Der neue Beitrag zum Thema „Wie Du ein gutes gebrauchtes Auto findest“ befasst sich mit dem Herzstück des Autos – dem Motor. Hier kannst Du mit einem geschulten Auge erste Mängel erkennen und diese zur Beurteilung des Autos heranziehen und z.B. dem Verkäufer gezielt Fragen stellen. Außerdem gehen Reparaturen am Motor schnell ins Geld. Daher solltest Du auf folgende Dinge einen Blick werfen:

Allgemeinzustand

Es mag absurd klingen, aber bei einem Gebrauchtwagen einen sauberen bzw. gereinigten Motor vorzufinden ist meist kein gutes Zeichen. Dies kann bedeuten (muss aber nicht), dass der Verkäufer etwas verbergen will. Besser ist ein schmutziger Motor, denn hier sieht man schnell ob irgendwelche Flüssigkeiten ausgetreten sind bzw. der Motor Öl oder Kühlflüssigkeit verliert.

Tipp:

Es lohnt sich auch bei laufendem Motor einen Blick in den Motorraum zu werfen. Bei einem unrunden Lauf, seltsamen Geräuschen oder starken Vibrationen solltest Du hellhörig werden. Alle aufgezählten Symptome können ein Anzeichen für einen teuren Defekt am Motor sein.

Tipp:

Nach einer Probefahrt solltest Du ruhig noch einmal in den Motorraum und auch unter das Fahrzeug schein. Es kann sein, dass manche Defekte und Undichtigkeiten sich erst jetzt bemerkbar machen.

Auch gewisse Wartungsarbeiten werden von den Werkstätten neben dem Serviceheft zusätzlich noch einmal im Motorraum mittels Anhänger oder Aufkleber dokumentiert.

Tipp:

Mindestens ein Zettel zum letzten bzw. zum nächsten Ölwechsel sollte zu finden sein. Gleiche diese Daten mit dem (sofern vorhandenen) Serviceheft ab.
Bei Motoren mit Zahnriemenantrieb wird meist auch der letzte Zahnriemenwechsel im Motorraum mittels eines Aufklebers dokumentiert. Auch hier solltest Du ein Abgleich mit den im Serviceheft vorgeschriebenen Intervallen vornehmen.

Betriebsflüssigkeiten des Motors

Essenziell für den Motor sind neben Kraftstoff eine vernünftige Schmierung durch Öl sowie Kühlung durch Kühlflüssigkeit. Aber auch andere Betriebsflüssigkeiten, wie Bremsflüssigkeit und Scheibenreiniger sind im Motorraum in jeweils separaten Behältern zu befinden.
Die Behälter lassen sich meist gut unterscheiden. Die jeweilige Funktion der Flüssigkeit ist in den Deckel des Einfüllstutzens geprägt.

Motoröl prüfen

Ohne ausreichende Ölschmierung läuft im Motor nichts. Reist der Schmierfilm während der Motor läuft ab, entsteht hohe Reibung und der Motor kann sich festfressen. Die Folge ist ein kapitaler Motorschaden.

Tipp:

In der Regel hat ein gebrauchtes Auto heutzutage noch einen Ölmessstab. Hier kannst Du die Füllmenge des Öls ganz einfach prüfen: Ölmessstab rausziehen, erst einmal mit einem Taschentuch abwischen, dann noch einmal bis zum Anschlag reinstecken und nochmals rausziehen. Am Ende des Ölmessstabs ist eine Skala (Min./Max.) eingeprägt. Der Ölfilm auf dem Messstab sollte zwischen Min. und Max. liegen.
Bei einigen modernen Autos (z.B. bei BMW) gibt es keinen Ölmessstab mehr. Hier lässt sich der Ölstand über das Menü des Bordcomputers überprüfen.

Auch den Ölzustand kannst Du überprüfen, in dem Du den Deckel des Öleinfüllstutzens aufschraubst und Dir den Deckel von unten anschaust. Achtung: Du solltest den Deckel erst nach ca. 10 Minuten, nachdem Du den Motor abgestellt hast, öffnen (Verletzungsgefahr). Ist an dem Deckel Schlamm oder Schleim zu sehen, kann dies auf einen fehlenden Ölwechsel, altes Motoröl oder sogar auf einen Defekt des Motors hinweisen.

Kühlflüssigkeit kontrollieren

Kühlflüssigkeit ist neben Kraftstoff eine weitere essentielle Flüssigkeit für einen gesunden Motorlauf. Ohne ausreichende Kühlung läuft der Motor zwar noch eine Weile, kann aber durch die nicht abgeführte Verbrennungshitze überhitzen und schweren Schaden nehmen.

Tipp:

Der Kühlflüssigkeitsstand lässt sich meist von außen, anhand einer aufgedruckten Skala auf dem Kühlmittelbehälter prüfen. Er sollte zwischen Min. und Max. liegen. Achtung: Bei warmen Motor steht der Kühlkreis unter Druck und es besteht beim Öffnen des Einfüllstutzens Verletzungsgefahr.

Bremsflüssigkeit checken

Bremsflüssigkeit hat mit dem Motorlauf nicht direkt etwas zu tun, ist aber für eine sichere Teilnahme am Straßenverkehr wichtig. Fehlt z.B. Bremsflüssigkeit oder ist diese zu alt, kann kein ausreichender Bremsdruck aufgebaut werden und das Auto verzögert nur sehr wenig bis gar nicht.

Tipp:

Auch der Bremsflüssigkeit solltest Du kurz Deine Aufmerksamkeit widmen. Meist kannst Du hier analog zum Kühlmittel den Füllstand außen am Behälter ablesen. Auch dieser sollte zwischen Min. und Max. liegen.

Batterie anschauen

Um ein möglichst gutes gebrauchtes Auto zu identifierzien, gehört auch Blick auf die Starterbatterie. In einer klassischen Blei-Batterie wird durch eine chemische Reaktion zwischen Blei und Säure Energie gespeichert.

Tipp:

Hier solltest Du darauf achten, dass das Batteriegehäuse unbeschädigt ist, anderenfalls kann Säure austreten. Die Batteriepole sollten nicht oxidiert sein, damit ein guter Stromfluss gewährleistet ist.

 

Gerne kannst Du Dir auch meine kostenlose Gebrauchtwagen-Checkliste anfordern.

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