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Das Getriebe ist eines der wichtigsten Bauteile eines Autos. Entsprechend teuer kann ein Schaden daran werden. In diesem Beitrag zeige ich Dir 5 vermeidbare Fehler auf, die einem teuren Getriebeschaden vorbeugen können

Das Getriebe sorgt je nach Drehzahl für eine unterschiedliche Übersetzung der Antriebskräfte vom Motor auf die Räder. Im Wesentlichen gleicht das Getriebe damit die begrenzte Drehzahlspanne des Motors aus und ermöglicht so, mit dem gleichen Drehzahlspektrum des Motors unterschiedlich schnell fahren zu können.

Hierfür hat das Getriebe unterschiedliche Gänge mit unterschiedlichen Übersetzungen. Um die Gänge jeweils wechseln zu können, braucht das Getriebe eine Unterbrechung des Kraftflusses zwischen Motor und Antrieb. Bei einem Schaltgetriebe erfolgt die Kraftunterbrechung in der Regel durch eine manuelle Kupplung. Bei einem Automatikgetriebe sitzt an der Stelle der Kupplung ein Drehmomentwandler (vielleicht interessiert Dich auch mein Beitrag Schaltgetriebe oder Automatik).

Bei der Übertragung der Antriebskraft vom Motor auf die Räder ist das Getriebe hohen Belastungen ausgesetzt. Bei pfleglichem Gebrauch kann ein Schaltgetriebe ein Autoleben lang halten. Bei falscher Bedienung kann es zu teuren Schäden am Getriebe kommen. In diesem Beitrag will ich Dir Tipps mit an die Hand geben, wie Du Dein Getriebe pfleglich behandelst und beschreibe Dir anhand von fünf typischen Fehlern, was Du in jedem Fall vermeiden solltest.

Fehler 1: Schalten ohne richtig zu kuppeln

Mit das Schlimmste, was Du einem Getriebe antun kannst, ist zu schalten ohne dabei die Kupplung richtig zu betätigen. Um verschleißfrei zwischen den Gängen Schalten zu können, muss die Antriebskraft kurzzeitig vom Getriebe abgekoppelt werden. Dies geschieht mit der Kupplung. Meist lässt sich der gewünschte Gang aufgrund der Drehzahlunterschiede ohne zu kuppeln gar nicht erst einlegen. Wenn es doch klappt, geht es mit einem metallisch knarzenden Geräusch einher, wenn die einzelnen Zähne der Zahnräder aneinander krachen. Also immer ans Kuppeln denken, bevor Du schalten möchtest.

Fehler 2: Vom Vorwärts- in den Rückwärtsgang schalten, ohne den Wagen vollständig zu stoppen

Was das Schaltgetriebe ebenfalls nicht mag, ist, wenn von einem Vorwärts- in den Rückwärtsgang geschaltet wird, ohne dass der Wagen zum Stillstand gekommen ist. Auch das dankt das Getriebe in der Regel mit einem lauten Knarz-Geräusch. In diesem Fall soll die letzte Vorwärtsbewegung des Autos plötzlich in eine Rückwärtsbewegung überführt werden. Das Geräusch erklärt sich so, dass das Getriebe in der Übertragung der Vorwärtsbewegung noch nicht zum Stillstand gekommen ist. Daher sollte der Wagen immer erst komplett zum Stehen gebracht werden, bevor in den Rückwärtsgang geschaltet wird. 

Fehler 3: Gänge beim Schalten überspringen

Weniger zuträglich für das Getriebe ist es außerdem, immer wieder einzelne Gänge – insbesondere beim Hochschalten – zu überspringen (beispielsweise in dem Du direkt vom ersten in den dritten Gang schaltest). Hierdurch müssen die Zahnräder größere Unterschiede an Kraft und Drehgeschwindigkeit ausgleichen. Außerdem werden die Zahnräder des Schaltgetriebes bei dieser „Gangart“ nicht gleichmäßig benutzt. Beide Faktoren können langfristig einen Getriebeschaden nach sich ziehen.

Fehler 4: Gänge zu schnell wechseln

Gerade sportliche Fahrer versuchen, die Zeit zum Schalten möglichst kurz zu halten. Dabei werden die Gänge über den Schalthebel möglichst schnell – am besten innerhalb einer Sekunde gewechselt. Beim Schaltvorgang wird im Getriebe über die Schaltmuffe von einem Gang in den nächsten gewechselt. Da sich das zuletzt benutzte Getriebezahnrad aber mit einer anderen Geschwindigkeit dreht, als dasjenige, welches jetzt ausgewählt werden soll, muss dieser Geschwindigkeitsunterschied über die sogenannten Synchronringe ausgeglichen werden. Die Synchronringe wirken dabei wie Kupplungen und bremsen bzw. beschleunigen das jeweilige Zahnrad. Hierfür benötigt der Synchronring einen kurzen Moment. Wenn der Fahrer nun zu schnell schaltet, kann die Belastung für den Synchronring sehr groß werden, so dass dieser stärker verschleißt oder im schlimmsten Fall sogar bricht. Daher ist es ratsam, beim Gangwechsel nicht zu ambitioniert vorzugehen und der Mechanik im Getriebe die Zeit zu geben, die sie braucht.

Fehler 5: Die Hand regelmäßig auf dem Schalthebel ablegen

Auch wenn es sportlich wirkt und bei manchem die Mittelarmlehne ersetzt, solltest Du darauf verzichten die Hand zu oft auf dem Schalthebel liegen zu lassen. Durch das Gewicht der Hand und unbewusste Bewegungen wird – wenn auch nur wenig – die Schaltmuffe sowie die anderen Getriebeteile dauerhaft belastet, was wiederum zu Spannungen im Getriebe führt. Auf Dauer kann dies teure Getriebeschäden nach sich ziehen.

Neben der Vermeidung der beschriebenen Fehler ist es außerdem empfehlenswert, dass Getriebe regelmäßig im Rahmen der Wartung prüfen zu lassen. Hierzu gehört insbesondere den Getriebeölstand checken zu lassen sowie ein regelmäßiger Getriebeölwechsel im Rahmen der vom Hersteller vorgesehenen Intervalle. Zusammen mit einer sanften „Gangart“ beim Schalten solltest Du damit einem Getriebeschaden vorbeugen können.

Text: AS
Foto: pixabay.com / hrohmann (CC0)

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