Ein Ferrari ist ein schönes, schnelles und selten anzutreffendes Auto. Dies gilt ebenso für den Ferrari California. Also Cabriolet mit versenkbarem Hardtop versucht der Italiener den Spagat zwischen offenem Cruiser und geschlossenem Sportwagen zu meistern. Ob dem Ferrari California das gelingt, erfährst Du in meinem Fahrbericht.

Autos des italienischen Sportwagenbauers Ferrari sind für mich seit Jahren umgeben von in einer Aura aus Exklusivität, Schönheit und Sportlichkeit. Nur wenige Autohersteller haben es bisher geschafft, ihren Markenkern über die Jahre derart konstant aufrecht zu halten. Ferrari gelingt es mit jedem neuen Modell, diese Eigenschaften neu zu komponieren und ein einzigartiges Fahrzeug auf die Räder zu stellen. So ist es auch beim Ferrari California.

Ferrari California im Fahrbericht

Ferrari California überzeugt mit offenem und geschlossenem Verdeck

Der Ferrari California kommt als zunächst Cabrio-Schönheit daher. Mit seiner langen Motorhaube, seinem kurzen Heck und seiner flachen Silhouette greift er den Stil eines Roadsters auf. Die schnittige Form wird von Designelementen begleitet, wie sie nur italienische Autobauer entwerfen können. Dazu zählen die tubenförmigen Rückleuchten, der Schwung über den hinteren Kotflügen und die versetzt angeordneten Auspuffrohre ebenso wie die Hutze auf der Motorhaube. Gelungen ist den Italienern das Heck. Obwohl darin ein sperriges Metalldach unterzubringen ist, wirkt es schnittig und nicht pummelig wie bei manchem französischen Autobauer. Aber auch mit geschlossenem Dach macht der Ferrari California eine gute Figur. Hier wirkt der Italiener fast wie ein richtiges Coupé.

Ferrari California im Fahrbericht

Die geschwungenen Linien mit Rundungen und Kurven sind auch im Innenraum anzutreffen. Lüftungsdüsen im Turbinendesign, eine modern gestaltete Mittelkonsole sowie zweifarbige Lederausstattung sorgen für einen unverwechselbaren Flair.

Funktionalität folgt der Form

Bei der Bedienung geht der Ferrari ebenso den italienischen Weg. Das bedeutet, die Funktionalität ordnet sich der Form unter. Am leichtesten ist noch die Bedienung des Doppelkupplungsgetriebes über Knöpfe zu verstehen. Das Infotainmentsystem vermittelt mir mit seiner Menülogik hingegen den Eindruck, als möchte es am liebsten in Ruhe gelassen werden.

Ferrari California im Fahrbericht

Auch wenn der Ferrari als 2+2 Sitzer ausgelegt ist, sind lediglich die Vordersitze für den Transport von Menschen geeignet. Aufgrund der engen Sitzschalen und dem kaum vorhanden Fußraum sind die Rücksitze als bessere Gepäckablage anzusehen. Die zusätzliche Ablagefläche ist jedoch durchaus wünschenswert. Denn der bei geschlossenem Dach gerade noch ausreichend große Kofferraum mit 340 Liter schrumpft bei offenem Verdeck auf überschaubare 240 Liter.

Vom Cabrio-Cruiser zum Sportwagen-Coupé

Unverwechselbar ist das Fahrgefühl des Ferrari California. Das Cabriolet liegt satt auf der Straße und scheint förmlich am Asphalt zu kleben. Dabei beherrscht der California das sanfte Cruisen genauso wie die Jagd nach Rundenzeiten. Mit dem Drehrädchen am Lenkrad lässt sich dabei zwischen verschiedenen Fahrmodi wählen – je nachdem ob der Fahrer auf der Landstraße oder der Rennstrecke unterwegs ist.

Bei offenem Verdeck lässt sich das wunderbare Konzert des V8-Motors am besten genießen. Er beherrscht sowohl das leichte Dahingrummeln als auch das lautstarke Brüllen, wie ich es von einem Ferrari erwarte. Mit seinen 460 PS, einer Beschleunigung von 0 auf 100 km/h in 3,9 Sekunden einen Topspeed von 310 km/h ist man jederzeit mehr als adäquat motorisiert.

Ferrari California im Fahrbericht

Der Ferrari California scheint tatsächlich in zwei Welten wandeln zu können. Ich habe den Wagen als sanften Cruiser mit offenem Verdeck auf der Landstraße bewegt. Bei anderer Gelegenheit habe ich den Italiener mit geschlossenem Hardtop und mit brüllendem Motor über die Autobahn gejagt. So unterschiedliche beide Fahrsituationen sind, so faszinierend gut beherrscht der Ferrari California beides. Anders ist es mir bei meiner Ausfahrt mit dem Aston Martin V8 Vantage ergangen, der nur „Sportwagen“ kann. Wenn Du mehr darüber erfahren möchtest, wie sich der Ferrari California auf einem geschlossenem Parkour macht, dann empfehle ich Dir einen Blick in den ausführlichen Test der Auto-Motor-und-Sport zu werfen.

Schönheit und Exklusivität hat ihren Preis

Ein Ferrari ist wahrlich kein preiswertes Vergnügen. Auch wenn der California bereits seit 2009 auf dem Markt ist, sind immer noch stattliche Preise für den Italiener zu zahlen. So müssen für einen gebrauchten Ferrari California in den Gebrauchtwagenportalen mindestens 76.000,- € bezahlt werden. Einen Überblick kannst Du Dir wie immer mit meiner vorkonfigurierten Suche verschaffen.

Leistungsdaten des von mir gefahrenen Ferrari California

Motor:Achtzylinder-Benzinmotor
Kraftübertragung:Siebengang-Doppelkupplungsgetrieb (Heckantrieb)
Hubraum:4.297 cm³
max. Leistung:338 kW / 460 PS
Beschleunigung von 0-100 km/h:3,9 s
Durchschnittsverbrauch auf 100 km (kombiniert):13,1 l
Höchstgeschwindigkeit:310 km/h
Abmessungen (L x B x H):4.563 x 1.902 x 1.308 mm

Text: AS
Fotos: AS

2 Kommentare

  1. Hallo,
    ein toller Bericht von einem tollen Auto!!
    Solch einen schönen Wagen mal sein eigen zu nennen, wäre mal was.
    Aber der Benzinverbrauch – Durchschnittsverbrauch auf 100 km (kombiniert): 1,31 l
    ist schon etwas wenig, oder? 😉

    Grüße,
    Jürgen

    • Hallo Jürgen,
      vielen Dank für Deinen Kommentar.
      Den Tippfehler beim Verbrauch habe ich natürlich gleich korrigiert!
      Viele Grüße,
      Alexander

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