Der neue Beitrag meines Ratgebers „Wie Du ein gutes gebrauchtes Auto findest“ befasst sich mit dem Fahrwerk des Autos. Vom Antrieb überträgt das Fahrwerk die Kräfte des Motors auf die Reifen bzw. die Straße und auch die Lenkbewegungen werden durch das Fahrwerk über die Reifen umgesetzt. Daher ist es sehr wichtig während einer Probefahrt das Fahrwerk Eures Wunschfahrzeugs genau zu überprüfen.

Federn/Dämpfer testen

Wichtige Elemente des Fahrwerks sind Federn und Dämpfer. Federn ermöglichen dem Auto nach einer Bodenwelle zu schwingen. Die Dämpfer sorgen dafür, dass das Schwingen der Federn schnell wieder gestoppt wird.

Tipp:

Die Federn kontrollierst Du am besten, in dem Du Dir die Federn im jeweiligen Radkasten (hinter den Rädern) anschaust. Entdeckst Du Rost oder, das eine Feder einen Riss hat, deutet dies auf Reparaturbedarf und schlechte Fahreigenschaften hin.

Tipp:

Die Dämpfer kannst Du bereits im Stand überprüfen. Drücke hierzu an einer Fahrzeugkante auf ein stabiles Karosserieteil, z.B. vorne links auf den Kotflügel, so dass das Auto an dieser Stelle einfedert. Wenn das Auto nur einmal nachschwingt, ist der Dämpfer in Ordnung. Schwingt der Wagen jedoch mehrfach nach und sieht der Dämpfer (beim Blick in den Radkasten) auch noch feucht aus, ist er vermutlich defekt und muss ausgetauscht werden.  Diese Prüfung kannst Du für alle vier montierten Dämpfer an jeder Fahrzeugecke wiederholen.

Bremsen prüfen

Ein gebrauchtes Auto mit defekten Bremsen ist lebensgefährlich. Daher solltest Du die Bremsen bereits im Stand auf erste Schäden prüfen. Siehst auf den Bremsscheiben starke Riefen oder Rillen, müssen entweder die Bremsklötzer oder auch die Bremsscheiben ausgetauscht werden. Flugrost auf den Bremsscheiben ist hingegen kein Problem. Dieser wird durch die Bremsklötze beim ersten Bremsen abgerieben.

Tipp:

Am ehesten merkst Du aber den Zustand der Bremsen bei einer Probefahrt – und zwar mit einer starken Bremsung auf freier Strecke oder einem freien Parkplatz. Vorher bitte in den Rückspiegel schauen, dass keiner hinter Dir ist! Wenn Du bremst und auf das Bremspedal trittst, sollten bereits nach einem Drittel des Pedalwegs die Bremskräfte einsetzen und das Auto verzögern. Solltest Du mehrfach auf das Bremspedal treten müssen, bevor der Wagen verzögert, ist vermutlich Luft im System oder die Bremsflüssigkeit nicht in Ordnung. Während des Bremsvorgangs solltest Du darauf achten, dass das Auto nicht versetzt bzw. zur Seite zieht. Sollte so etwas auftreten, funktioniert die Bremsanlage nicht gleichmäßig auf allen Seiten.

Tipp:

Die Handbremse kannst Du am besten an einer leichten Steigung ausprobieren. Einfach anziehen, Gang rausnehmen (bzw. bei Automatik auf N stellen) und sehen, ob der Wagen stehen bleibt oder beginnt weg zu rollen. Bis die Wirkung der Handbremse eintritt, sollte auch der Hebelweg nicht allzu lang sein (< 10 Rast-Schritte).

Lenkung und Spur

Die Lenkung überträgt mittels einer Mechanik die Drehkräfte des Lenkrades auf die Vorderräder. Den Zustand der Lenkung überprüfst Du wie bei den Bremsen am besten während der Probefahrt.

Tipp:

Schlage hierfür zunächst die Lenkung beim langsamen Rollen (z.B. auf einem freiem Parkplatz) oder auch im Stand voll einmal nach links und rechts ein. Wenn es hierbei knackt oder die Lenkung seltsame Geräusche von sich gibt, naht vermutlich eine Reparatur.

Während des Fahrens solltest Du darauf achten, ob der Wagen sauber geradeaus fährt oder ob er nach einer Seite zieht und Du stetig gegenlenken musst. Dann ist entweder etwas an der Lenkung defekt oder die Trägerteile im Fahrzeug sind (z.B. durch ein Schlagloch) verzogen, so dass die Spur verstellt ist. Auch dies erfordert Reparaturen am Fahrwerk und eine Achsvermessung.

 

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