Der Trend von der letzten IAA in 2017 setzt sich leider fort: Knappe Kassen bei den Herstellern, weniger Autobauer vor Ort und ein Messekonzept, dass sich im Umbruch befindet. Dennoch haben sich zumindest die deutschen Automobilhersteller nicht lumpen lassen. Sie haben interessante neue Modelle, ja sogar einige Weltpremieren mitgebracht. In diesem Bericht stelle ich Dir meine persönlichen Messehighlights der IAA 2019 vor.

Neuer Alpina B3

Nachdem BMW vor kurzem den neuen 3er (Baureihe G21) präsentiert hat, war es nur eine Frage der Zeit, bis Alpina daraus den B3 zaubert. Auf der IAA 2019 hat der Autoveredler aus Buchloe den neuen Alpina B3 als Touring vorgestellt. Der 3er wurde dafür von Alpina optisch mit einer anderen Front- und Heckschürzen sowie im Interieur mit Alpina-spezifischen Details aufgewertet. Unter der Haube werkelt ein Biturbo-Reihensechszylinder mit 462 PS. Die Kraft bringt der Motor dank überarbeiteter Achtgangautomatik und Allradantrieb gekonnt auf die Straße. Bestellbar ist der neue B3 ab Anfang 2020. Preise stehen bisher noch nicht fest.

IAA 2019 Aplina B3

Facelift Audi A4

Der Messestand von Audi wurde bei der IAA 2019 dominiert von Studien zu Elektromobilität. Ganz am Rande des Standes konnte ich jedoch auch das Facelift des Audi A4 (Baureihe B9) bewundern. Das Facelift ist für meinen Geschmack recht umfangreich ausgefallen. In der Seitenlinie hat der A4 einige neue Kniffe ins Blech gepresst bekommen. Die Front wurde auffällig neu mit überarbeiteten Scheinwerfern und verändertem Singleframe gestaltet. Das Heck ähnelt dem Vor-Facelift-Modell noch am meisten. Hier gibt es neben einer geänderten Leuchtgrafik der Rückleuchten nur etwas zusätzlichen Chromzierrat. Im Innenraum fällt gleich auf, dass etwas in der Mittelkonsole fehlt. Der Dreh-Drück-Steller für die Bedienung des Infotainments ist weggefallen. Zukünftig lässt sich das Infotainment nur noch per Touch oder Sprache bedienen. Darüber hinaus gibt es neue Dekore an Zierleisten und bei den Sitzpolstern. Am bisher schon guten Fahrwerk, Getriebe sowie an den Motoren wurde kaum etwas verändert.

IAA 2019 Audi A4 Facelift

Neuer BMW 1er

Erstmals live und in Farbe konnte ich mir in Frankfurt auch einen Eindruck vom neuen BMW 1er verschaffen. Der Kompaktwagen aus München übernimmt viele Designelemente des neuen 3ers. Außerdem ist die Front von der neuen Riesenniere geprägt, die BMW zuletzt mit dem 7er-Facelift sowie dem X7 eingeführt hat. Sehr gut gefallen hat mir das Innenraumdesign mit dem bereits aus den größeren Modellen bekannten großen Touchscreen. Der neue 1er BMW wird mit dem Modellwechsel auf Frontantrieb umgestellt. Ob der neue Kompakte dennoch genauso agil fährt wie sein Vorgänger mit Heckantrieb werden erste Tests herausfinden müssen.

BMW Concept 4

Ein Highlight am Stand von BMW ist die Studie Concept 4. Das rote Coupé vermittelt einen ersten optischen Eindruck des neuen BMW 4ers, dessen Modellwechsel voraussichtlich im kommenden Jahr ansteht. Der neue 4er wird demnach als nächstes Modell dem Designtrend der Münchener folgen und eine riesengroße Niere erhalten. Dies soll dazu dienen, sich zukünftig stärker vom Plattformspender 3er (der Baureihe G21) abzugrenzen. Darüber hinaus ist die Karosserie stark mit Falzen und Sicken ausmodelliert, die dem Wagen für meinen Geschmack einen stark aggressiven Charakter geben.

Ford Explorer Plug-in-Hybrid

Ford führt nach dem Ford Edge das nächste SUV-Modell, das bereits in Amerika bekannt ist, auf dem europäischen bzw. deutschen Markt ein: Den Ford Explorer als Plug-in-Hybrid. Damit ist der große Geländewagen des US-Autobauers erstmals seit 20 Jahren wieder offiziell in Deutschland erhältlich. Spannend ist der große SUV vor allen Dingen wegen seines Hybridantriebs, mit dem er der deutschen Konkurrenz, die überwiegend mit Dieselmotoren unterwegs ist, Konkurrenz machen soll. Dafür platziert Ford unter der Motorhaube neben einem V6-Benziner mit 350 PS auch noch eine 100 PS starke E-Maschine. Damit soll der SUV 40 km rein elektrisch fahren können. Insgesamt stehen 450 PS Systemleistung zur Verfügung.

IAA 2019 Ford Explorer

Neuer Ford Puma

Neben dem Ford Explorer stellt Ford noch ein weiteres SUV auf der IAA 2019 vor: Den Ford Puma. Einigen ist die Modellbezeichnung Puma vielleicht noch bekannt. Seinerzeit verkaufte Ford ein kompaktes Coupé unter diesem Namen. Nun verbirgt sich dahinter ein SUV auf Basis des Ford Fiesta. Ford möchte das kleine SUV oberhalb des Ford Ecosport und unterhalb des Ford Kugas positionieren. Der SUV wird zunächst nur mit Dreizylinder-Benziner mit 125 PS oder als Mildhybrid-Version mit 155 PS angeboten. Der Puma kann zu Preisen ab etwa 23.000,- € ab sofort bestellt werden. Auslieferungen erfolgen erst ab Anfang 2020.

IAA 2019 Ford Puma

Neuer Honda E

Neben Volkswagen stellt auch Honda sein neues Elektroauto vor: Den Honda E. Der süß ausguckende Kleinwagen bietet vier Personen Platz, wird in zwei unterschiedlichen Leistungsstufen (136 PS oder 154 PS) angeboten und hat eine Reichweite von rund 200 km. Ein Highlight des Wagens ist das digitale Cockpit, dass sich über mehrere Displays fast über die gesamte Breite des Innenraums erstreckt. Darunter sind außerdem zwei Displays, die als Ersatz für die Außenspiegel dienen und auf die ein entsprechendes Kamerabild eingespielt wird. Die Preise beginnen bei 33.850,- €.

IAA 2019 Honda E

Neuer Hyundai i10

Die Koreaner stellen auf der IAA 2019 ihren neuen Kleinwagen i10 vor. Die dritte Generation des Stadtflitzers wartet mit großem Infotainment und wichtigen Assistenzsystemen auf. Zum Marktstart wird es zunächst zwei Dreizylinder-Benziner mit 67 PS oder 84 PS geben. Die Preise beginnen bei knapp 11.000,- €.

IAA 2019 Hyundai i10

Neuer Land Rover Defender

Nachdem das Urgrstein eines Geländewagens 2016 eingestellt wurde, war zeitlang ungewiss wann es einen Nachfolger geben und wie dieser aussehen wird. Nun haben die Briten das neue Modell auf der IAA 2019 vorgestellt. Der neue Defender ist nicht nur einfach eine Überarbeitung des Klassikers, sondern eine komplette Neuentwicklung mit neuem Design und eigenständigem Charakter. Wie sein Vorgänger ist auch der neue Defender mit kurzem und langem Radstand erhältlich. Der Innenraum wirkt mit seinen Displays modern und einladend, behält sich aber einen rustikelen Charne bei (z.B. mit geschraubten Türverblendungen). Ansonsten ist technisch alles an Bord, was für’s Gelände benötigt wird – nur entsprechend dem aktuellen Stand der Technik. An Motoren wird es neben Diesel- auch Benzinmotoren sowie einen Mildhybrid geben. Die Basis ist ein 200 PS starker Vierzylinder-Diesel. Die Topmotorisierung ist ein Sechszylinder-Benziner, der es als Mildhybrid auf 400 PS bringt. Der neue Land Rover Defender ist ab 2020 für Preise ab 49.700,- € erhältlich.

IAA 2019 Land Rover Defender

Neuer Mercedes-Benz GLB

Erstmalig live konnte ich auf der IAA 2019 in Frankfurt auch den Mercedes-Benz GLB sehen. Das Kompakt-SUV orientiert sich optisch stark am GLS und wirkt auf mich kantiger und robuster als die anderen SUV-Modelle in der Modellpalette der Stuttgarter. Technisch basierter das SUV auf der B-Klasse (z.B. im Innenraum erkennbar) und ist damit im Innenraum größer als der GLA. Der GLB ist ab sofort für Preise ab 37.750,- € bestellbar.

IAA 2019 Mercedes-Benz GLB

Neues Mercedes-Benz GLE Coupé

Als Weltpremiere wurde von Mercedes in Frankfurt das SUV-Coupé GLE vorgestellt. Der Geländewagen ähnelt bis auf das Heck größtenteils seinem Plattformspender GLE (W167), der bereits zum Jahresanfang vorgestellt wurde. Im Vergleich zum Vorgänger ist das Heck des SUV-Coupés nun deutlich schöner anzusehen und wirkt nicht mehr so flächig. Als Motorisierung startet das GLE Coupé zunächst mit dem bereits bekannten Reihensechszylinder-Diesel mit 272 PS oder 330 PS. Der Marktstart ist für das erste Quartal 2020 vorgesehen.

IAA 2019 Mercedes-Benz GLE Coupé

Neuer Opel Corsa e

Erstmals live habe ich auch den neuen Opel Corsa (6. Generation) in Frankfurt gesehen. Der Wagen wirkt im Vergleich zum Vorgänger deutlich erwachsener. Technisch basierter er auf der neuen CMP-Plattform von Peugeot, die die Franzosen später auch für den neuen 208 nutzen werden. Im Innenraum ist die Verwandtschaft zu Peugeot an einigen Sellen auch zu erkennen (z.B. am Schalthebel), dennoch bewahrt sich der kleine Opel optisch seine Eigenständigkeit. Die Preise für den neuen Corsa mit der 75 PS Basismotorisierung beginnen bei knapp 14.000,- €. Erstmals wird es den Corsa auch mit Elektroantrieb geben. In der E-Variante hat er dank eines rd. 50 kWh großen Akkus eine Reichweite von ca. 330 km. Die Preise für das E-Modell liegen bei rund 30.000 €.

IAA 2019 Opel Corsa

Neuer Porsche Taycan

Der Porsche Taycan ist schon seit längerem angekündigt und war bereits als „Mission E“-Studie auf anderen Messen zu sehen. Nun hat Porsche die Serienversion des Elektroautos vorgestellt. Von der äußeren Formensprache ähnelt der Taycan dem Panamera und ist wie dieser ein viertüriges Coupé. Technisch ist der Taycan eine Kampfansage an Tesla. So bietet er an Vorder- und Hinterachse jeweils einen eigenen Elektromotor. In Summe bringt er es auf eine Leistung von 625 PS, in der Overboost-Funktion sogar kurzfristig auf 761 PS. Sein 93,4 kWh großer Akku kann an speziellen Hochleistungsladesäulen extrem schnell geladen werden. Seine Reichweite beträgt rund 400 km. Der Topspeed wird mit 260 km/h angegeben. Das Cockpit des Elektrosportlers wird dominiert von vier großen Displays. Das erste dient als Tacho. Das Zweite wird vom Infotainment genutzt. Das dritte Display dient der Klimaanlagensteuerung. Das Vierte (optinal) kann vom Beifahrer verwendet werden. Bei diesen technischen Leistungsdaten ist der Preis entsprechend hoch. Er wird vermutlich bei rund 180.000,- € liegen.

Neuer VW ID.3

Nachdem Volkswagen bereits seit Wochem die Werbetrommel für sein neues Elektroauto rührt, war das Serienmodell des VW ID.3 erstmals live in Frankfurt auf der IAA 2019 zu sehen. Das E-Mobil ist in etwa so groß wie ein VW Golf, wurde aber speziell als reines Elektroauto entworfen. Optisch nimmt es Anleihen von anderen Elektroautos, wie dem Nissan Leaf und dem BMW i3. Designelemente des BMWs sind insbesondere im Innenraum wiederzuerkennen, wie beispielsweise der Automatikwählhebel am Lenkrad oder das auf der Lenksäule montierte Display für die Tachoanzeigen. Aufgällig bei den ausgestellten Fahrzeugen war die einfache Materialqualität im Innenraum. Vermutlich handelte es sich um Vorserienmodelle. Der VW ID.3 leistet übrigens 160 PS und soll mit verschiedenen Batteriekapazitäten erhältlich sein. Die Preise starten bei etwa 30.000 €. Der Marktstart soll Mitte 2020 erfolgen.

Direkt neben dem Stand von VW war der Ableger des ID.3 von Seat zu sehen. Die Spanier haben ihrem Elektromobil auf den Namen Seat el-born getauft und ihm eine eigene Note an Front und Heck sowie im Innenraum gegeben. Die Verwandtschaft zum VW ID.3 bleibt dennoch unverkennbar.

IAA 2019 Seat el-born

Studien

Natürlich haben die Autohersteller zur Messe auch wieder interessante Studien mitgebracht, die Ausblick auf künftige Designelemente oder technische Highlights geben. Ich habe die für mich interessantesten Studien in einer Galerie zusammengefasst.  

Text: AS
Fotos: AS

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