In meinem neuen Beitrag meines Ratgebers für ein gutes gebrauchtes Auto geht es um die äußere Schutzschicht des Autos – die Lackierung. Der Lack und insbesondere seine Farbe ist nicht nur ein Designelement, sondern hat auch eine wichtige Schutzfunktion für die jeweils darunterliegenden Karosserieteile. So ist der Lack aus mehreren Schichten aufgebaut und besteht zu unterst aus der sogenannten Grundierung, darauf kommen als nächstes der Füller, der Farb- bzw. Basislack und schließlich der Klarlack. Diese ganzen Schichten sind zusammen gerade mal 1 mm dick.

Die richtige Farbe wählen

Bei der Wahl der Farbe für Dein perfektes gebrauchtes Auto solltest Du neben Deinem Geschmack einiges bedenken. Dunkle Farben, wie schwarz oder dunkelblau, wirken sehr edel. Gleichzeitig sieht man darauf auch schnell Kratzer oder Schrammen. Bei hellen Farben, wie weiß oder gelb, sieht man eher den Schmutz und Staub. Ein Spezialfall ist die Farbe Rot. Roter Lack leidet stark unter Witterungseinflüssen und kann nach einigen Jahren ausgeblichen und matt aussehen. Sehr „gutmütige“ Farben sind Silber oder Grau. Hier sieht man sowohl Kratzer als auch Schmutz nicht so schnell, so dass Dein Auto auch bei intensiver Nutzung meistens noch einen gepflegten Eindruck macht.

Tipp:

Wenn Du Dein Wunschfahrzeug nur für einen absehbaren Zeitraum fahren möchtest, bedenke beim Fahrzeugkauf bereits den Wiederverkauf. Klassische Farben wie Silber oder Schwarz sind weniger der Mode unterworfen und lassen sich somit besser verkaufen. Modefarben hingegen – wie zuletzt Rot oder Weiß – können den späteren Fahrzeugverkauf erschweren. Gleichzeitig sind solche Farben zum Teil auch jetzt schon nicht mehr leicht zu verkaufen, so dass Du ein Argument hast um den Verkaufspreis zu drücken.

Lackzustand prüfen

Der Lackzustand gibt Dir einen Einblick in die Fahrzeugnutzung. Macht der Lack einen gepflegten Eindruck wurde meist auch das Auto gut behandelt und vermutlich regelmäßig gewaschen oder sogar gewachst und hat vielleicht auch in einer Garage gestanden. Viele Kratzer und Schrammen sprechen eher für einen Wagen, der wenig Pflege bekommen hat und/oder auch oft genutzt wurde. Auch können diese Lackschäden ein Zeichen dafür sein, dass das Auto ein sogenannter „Laternenparker“ war, also regelmäßig draußen auf der Straße geparkt wurde. Hier war der Lack den Witterungseinflüssen (und auch den Einparkkünsten der anderen Autofahrer) ausgesetzt. Auch andere Lackschäden können ein Indiz für die Nutzung des Fahrzeugs sein. So könnten beispielsweise viele Steinschläge auf der Motorhaube darauf hindeuten, dass der Wagen meist auf der Autobahn im Einsatz war.

Tipp:

Versuche den von Dir ausgesuchten Wagen möglichst im Sonnenlicht anzuschauen. Parke ihn am besten direkt im Sonnenlicht und Du wirst schnell alle Lackschäden entdecken. Vermeide es möglichst Dir Dein mögliches gebrauchtes Auto kurz nach einem Regenschauer anzuschauen. Die vielen Regentropfen auf dem Lack machen das Entdecken von Kratzer, Schrammen und Dellen schier unmöglich.

Tipp:

Lackunterschiede erkennst Du auch bei weniger gutem Licht, wenn Du aus verschiedenen Perspektiven auf den Lack schaust. Hierzu solltest Du möglichst nicht frontal auf die einzelnen Karosserieteile (wie z.B. Motorhaube oder Tür) schauen, sondern in einem spitzen Winkel der Länge nach. Auf diese Weise erkennst Du schnell Unebenheiten in der Lackierung. Hierzu ein Beispiel: Hocke Dich vor das linke Vorderrad und schaue dann nach rechts entlang der gesamten Fahrzeugflanke. Achte dabei auf alle Unregelmäßigkeiten in der Oberfläche wie Wellen oder stumpfe Stellen.

Tipp:

Um Ausbesserungen am Lack zu entdecken, achte auch auf Spuren von Lackierarbeiten. Gerade wenn vor dem Lackieren das Auto nicht gut abgeklebt wurde, entdeckst Du häufig an Gummidichtungen, Reifen oder Kunststoffteilen Farbspuren.

 

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