Limousine haben in Deutschland einen schweren Stand. Bei uns finden Kombis, SUVs und Coupés mehr Zuspruch als die klassischste aller Autoformen – das Stufenheck. Trotz dieser eher schlechten Vorzeichen bietet Hyundai mit dem i40 seit 2012 ein Stufenheck an. Mit schwungvollem Design, Vollausstattung und günstigem Preis wollen die Koreaner damit auffallen und Kunden gewinnen. Womit das Hyundai i40 Stufenheck tatsächlich überzeugen kann, verrate ich Dir in diesem Fahrbericht.

Die koreanischen Autohersteller haben sich ganz schön entwickelt. Waren sie vor Jahren noch verkannte Außenseiter mit rustikaler Verarbeitung und sehr speziellem Design, überzeugen sie heute mit schicken, soliden Autos, die insbesondere mit ihren Garantieversprechen auf dem deutschen Markt punkten. Um näher an der europäischen Konkurrenz dran zu bleiben, haben die Koreaner extra ein Deutschland ein eigenes Entwicklungszentrum in Rüsselsheim gegründet. Dies hat maßgeblich dazu beigetragen, dass Hyundai inzwischen eine ernst zu nehmende Konkurrenz im mittleren Preissegment gegenüber VW, Ford und Opel ist. Welche Vorzüge davon im Hyundai i40 Stufenheck schlummern, verrate ich Dir in diesem Fahrbericht.

Von außen hui …

Äußerlich kann die Hyundai i40 Limousine mit ihrer schwungvollen Linie überzeugen. Von der Seite betrachtet wirkt der Wagen wie ein gespannter Bogen. Die Front wird dominiert von spitz zulaufenden Scheinwerfern sowie dem großen Kühlergrill, der ein wenig an Audis Singleframe erinnert. Die Form der Frontscheinwerfer wird auch von den Rückleuchten aufgegriffen. Das Heck wirkt dynamisch. Besonders die ausgeformte Abrisskante auf dem Heckdeckel gefällt mir gut. Insgesamt wirkt der Hyundai von außen sehr elegant auf mich.

Hyundai i40 Stufenheck 1.7 CRDi Automatik im Fahrbericht

Leider hat das schicke Design auch Nachteile. So lässt sich der Hyundai nach vorn und hinten nur schlecht einsehen. Gott sei Dank verfügt der Wagen über Parksensoren sowie eine Rückfahrkamera, die das Einparken und Rangieren erheblich erleichtern. 

… von innen – na ja

Der Innenraum greift zwar die schwungvolle Linie des Außendesigns aus, wirkt eher robust als elegant. Auch wenn die Verarbeitung gut ist, tragen insbesondere zum Teil einfache Materialien zum getrübten Qualitätseindruck bei. Besonders wenig ansprechend finde ich die großflächigen Knöpfe in der Mittelkonsole, die sich weder gut anfassen, noch schick aussehen. Natürlich hat das Interieur auch Vorzüge. Auf den vorderen Sitzen fühle ich mich gut platziert. Außerdem bieten sie ausreichend Halt. Hinten kommen auch Erwachsene gut unter.  

Hyundai i40 Stufenheck 1.7 CRDi Automatik im Fahrbericht

Aufgrund der vielen Knöpfe und der etwas rustikalen Optik war ich skeptisch, ob auch das Infotainmentsystem überzeugt. Überraschend gut klappt für mich die Bedienung des Radio- und Navigationssystems. Das Bord eigene Navigationssystem konnte ich leider nicht nutzen, da die SD-Karte mit dem Kartenmaterial abhanden gekommen war. Praktischer Weise hat das Hyundai i40 Stufenheck jedoch Android Auto an Bord, mit dessen Hilfe ich schnell mein Handy koppeln und mich über Google Maps navigieren lassen konnte.

Mit Dieselmotor und Automatik ist der Koreaner ein angenehmer Reisewagen

Das von mir gefahrene Hyundai i40 Stufenheck trägt einen Vierzylinder-Dieselmotor mit 136 PS im Bug. Die Kraftübertragung erfolgt mittels 6-Gang-Automatik an die Vorderräder. In Summe bringt der Antrieb den Koreaner tapfer und komfortabel voran. Der Motor läuft weitestgehend ruhig und wird nur unter Last knurrig. Die Automatik sortiert die Gänge passend und ruckfrei.

Hyundai i40 Stufenheck 1.7 CRDi Automatik im Fahrbericht

Beim Fahrwerk überzeugt mich der Hyundai ebenfalls. Das Fahrverhalten ist stark auf Komfort und weniger auf Sportlichkeit ausgelegt. Folglich neigt sich der Wagen etwas stärker in Kurven. Die Federung schluckt Unebenheiten gut weg. Lediglich kurze Budenwellen und Schlaglöcher gibt der Hyundai schroff an die Passagiere weiter.

In Summe ist das Hyundai i40 Stufenheck ein solider Gefährte

Auch wenn mich das schicke Äußere beim Hyundai zunächst begeistert und mehr erwarten lässt, überzeugt mich der Koreaner dennoch eher mit seinen praktischen Tugenden. Er ist ein solider Wagen mit einem guten Preis-Leistungsverhältnis. Bisher sehe ich das Stufenheck des i40 auf deutschen Straßen relativ selten. Hier ist eher der Kombi oder die Kompaktversion gefragt. Wer sich dennoch für das exotische Hyundai i40 Stufenheck begeistern kann, findet auf den Gebrauchtwagenmarkt ein sehr überschaubares Angebot. Der Einstieg ist bereits ab rund 9.000,- € möglich. Einen Überblick kannst Du Dir wie immer mit meiner vorkonfigurierten Suche verschaffen. Wenn Du Dich eher für einen SUV von Hyundai interessierst, solltest Du einen Blick in den Gastbeitrag von Sascha zum Hyundai Tucson werfen.

Leistungsdaten des von mir gefahrenen Hyundai i40 Stufenheck 1.7 CRDi Automatik

Motor:Vierzylinder-Dieselmotor
Kraftübertragung:Sechsgang-Automatik
(Frontantrieb)
Hubraum:1.685 cm³
max. Leistung:100 kW / 136 PS
Beschleunigung von 0-100 km/h:12,0 s
Durchschnittsverbrauch auf 100 km (kombiniert):5,6 l
Höchstgeschwindigkeit:200 km/h
Abmessungen (L x B x H):4.740 x 1.815 x 1.470 mm

Text: AS
Fotos: AS

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