Ein Maserati steht in der Regel für gelungenes Design und sportliche Fahrleistungen. Seit inzwischen zwei Jahren bietet die italienische Nobelmarke nun ihren SUV Levante an. Doch konnten die Italiener ihre Markengene erfolgreich in ein SUV einpflanzen? Bei einer Ausfahrt mit einem Maserati Levante Diesel bin ich dieser Frage nachgegangen.

Auf deutschen Straßen ist der Maserati Levante schon eine besondere Erscheinung. Der Wagen fällt weniger durch seine Größe, als vielmehr durch sein mutiges Frontdesign auf. Die Formensprache folgt zwar den anderen Maserati-Modellen, spielt dabei aber mit der Größe der bekannten Designelemente. So wird die Front vom gigantischen Kühlergrill mit dem obligatorischen Dreizack dominiert. Die Scheinwerfer hingegen sind so schmal geschnitten, dass sie fast zwischen Kühlergrill und Motorhaube zu verschwinden scheinen.

Von vorn mutig, von hinten gewöhnlich, von innen italienisch

Ansonsten wirkt der Maserati von der Seite auf mich weniger spektakulär. Hier sind die vom Quattroporte bekannten Lufteinlässe im vorderen Kotflügel genauso zu finden, wie das große Markenlogo an der C-Säule. Das Heck ist im Vergleich zur Front fast schon langweilig gezeichnet. So ähnlich könnte von hinten auch ein asiatischer SUV aussehen.

Fahrbericht Maserati Levante Diesel

Der Innenraum wirkt gelungener und zeigt, wie gut die Italiener das Thema Design beherrschen. Nur wenige Autobauer können so geschmackvoll geschwungene Formen mit verschiedenfarbigem Leder und poliertem Holz kombinieren. Die für Maserati typische Analoguhr ist dort natürlich auch zu finden.

Fahrbericht Maserati Levante Diesel

Vorn sitzt es sich – wie für diese Fahrzeuggröße üblich – sehr luftig. Hinten kommen Großgewachsene mit dem stark abfallenden Dach in Kontakt. Die coupéhafte Dachlinie schränkt außerdem den Kofferraum etwas ein. Doch wer will in einem Maserati schon eine Waschmaschine transportieren?

Fahrbericht Maserati Levante Diesel

Die Bedienung klappt nach kurzer Eingewöhnung gut. An einige Eigentümlichkeiten habe ich mich allerdings erst gewöhnen müssen. Dazu zählt zum einen die verschachtelte Bedienung des Infotainments. Zum anderen empfinde ich die sehr großen Schaltpaddel am Lenkrad als störend. Für die Bedienung von Blinker und Scheibenwischer muss man um die Schaltpaddel immer herumgreifen.

Im Fahrverhalten komfortabel, aber eher unsportlich

Beim Fahrgefühl kann der Levante nicht halten, was Maserati sonst immer verspricht. Trotz verstellbarem Luftfahrwerk, Allradantrieb und sportlicher Bereifung fährt sich der Levante zwar komfortabel, aber eher unsportlich. Egal in welcher Fahrwerkseinstellung ich unterwegs war, der Wagen konnte seine Größe und Masse kaum kaschieren.

Zu diesem Eindruck trägt ebenfalls der Dieselmotor bei. Auch wenn der V6-Diesel mit 275 PS gut mit der Achtgangautomatik harmoniert, beschleunigt er den Levante für meinen Geschmack nur verhalten. Außerdem ist der Motor stets präsent und tritt mit seinem Verbrennungsprinzip erst bei höherem Tempo akustisch in den Hintergrund. Alternativ ist der Maserati Levante mit V6-Benzinern mit einer Leistung von 350 oder 430 PS erhältlich. Vermutlich kommt mit diesen Motoren mehr Maserati-Feeling im Levante auf.

„Bella macchina?“

Alles in allem hinterlässt der Maserati Levante Diesel bei mir einen zwiespältigen Eindruck. Vom Design sowie vom Fahrverhalten konnte er mich nicht überzeugen. Wer dennoch gern einen Levante kaufen möchte, muss mindestens 65.000 € für ein Modell von 2016 mit rd. 25.000 km investieren. Einen Marktüberblick kannst Du Dir wie immer mit meiner vorkonfigurierten Suche verschaffen.

Leistungsdaten des von mir gefahrenen Maserati Levante Diesel Q4:

Motor:V6-Dieselmotor
Kraftübertragung:8-Gang-Automatikgetriebe (Allradantrieb)
Hubraum:2.987 cm³
max. Leistung:202 kW / 275 PS
Beschleunigung von 0-100 km/h:6,9 s
Durchschnittsverbrauch auf 100 km (kombiniert):7,2 l
Höchstgeschwindigkeit:230 km/h
Abmessungen (L x B x H):5.003 x 1.968 x 1.679 mm

 

Text: AS
Fotos: AS

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