In diesem Beitrag möchte ich mich einem meiner bisherigen Autos widmen – einem Jaguar XK Coupé mit einem 4,2-Liter V8-Motor. Ich war seinerzeit mit meinem alten Auto unzufrieden und habe nach einer Möglichkeit gesucht den Wagen in Zahlung zu geben. Durch Zufall habe ich dann im Internet ein gebrauchtes Jaguar XK-Coupé in Blau von 2008 mit nur 67.000 km in meiner Nähe entdeckt, dass mir sofort gefallen hat. Nach einer Probefahrt wurde ich mit dem Händler einig und so habe ich gegen etwas Zuzahlung mein bisheriges Auto gegen einen Jaguar XK getauscht. Insgesamt habe ich für den Jaguar XK 27.500 € gezahlt.

Die Karosserie

Der Wagen hat eine wunderbare Coupé-Silhouette. Die lange Motorhaube, der ovale Kühlergrill und die großen Scheinwerfer lassen ihn bis heute modern wirken. Den Blick vom Fahrersitz auf die lange Motorhaube habe ich immer genossen.

Von vorne nach hinten steigt die Seitenlinie an, bis sie sich am Fahrzeugende mit der abfallenden Dachlinie vereinigt. Die chromumrandeten Fenster unterstützen die Coupé-Form zusätzlich. Mir haben auch sehr die nach hinten stark ausgearbeiteten Kotflügel gut gefallen. Diese verstärken den kraftvollen Auftritt zusätzlich.

Fahrbericht Jaguar XK (X150)

Von hinten wirkt der Wagen hingegen eher old-fashioned und orientiert sich stark am Vorgängermodell. Hier hätte ich mir einen extravaganteren Abschluss gewünscht.

Der Antrieb

Der Motorsound war damals das ausschlaggebende Argument den Wagen zu kaufen. Wenn man den V8 startet, röhrt und blubbert es aus den Auspuffrohren, dass einem das Herz aufgeht.

In Kombination mit der Automatik ist der 300PS-Motor ideal zum Cruisen und Dahingleiten über Landstraßen. Rasen und sehr dynamisches Fahren liegt dem Jaguar meiner Meinung nach weniger.  Um auf der Autobahn beispielsweise einem Porsche davonzufahren, braucht es viel Anlauf. Ursache hierfür ist zum einen die etwas träge schaltende Automatik und zum anderen der 4,2-Liter V8, der ohne Turbo- oder Kompressorunterstützung auskommen muss und daher Drehzahl braucht.

Fahrbericht Jaguar XK (X150)

Die Kraftentfaltung aus dem Stand heraus ist für meinen Geschmack ebenfalls speziell. Die Gaspedallinie steigt sehr steil an, so dass man es leicht schafft aus dem Stand heraus die Räder zum Durchdrehen zu bringen. Gerade im Herbst bei Regen und fallendem Laub habe ich es z.B. kaum geschafft meine Garagenausfahrt hinauf zu kommen. Die Räder beginnen dann schnell durchzudrehen, so dass das ESP bzw. ASR eingreift und einen gleich wieder einbremst.

Bis auf die kleinen Eigenheiten lief der Motor bei mir immer wunderbar ruhig und hat nie Probleme gemacht. Im Gegenteil, er war stets ein Quell der Freude beim Fahren.

Die Technik

Motor:V8-Benzinmotor
Kraftübertragung:Sechsgangautomatik (Heckantrieb)
Hubraum:4196 cm³
max. Leistung:219 kW / 298 PS
Beschleunigung von 0-100 km/h:6,2 s
Durchschnittsverbrauch auf 100 km (kombiniert):11,4 l
Höchstgeschwindigkeit:250 km/h (abgeregelt)
Abmessungen (L x B x H):4.790 x 1.892 x 1.320 mm

Das Fahrwerk

Auf der Autobahn wird der Jaguar XK seinem Cruiser-Charakter gerecht. Das Fahrwerk ist eher komfortabel als sportlich ausgelegt. Selbst grobe Stöße steckt es gut weg, wobei der Federungskomfort mit steigendem Tempo zunimmt.

Der Wagen hat eine sehr breite Spur und einen entsprechend großen Wendekreis. Gemeinsam mit der etwas unübersichtlichen Karosserie ist der Jaguar weniger für den Stadtverkehr geeignet. Gott sei Dank gehören Parkpiepser zur Serienausstattung.

Der Innenraum

Im Innenraum fühlt man sich zu zweit gut aufgehoben. Die Sitze sind bequem, bieten aber wenig Seitenhalt. Eine Klimaautomatik, elektrische Fensterheber, elektrische Sitzverstellung, Sitzheizung elektrische Außenspiegel, Parkpiepser, Licht- und Regensensor, Tempomat und Navigationssystem gehörten bei meinem Jaguar XK zum Großteil serienmäßig dazu.

Der großzügige Einsatz von Leder und Holz fördern den edlen Gesamteindruck, auch wenn man hin und wieder ein Standard-Ford-Teil entdeckt (wie z.B. der Knopf für die Außenspiegelverstellung).

Fahrbericht Jaguar XK X150

Weitere Passagiere bekommt man auf den kleinen Rücksitzen und aufgrund des stark abfallenden Daches kaum untergebracht.

Der Kofferraum ist durch die große Heckklappe gut zu beladen. Er ist zwar breit und tief, hat aber nur eine geringe Ladehöhe.

Der Unterhalt

Ich bin mit dem Jaguar überwiegend Stadtverkehr (zur Arbeit) gefahren. Mein Verbrauch lag daher meist zwischen 13-14 Liter Super.

Teuer ist der Jaguar hingegen bei der Steuer aufgrund des großen Hubraums und des hohen Schadstoffausstoß (rd. 280 € pro Jahr) sowie bei der Versicherung (rd. 1.000 € (bei SF 11 in VK und HP)). Zur hohen Versicherungseinstufung trägt die Aluminiumkarosserie des Jaguar XK bei, die bei Reparaturen meines Wissens mehr Aufwand macht als eine Karosserie aus Stahlblech.

Interessanter Weise war der Jaguar bei der jährlich erforderlichen Inspektion und Wartung relativ günstig. Ich habe hierfür bei einer Jaguar-Vertragswerkstatt ähnlich viel gezahlt wie bei meinem jetzigen VW in der Vertragswerkstatt (ca. 700 € für die große Inspektion inkl. Ölwechsel).

Den Jaguar XK habe ich insgesamt ein Jahr gefahren. Dann musste etwas Neues aus deutschem Hause her.

 

Text: AS
Fotos: AS

2 Kommentare

    • Vielen Dank für die Frage. Den Kaufpreis habe ich im Beitrag ergänzt. Über den Wertverlust bei der nächsten Inzahlungnahme hülle ich lieber den Mantel des Schweigens.

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