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Der Bentley Continental GT war nach der Übernahme von Bentley durch den Volkswagen-Konzern im Jahr 1998 die erste Entwicklung unter der Federführung von VW. Mit gefälligem Design und zeitgemäßer Technik wurde der Continental GT ein Verkaufserfolg für die Briten. In der zweiten Generation ab 2011 wurde der britische Beau deswegen nur behutsam überarbeitet. Ich konnte dem luxuriösen Coupé auf den Zahn fühlen und verrate Dir, was der Wagen alles zu bieten hat.  

Der Bentley Continental GT war der erste Bentley, der unter der Regie von Volkswagen entwickelt und gebaut wurde. Optisch und technisch ist der Continental GT für den britischen Autobauer ein Quantensprung gewesen. Auch wenn es dem schicken Coupé nicht auf dem ersten Blick anzusehen ist, basiert es technisch auf dem VW Phaeton. So teilt sich das Bentley Coupé nicht nur die Plattform mit dem Topmodell von VW, sondern auch den Motor – und zwar die Topmotorisierung W12. Mit der zweiten Generation ab 2011 hat sich daran nur wenig geändert. Zu groß war offenbar die Sorge der Briten, dass sie sonst nicht an die Erfolge der ersten Generation anknüpfen können. Natürlich pflegt der Continental GT auch spezielle Eigenheiten, wie sie nur Briten erdenken können. Welche das sind, verrate ich Dir in diesem Fahrbericht. 

Dezentes Auftreten

Optisch greift der Bentley Continental GT die typischen Designmerkmal des britischen Autobauers auf. Dazu gehört das markante Vier-Augen-Gesicht genauso wie der Kühlergrill in Drahtgitter-Optik. Das Ganze ist jedoch im Vergleich zu den bis Ende der 90er Jahre gebauten Bentley deutlich eleganter und schnittiger verpackt. Fließende und weiche Formen dominieren das Exterieurdesign des Coupés. Der Continental GT ist übrigens kein kleines Auto. Mit 4,80 m Länge und 1,94 m Breite hat er in etwa die Abmessungen eines VW CCs. Die üppigen Dimensionen werden durch die hohe Schulterpartie, die schmalen Fenster und die großen 21-Zoll-Räder gut kaschiert. 

Bentley Continental GT W12 2. Generation Fahrbericht

Die üppigen Abmessungen von außen sucht man innen vergebens. Typisch für ein Coupé ist auch der Bentley Continental GT sportlich eng geschnitten. Vorne finden zwei Erwachsende auf gut gepolsterten Sitzen ausreichend Platz. Die hinteren Sitzplätze reichen maximal Kindern zum halbwegs bequemen Sitzen aus. Der Kofferraum ist ebenso übersichtlich und bietet mit 358 Litern etwas mehr Stauraum als ein VW Golf.

Hochwertiger Innenraum mit überschaubaren Platzverhältnissen

Ansonsten wird der Fahrer im Innenraum vom typischen Flair empfangen, wie ihn nur britische Autos vermitteln können. Leder, Holz und Metall sind modern zu einem wunderschön anzusehenden und auch wunderbar anzufassenden Cockpit zusammengefügt. Ein besonderes Highlight sind die Lüftungsdüsen, die mit einem Registerzug wie bei einer Orgel bedient werden können. Gleichzeitig lässt sich im Innenraum die Verwandtschaft zum VW Konzern nicht verbergen. So kennen Fachleute das Infotainment-System, die Knöpfe in der Mittelkonsole sowie die Instrumente des Tachos aus anderen VW Modellen. Alles in allem muss dies jedoch nicht schlecht sein. Der Innenraum ist  hervorragend verarbeitet und alles lässt sich gut bedienen.

Bentley Continental GT W12 2. Generation Fahrbericht

Das beste am Bentley Continental GT: Der Antrieb mit dem W12-Motor

Eine Sahnestück des Continental GT ist sicherlich der W12-Motor. Anders als im VW Phaeton ist der 12-Zylinder im Bentley zusätzlich mit Turboladern ausgestattet, die ihm zu einer Leistung von 575 PS verhelfen. Die Kraftentfaltung erfolgt homogen und wird dabei von einem wunderbaren sonoren Klang untermalt. Die Achtgangautomatik sortiert die Gänge unmerklich und präzise. Die Kraftübertragung erfolgt in jeder Situation souverän auf alle vier Räder. Das ganze Antriebspaket schiebt den Briten in 4,5 Sekunden auf 100 km/h. Die Spitzengeschwindigkeit ist erst bei 318 km/h erreicht. Mehr Antriebskomfort geht kaum.

Bentley Continental GT W12 2. Generation Fahrbericht

Wo Licht ist, gibt es auch Schatten – Das Fahrverhalten in Kurven

Etwas anders sieht es beim Fahrverhalten aus. Hier wirkt der Bentley in Sachen Federungskomfort ähnlich souverän auf mich, jedoch lässt er in Sachen Lenkverhalten und Agilität etwas zu wünschen übrig. Ich will den Unterschied folgendermaßen beschreiben: Auf der Autobahn lässt sich mit dem Bentley entspannt und schnell geradeaus fahren. Auf kurvigen Landstraßen fehlt es mir an sportlichem und agilem Lenkverhalten. Ich habe immer das Gefühl, der Bentley möchte lieber geradeaus als in Kurven fahren. Sicherlich tragen dazu die 21-Zoll-Räder mit ihren 275er Reifen bei. Das Ganze ist natürlich meckern auf sehr hohem Niveau, aber im Vergleich zu einem BMW 435i wirkt der Bentley auf mich artig, ja fast schon behäbig auf mich.

Viel Auto für viel Geld

In Summe bietet der Bentley Continental GT (2. Generation) für viel Geld auch viel Auto. Verarbeitung, Materialauswahl und Antriebskomfort sind erstklassig. Wo viel Licht ist, darf aber auch etwas Schatten sein. Für mich ist dies das behäbige Fahrverhalten. Seit es seit einigen Jahren die dritte Generation des Continental GT auf dem Markt gibt, fallen entsprechend die Preise für das Vorgängermodell. Wer ein gebrauchtes Exemplar des britischen Coupés sein eigen nennen möchte, muss mindestens 69.000,- € investieren. Einen Marktüberblick kannst Du Dir wie immer mit meiner vorkonfigurierten Suche verschaffen.

Leistungsdaten des von mir gefahrenen Bentley Continental GT W12 (2. Generation)

Motor:Zwölfzylinder-Benzinmotor
Kraftübertragung:Achtgang-Automatikgetriebe
(Allradantrieb)
Hubraum:5.998 cm³
max. Leistung:423 kW / 575 PS
Beschleunigung von 0-100 km/h:4,5 s
Durchschnittsverbrauch auf 100 km (kombiniert):14,5 l
Höchstgeschwindigkeit:318 km/h
Abmessungen (L x B x H):4.806 x 1.946 x 1.404 mm

Text: AS
Fotos: AS

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