Bis zu 225 km/h schnelle Autos, Beschleunigung von 0-100 km/h in 2,9 Sekunden, Motorsportflair und dennoch sind kaum Motorgeräuschen zu hören oder Abgase zu riechen – Wie kann das sein? Am vergangenen Wochenende konnte man das beim siebten und achten Rennen der Formel E in Berlin erleben. Die Rennserie gastierte damit zum dritten Mal in der deutschen Hauptstadt. Ich konnte beim 8. Rennen der Formel E als Zuschauer live dabei sein.

Spannend wie die Formel 1 vor vielen Jahren

Die Formel E ist heute für mich das, was die Formel 1 vor 20 Jahren für mich wahr: Aufregender Motorsport. Die Formel E gibt es seit etwa 3 Jahren und wird mit ausschließlich elektrisch angetrieben Rennwagen gefahren. Die Rennen sind für die Zuschauer bezahlbar (rd. 50 Euro für einen guten Sitzplatz) und finden in interessanten Austragungsorten (z.B. New York oder Montreal) statt. Unter den Fahrern befinden sich einige aus der Formel 1 bekannte Namen, wie Nick Heidfeld oder Nelson Piquet. Training, Qualifying, Rennen und Siegerehrung finden kompakt an einem Tag statt. Und das für mich geniale: Die Zuschauer können auf das Rennen Einfluss nehmen.

Mit dem FanBoost das Rennen bestimmen

Nach dem Rennstart kann man über die sozialen Medien (Twitter) für seinen Lieblingsfahrer voten. Die drei Fahrer mit den meisten Votes erhalten gegen Mitte des Rennens den so genannten „FanBoost“. Damit können die Fahrer nach eigenem Bedarf für kurze Zeit zusätzliche Motorleistung aktivieren, um z.B. das entscheidende Überholmanöver zu meistern. Geschickt eingesetzt kann der FanBoost rennentscheidend sein.

Auch ohne den FanBoost ist das Rennen spannend. So müssen alle Fahrer gegen Mitte des Rennens die Autos wechseln, weil die Akkus nur genug Leistung für die halbe Renndistanz haben. Dabei kann natürlich einiges schief gehen, so wie beim achten Rennen in Berlin. Hier hat Nick Heidfeld beim Einfahren in die Box den erstplatzierten Felix Rosenqvist gekreuzt und blockiert. Der Fehler hat Rosenqvist schließlich den Sieg gekostet.

Formel E am besten selbst erleben

Neben der Spannung während des Renntages gefällt mir am besten, dass die Rennen im Vergleich zur Formel 1 kürzer sind. So dauerte das Rennen in Berlin nur eine Stunde. Zusammen mit dem Training, Qualifying sowie den Ausstellern und Livemusik kann man beim Besuch der Formel E also einen erlebnisreichen Tag verbringen.

Wer also bisher keinen Kontakt mit der Formel E hatte, sollte sich probeweisen ein Rennen anschauen und eine Meinung bilden. Übrigens wird die Formel E inzwischen auch im Fernsehen (bei DMAX und Eurosport 1) übertragen.

Technische Daten der Formel-E-Rennautos

Motor:Elektromotor
Kraftübertragung:sequentielles Getriebe (Heckantrieb)
max. Leistung:200 kW / 270 PS (Qualifying)
170 kW / 231 PS (Rennen)
Beschleunigung von 0-100 km/h:2,9 s
Batteriekapazität:28 kWh
Höchstgeschwindigkeit:225 km/h (abgeregelt)

 

Kommentiere diesen Artikel

Please enter your comment!
Please enter your name here