In meinem neuen Beitrag geht es um einen außergewöhnlichen Sportwagen – einen Aston Martin V8 Vantage als Coupé. Diesen kompakten britischen Sportler durfte ich bei einer Ausfahrt mal auf den Zahn fühlen. Eines kann ich vorweg nehmen: Er ist nichts für zarte Gemüter.

Die Karosserie

Optisch ähnelt der mit 4,38 m kompakte Brite seinen großen Brüdern DBS, DB9 und Rapide, ist aber gleichzeitig von den Abmessungen nur so groß wie ein aktueller Opel Astra oder Ford Focus. Dennoch wirkt das Design auf mich gelungen – mit dem typischen Aston Martin Kühlergrill, den C-förmigen Rückleuchten sowie die in Chrom eingefassten Seitenscheiben. Mit der Grau-Metallic-Lackierung „Meteorite Silver“ des von mir gefahrenen Autos kommen die Chromapplikationen besonders gut zur Geltung.

Der Aston Martin V8 Vantage macht auf sich auf der Straße unglaublich flach und ist mit seiner Höhe von 1,25 m rund einen halben Meter kleiner als ein Ford Focus – gleichzeitig aber fast genauso breit.

Fahrbericht Aston Martin V8 Vantage

Entsprechend tief und sportlich ist die Sitzposition, von der aus man den Wagen – gerade nach hinten – nur eingeschränkt überblicken kann. Gott sei Dank verfügt die von mir gefahrene Version über Parksensoren im Front- und Heckbereich.

Der Antrieb

Wenn man den V8-Motor anlässt, geht einem das Herz auf. Aus dem Auspuff röchelt und röhrt es unverschämt. Der auf dem V8 von Jaguar basierende Motor mit rd. 4,7 Litern Hubraum klingt – wenn ich ihn mit meinem Motor im Jaguar XK vergleiche – geradezu wild. Bei dem hier verbauten Motor handelt es sich um die leistungsgesteigerte Version, die ab 2008 verkauft wurde. Es ist beeindruckend, was sich für ein wummernder Klangteppich hinter dem Wagen ausbreitet.

So wie der Motor des Aston Martin V8 Vantage klingt, so fährt er sich auch. Die Kraftentfaltung ist gewaltig. Der Wagen schiebt schon aus dem unteren Drehzahlbereich heraus und auch noch oben hin geht den 426 PS bei einem freien und unbegrenzten Autobahnabschnitt nicht die Puste aus. Die verbaute Schaltung samt Kupplung brauchen entsprechend Kraft um bedient zu werden.

Das Fahrwerk

Das Fahrwerk und auch die Lenkung sind sehr sportlich ausgelegt. Es benötigt einiges an Kraft den Wagen zu fahren. Die Rückmeldung durch die Lenkung und auch Federung ist sehr direkt. Entsprechend gut merkt man schlechte Straßen im Kreuz.

Gleichzeitig fehlt es dem Aston Martin V8 Vantage meiner Meinung nach etwas an Präzision. wie sie beispielsweise ein Porsche an den Tag legt. Der Brite braucht mehr Aufmerksamkeit und fährt sich gerade auf kurvigen Straßenabschnitten nicht ganz so gelassen wie andere Sportwagen.

Der Innenraum

Im Inneren setzt sich das von Aston Martin bekannte Design fort und ist ebenfalls aus den großen Modellen bekannt. Das lederbezogene, mit weißen Ziernähten versehene Armaturenbrett wirkt sehr edel. Auch die Klavierlackflächen in der Mittelkonsole gefallen mir gut.

Fahrbericht Aston Martin V8 Vantage

Bei genauerem Hinsehen und Anfassen bemerkt man aber auch gelegentlich einfachere Materialien und eine simplere Verarbeitung. So ist beispielsweise die Verkleidung des ausfahrbaren Monitors eine simple Spanplatte, die am Monitorgehäuse befestigt wurde. Auch klicken und Rasten die Drehregler der Klimaanlage nicht so, wie man es beispielsweise von Audi kennt. Man muss hier der fairnesshalber immer daran denken, dass es sich um einen Kleinserienhersteller handelt.

Ein sehr liebevolles Detail im Aston Martin V8 Vantage ist der in der Mittelkonsole versteckte Kugelschreiber, der sich als Kippschalter tarnt. Und auch der zum Teil in Glas gefasste Schlüssel („Emotion-Key-Unit“ genannt) macht viel her. Beim Einführen ins Schloss pulsiert er leicht, bis man den Motor startet.

Der Unterhalt

Einen Aston Martin zu fahren, ist nicht gerade preiswert. Der von mir gefahrene gebrauchte Aston Martin V8 Vantage mit gehobener Ausstattung hat 2013 mit rd. 18.000 km etwa 60.000,- € gekostet.

Auch eine Wartung geht richtig ins Geld. Der große Service inklusive Ölwechsel schlägt mit rd. 2.000,- € beim Vertragshändler zu buche. Auf ähnlichem Niveau befinden sich auch die jährlichen Versicherungsprämien (in Abhängigkeit von der Schadenfreiheitsklasse).

Diesen Wagen fahren zu dürfen, war ein echtes Erlebnis. Gleichzeitig fordert der Aston Martin V8 Vantage für meinen Geschmack zu viele Kompromisse in Sachen Komfort und Leichtigkeit beim Fahren. Ich würde einen komfortableren Sportwagen vorziehen.

Leistungsdaten des von mir gefahrenen Aston Martin V8 Vantage

Motor:V8-Benzinmotor
Kraftübertragung:Sechsgang-Schaltgetriebe (Heckantrieb)
Hubraum:4.735 cm³
max. Leistung:313 kW / 426 PS
Beschleunigung von 0-100 km/h:4,6 s
Durchschnittsverbrauch auf 100 km (kombiniert):13,8 l
Höchstgeschwindigkeit:290 km/h
Abmessungen (L x B x H):4.382 x 1.866 x 1.255 mm

 

Text: AS
Fotos: AS

Kommentiere diesen Artikel

Please enter your comment!
Please enter your name here