BMW hat über die Jahre die Modellpalette von Mini sukzessiv ausgebaut. Dem SUV-Boom folgend darf da natürlich ein kleiner Geländewagen im Sortiment nicht fehlen. So bereichert der Mini Countryman seit einigen Jahren das Sortiment. Seit 2017 ist die zweite Generation auf unseren Straßen unterwegs. Ich konnte ein Exemplar des Kompakt-SUVs zu einer Ausfahrt entführen.

Über die Jahre ist Mini erwachsen geworden. Vom anfangs verspielten Image beim Design und geringen Nutzwert bei den Fahrzeugen hat sich die Marke inzwischen etwas gelöst. Spaßautos wie das Mini Coupé sowie der Mini Paceman wurden gestrichen. Stattdessen erfreuen sich Minis mit praktischen Vorzügen inzwischen großer Beliebtheit. Nicht umsonst gibt es vom Mini Cooper nun eine viertürige Variante. Daneben gibt es weiterhin für Lademeister den Clubman und seit einigen Jahren für SUV-Fans den Countryman. Was der Mini Cooper Countryman so kann und wo er mich überzeugen konnte, erfährst Du im folgenden Fahrbericht.

Gefälliger Mini mit SUV-Optik

Beim Exterieur muss ich den Designern gratulieren. Die Übertragung der klassischen Mini-Designelementen, wie die runden Scheinwerfer, der Chromgrill, die steil stehende Frontscheibe sowie der knackige Heckabschluss auf ein Kompakt-SUV ist gelungen. Generell haben es die Designer gut geschafft, diese Designelemente des Ur-Minis immer wieder neu zu interpretieren und dem aktuellen Geschmack anzupassen.  

Mini Cooper Countryman (F60) im Fahrbericht

Innen gewohnt verspielt

Anders sieht es beim Innenraum aus. Ich muss vorab gestehen, dass mir das Interieur bei Mini generell wenig gefällt. So bin ich kein Freund von den schlecht platzierten Ausströmer der Lüftung, das Lenkrad, auf dem der kleine Drehzahlmesser sowie das Tacho thront, die zu tief sitzende Lüftungssteuerung und das ungünstig positionierte Zentraldisplay vom Infotainment. Erfreulich für mich ist, dass das Infotainment sich über die Jahre dem iDrive-System von BMW angenähert hat und sich dadurch recht einfach bedienen lässt. Insgesamt hätte mir beim Interieur ein eigenständigeres Design besser gefallen, dass vor allem mehr der Funktionalität als der Form und dem Spaßfaktor folgt.  

Mini Cooper Countryman (F60) im Fahrbericht

Trotz der in meinen Augen mäßigen Bedienbarkeit weiß der Mini Countryman mit den klassischen Tugenden eines Kompakt-SUVs zu überzeugen. Vorn sitze ich als Fahrer auf bequemen Sportsitzen, die sich vielfach einstellen lassen. Für breitere Personen könnten sie allerdings etwas zu schmal ausfallen. Hinten finden drei Kinder oder auch zwei Erwachsende ausreichend Platz. Der Kofferraum entspricht mit etwa 350 Litern der Größe eines VW Golfs. Durch verschieben der Rückbank (dann 450 Liter) oder Umklappen der Lehnen (dann 1.170 Liter) lässt sich der Stauraum deutlich vergrößern.

Spritziger Dreizylinder mit durchaus angenehmen Klang

Trotz der gewachsenen Abmessungen schafft es der Mini Cooper Countryman mich auch beim Fahren mit den Tugenden eines Minis zu überzeugen. Mit dem 1,5-Liter-Dreizylinder mit 136 PS fährt sich der Kompakt-SUV recht spritzig. Trotz des eher wenig aerodynamischen Designs schiebt der kleine Motor den Countryman in 9,7 Sekunden auf Tempo 100. Bei 200 km/h ist dann mit der Beschleunigung Schluss. Ich muss gestehen, dass mich der Dreizylinder-Benziner mit Drehfreude und angenehmen Klang überrascht hat. Gekoppelt ist er in meinem Testwagen an ein Sechsgang-Automatikgetriebe, dass die Gänge zügig und ruckfrei einlegt.

Mini Cooper Countryman (F60) im Fahrbericht

Der Mini Cooper Countryman fährt sich gewohnt sportlich

Im Fahrverhalten ist der Mini Cooper Countryman markentypisch sportlich ausgelegt. Die Federung ist etwas knackiger als von mir gedacht. Sie gibt grobe Stöße nur leicht gefiltert an die Insassen weiter. Dennoch ist der Countryman nicht unkomfortabel. Die Lenkung ist direkt ausgelegt und macht sowohl in der Stadt als auch auf Landstraßen viel Spaß. Mit ihr lässt sich wunderbar durch den Verkehr wieseln. Auf Autobahnen ist mir die Lenkung allerdings zu nervös, so dass ich beim zügigen Geradeausfahren immer wieder leicht korrigieren muss.

Gelungenes, aber teures Gesamtpaket mit Abstrichen bei der Bedienung

Im Ergebnis ist der Mini Cooper Countryman auch in der zweiten Generation für mich eine gelungene Erweiterung der Modellpalette der Briten. Er verbindet die Markentugenden des Mini Coopers mit dem Nutzwert eines Kompakt-SUVs. Wer sich am für gewöhnlich hohen Preis sowie dem verspielten Innenraum nicht stört, findet im Mini Countryman ein durchaus attraktives Auto für die Kleinfamilie.

Apropos Preis – dem Mini Cooper Countryman merkt man schnell die Verwandtschaft zum bayerischen Premium-Automobilhersteller an. So sind gebrauchte Countryman mit überschaubarer Laufleistung ab rund 29.000,- € zu haben. Zum gleichen Preis kann man auch einen gut ausgestatteten VW Golf erwerben. Einen Marktüberblick kannst Du Dir wie immer mit meiner vorkonfigurierten Suche verschaffen.   

Leistungsdaten des von mir gefahrenen Mini Cooper Countryman (F60)

Motor:Dreizylinder-Benzinmotor
Kraftübertragung:Sechsgang-Schaltgetriebe
(Vorderradantrieb)
Hubraum:1.499 cm³
max. Leistung:100 kW / 136 PS
Beschleunigung von 0-100 km/h:9,7 s
Durchschnittsverbrauch auf 100 km (kombiniert):5,8 l
Höchstgeschwindigkeit:200 km/h
Abmessungen (L x B x H):4.299 x 1.822 x 1.557 mm

Text: AS
Fotos: AS

Kommentiere diesen Artikel

Please enter your comment!
Please enter your name here