Heute starte ich mit einem weiteren Beitrag meines Ratgebers zum Kauf eines Gebrauchtwagens. Hierin wird es um die Suche nach Deinem Wunschfahrzeug gehen.

Annoncen in Zeitschriften und Zeitungen spielen heute kaum noch eine Rolle bei der Fahrzeugsuche. Aus meiner Erfahrung werden in Printmedien meist nur noch exotische und/oder sehr teure Fahrzeuge angeboten. Wenn man dann doch Fahrzeugannoncen in einer Zeitschrift entdeckt, handelt es sich meist um ein spezielles Blatt für eine bestimmte Zielgruppe, wie z.B. für Fahrer von Oldtimern. Das größte Angebot ist heutzutage online zu finden.

Online suchen

In der Regel wird Dich Deine Suche zu den zwei großen Gebrauchtwagenbörsen – Mobile.de und Autoscout24 – führen. Daneben gibt es natürlich noch kleinere Portale, wo Du ein gebrauchtes Auto finden kannst. Hierzu zählt z.B. pkw.de. Da aber Mobile.de und Autoscout24 permanent ein sehr großes Angebot haben (jeweils mehr als 1 Mio. Fahrzeuge zeitgleich im Angebot), empfehle ich Dir mit der Suche dort zu beginnen. Hier kannst Du Dir mit der ausgefeilten Such- und Filterfunktion schnell einen Überblick über das Angebot und Preisniveau für Dein Wunschauto verschaffen. Oft wirst Du ein und dasselbe Fahrzeug auch bei beiden Portalen finden. Auf beiden Portalen inserieren neben Händlern auch Privatleute. Entsprechend unterschiedlich ist die Qualität der Anzeigen mit Fotos und Fahrzeugbeschreibung.

Tipp:

Wenn Du Dein neues gebrauchtes Auto nicht sofort kaufen möchtest und Du noch etwas Zeit hast, nutze die Parkplatzfunktion auf beiden Portalen. Diese kannst Du erst nach dem Einrichten eines Accounts verwenden. Hier kannst Du Fahrzeuge, die Dich interessieren „parken“ und somit leichter beobachten. Außerdem erhältst Du schnell einen Überblick, ob Dein Wunschauto im Preis gefallen ist oder bereits verkauft wurde. Wenn Du die Apps der beiden Portale nutzt, erhältst Du bei geparkten Fahrzeugen sogar automatische Benachrichtigungen sobald der Preis fällt.

Daneben gibt es natürlich noch die Gebrauchtwagenbörsen auf den Webseiten der Autohersteller. Hier inserieren in der Regel nur entsprechende Vertragshändler. Darin entdeckst Du vermutlich ebenso Fahrzeuge, die Du schon bei Mobile.de oder Autoscout24 gesehen hast. Ich schaue hier so gut wie gar nicht vorbei.

Auch die Händler selbst bieten auf ihren eigenen Webseiten meist eine Gebrauchtwagensuche an. Hierbei werden die Gebrauchtwagenbörsen der Hersteller oder direkt Mobile.de oder Autoscout24 eingebunden.

Kurz um: Aufgrund des Angebots kommst Du irgendwie an den beiden bekannten Gebrauchtwagenbörsen kaum vorbei.

Beim Händler oder von „Privat“ kaufen?

Eine viel zitierte Volksweisheit ist, dass der Gebrauchtwagenkauf „Vertrauenssache“ ist. Wem sollst Du aber mehr vertrauen – einem Händler oder einer Privatperson? Sowohl der Kauf bei einem Händler als auch der Kauf bei einer Privatperson bringen unterschiedliche Vorteile mit sich.

So ist ein Händler verpflichtet, bei einem Defekt am gekauften Auto im Rahmen der gesetzlichen Sachmängelhaftung für ein Jahr gerade zu stehen. Innerhalb der ersten sechs Monate gilt dabei sogar die so genannte Beweislastumkehr. Dabei wird davon ausgegangen, dass der Mangel bereits seit dem Kauf des Fahrzeugs bestand. Dies wiederum hat zur Folge, dass der Händler den Mangel zu vertreten hat und beseitigen muss. Nach den ersten sechs Monaten musst Du ggf. nachweisen, dass der Mangel seit dem Autokauf besteht. In der Regel schlägt sich diese Gewährleistung auch in einem leicht höheren Fahrzeugpreis nieder.

Auch der Kauf von Privat hat seine Vorteile. Im Gegensatz zum Händler ist hier in der Regel mit dem Kaufvertrag die Haftung für Sachmängel am Auto ausgeschlossen. Dafür lässt sich leichter ein günstigerer Preis verhandeln. Auch ist das Angebot gerade an älteren Fahrzeugen oder an Fahrzeugen mit hoher Laufleistung größer.

Tipp:

Vorsicht bei Personen, die ein gebrauchtes Auto „im Kundenauftrag“ oder „für einen Bekannten“ verkaufen! Manche Händler versuchen auf diese Weise die gesetzliche Sachmängelhaftung zu umgehen. Hier kann es hilfreich sein den Vorbesitzer in Erfahrung zu bringen (z.B. aus dem Checkheft oder der Zulassung) und mit diesem in Kontakt zu treten.

Im Großen und Ganzen sollte Dir der Gesamteindruck vom Verkäufer – ob nun Privat oder Gewerblich – und vom Fahrzeug ein gutes Gefühl geben. Sollte das nicht der Fall sein, versuch Dein Glück möglichst woanders.

 

Gerne kannst Du Dir auch meine kostenlose Gebrauchtwagen-Checkliste anfordern.

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