Der nächste Beitrag meines Ratgebers für ein gutes gebrauchtes Auto möchte ich dem Thema Reifen widmen.

Beim Kauf Deines neuen Gebrauchtwagens solltest Du einen besonderen Blick auf die Reifen werfen. Sind die Reifen an Deinem ausgesuchten Auto nicht in Ordnung, ist das nicht nur ein Grund den Preis neu zu verhandeln, sondern auch ein sicherheitsrelevantes Merkmal. Die Reifen sind der einzige Kontakt zwischen Auto und Straße. Wusstest Du, dass die Auflagefläche eines Reifens auf der Straße gerade mal so groß ist wie Deine Handfläche. Über diese Fläche werden sowohl die Antriebskräfte als auch die Lenkbewegungen übertragen. Gibt es also Probleme mit Deinen Reifen, wirst Du auch schnell Probleme beim Fahren – gerade bei schwierigen Wetterbedingungen – haben.

Auf folgende Auffälligkeiten an den Reifen solltest Du achten:

Reifenprofil prüfen

Ist das Profil stark abgefahren, muss der Reifen bald ausgetauscht werden. Der Gesetzgeber schreibt als Mindestprofiltiefe nur 1,6 mm vor. Um sicher im Straßenverkehr unterwegs zu sein, wird eine Reifenprofiltiefe von mindestens 3-4 mm empfohlen.

Um ein gutes gebrauchtes Auto zu finden solltest Du auch dem Profil des Reifens Deine Aufmerksamkeit widmen. Ist auf allen vier Reifen des Autos das selbe Profilmuster vorzufinden oder unterscheiden sich die Profilmuster von Reifen zu Reifen. Wichtig ist, dass zumindest auf den Achsen jeweils Reifen mit dem gleichen Profil und auch der gleichen Profiltiefe aufgezogen sein sollten.

Außerdem lohnt auch ein Blick darauf, ob das Reifenprofil gleichmäßig abgefahren oder das Profil auf einer Seite mehr verschlissen ist. Letzteres ist ein Hinweis darauf, dass die Spur des Autos verstellt ist und der Reifen nicht gleichmäßig auf der Straße aufliegt. Mittels einer Achsvermessung muss dann die Spur in einer Werkstatt neu eingestellt werden.

Tipp:

Bei der Besichtigung des Wagens kannst Du mit einer 1€-Münze die Profiltiefe der Reifen ganz einfach überprüfen. Stecke die Münze hochkant einfach in die Rillen des Reifenprofils. Ist dabei der goldene Rand der 1€-Münze nicht mehr zu sehen, ist die Profiltiefe ausreichend. Je mehr der goldene Rand der Münze zu sehen ist, desto eher musst Du mit dem Austausch des Reifens rechnen. Denke daran möglichst alle Reifen zu überprüfen.

Alter der Reifen

Ein weiteres wichtiges Merkmal ist das Alter der Reifen. Insbesondere der Gummi im Reifen altert durch Sonnenstrahlung und Witterungseinflüsse, so dass ein Reifen mit der Zeit immer mehr aushärtet. Hierdurch hat der Reifen nicht mehr so guten Gripp, so dass z.B. die Räder schneller durchdrehen oder Du bei schlechtem Wetter schneller ins Rutschen kommst. In der Regel sollte ein Reifen ausgetauscht werden, wenn er älter als 7-8 Jahre ist.

Tipp:

Das Alter der Reifen kannst Du an der so genannten DOT-Nummer nachvollziehen. Diese gibt das Produktionsdatum an und ist auf der Seitenwand bzw. Flanke des Reifens in den Gummi geprägt. Die DOT-Nummer wird mit 4 Ziffern angegeben – z.B. in der Form (5011). Dabei stehen die ersten beiden Ziffern für die Kalenderwoche und die letzten beiden Ziffern für das Jahr. An meinem Beispiel wurde der Reifen also in der 50. Kalenderwoche im Jahr 2011 hergestellt.

Zustand allgemein

Wichtig ist für ein gutes gebrauchtes Auto auch der äußere Zustand des Reifens sowie dessen Gesamteindruck. So sind Beulen und Abschürfungen am Gummi an der Seitenwand bzw. Flanke des Reifens ein Anzeichen dafür, dass der Reifen beim Fahren „unschönen“ Kontakt mit dem Bordstein hatte. Auch auf Risse im Profil des Reifens solltest Du achten. Dies können Anzeichen dafür sein, dass der Reifen in seiner inneren Struktur schwer beschädigt ist.

 

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