufen. Doch auch der eine oder andere Autobesitzer gibt seinem Gefährt einen Spitznamen. Doch was steckt eigentlich dahinter, wenn jemand sein Auto „Herbie“ oder „Orzy“ nennt. Dazu ist ein Blick in die menschliche Psychologie notwendig.

Der wohl bekannteste Spitzname eines Autos ist „Herbie“. Den weißen Käfer mit den Rallyestreifen und der Nummer 53 kennt nahezu jeder aus der Disney-Filmreihe. Aus meinem eigenen Freundeskreis erinnere ich mich noch gut an eine Schulfreundin, die ihr erstes Auto (Citroen AX) auf den Namen „Orzy“ getauft hat. Einer Umfrage des Instituts YouGov zu Folge gibt sogar jeder Siebente seinem Auto einen Spitznamen.

In der Schifffahrt sind Namen bereits seit Jahrunderten eine Tradition

Dabei ist es gar nicht so neu leblosen Dingen einen Namen zu geben. In der Schifffahrt gibt es diesen Brauch bereits seit Jahrhunderten. Die Ursachen hierfür lassen sich psychologisch erklären. So ist zum Beispiel ein Schiff im Großen genauso wie ein Auto im Kleinen für viele ein zweiter Wohnsitz. Darin wird gegessen, gesprochen, geschminkt – kurz um gelebt. Zusätzlich kann man diesen Raum überallhin hin mitnehmen. Der an sich leblose Gegenstand wird so zum Gefährten.

Dabei neigen wir dazu Dinge zu vermenschlichen. Dies geschieht besonders dann, wenn uns diese Gegenstände emotional berühren. Bei einem Auto geschieht dies beispielsweise durch das Design. Daneben spielen auch die erlebte Fortbewegung oder auch unberechenbares Verhalten eine Rolle. Bei letzterem kann man zum Beispiel an einen plötzlichen Defekt denken. Der Fachbegriff für das Vermenschlichen ist übrigens Anthropomorphismus.

Experten sprechen von Anthropomorphismus

Diese Verhaltensweise half uns vor Jahrtausenden beim Überleben, in dem wir Gesichter erkennen und die Mimik deuten konnten. So haben wir uns einen Eindruck über die Absichten unseres Gegenübers verschafft und konnten schnell mögliche Gefahren erkennen.   

Automobilhersteller wissen inzwischen natürlich auch, wie man sich diese Kenntnisse zu Nutze macht. Nicht umsonst sind Autos heute so gestaltet, dass ihre Front einem Gesicht ähnelt. Je nach Modell soll das Zusammenspiel aus Design, Fahrgefühl und Modellname Prestige oder Cleverness und damit verbundene positive Emotionen vermitteln.

Sowohl Frauen als auch Männer geben Autos Namen

Seinem Auto Namen zu geben ist übrigens sowohl bei Frauen als auch Männern üblich. Auf der Webseite des Spiegels gibt es hierfür wunderbare Beispiele. In einer Fotostrecke stellen dort Leser ihre Autos samt Namen vor.

Ich selbst gebe meinen Autos übrigens nie Namen. Sicherlich unterhält man sich mit Freunden mal über seine „Schrottkiste“ oder seinen „Flitzer“. Aber irgendwie reicht mir der Modellname vom Hersteller.

Wie sieht es mit Dir aus? Welchen Namen hast Du Deinem Auto gegeben? Ich freue mich über Deinen Kommentar!

Text: AS
Foto: AS

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