Der erste Nissan Leaf (ZE0) überzeugte zwar technisch mit seinem vollelektrischen Antrieb. Optisch ging der japanische Kompaktwagen jedoch sehr individuelle Wege. Mit der Neuauflage des Nissan Leaf (ZE1) möchten Nissan hier nachbessern und stellt einen durchaus attraktiven Kompaktwagen auf die Räder. Bei einer Probefahrt konnte ich mir einen Eindruck vom japanischen Elektroflitzer verschaffen.

Der Nissan Leaf gilt weltweit als eines der erfolgreichsten Elektroautos. Besonders in den Vereinigten Staaten und in seinem Heimatland Japan verkaufte sich der Wagen gut. In Europa tat sich der Nissan Leaf bisher etwas schwerer. Meiner Meinung nach lag das an der sehr eigenwilligen Formgebung. Mit der Neuauflage des Elektroautos macht Nissan vieles richtig und stellt ein durchaus attraktives Auto auf die Räder.

Von außen deutlich nachgeschärft

Beim Außendesign hat Nissan den neuen Leaf deutlich schärfer gezeichnet. Die Karossiere wird dominiert von spitzen Winkeln, Ecken und Kanten. Zusätzlich sorgt die auf Wunsch erhältliche Schwarz-Weiß-Lackierung für weitere Kontraste. Besonders gut gefällt mir die zum Teil in schwarz gehaltene C-Säule. Sie bewirkt, dass das Dach darüber zu schweben scheint. Der Designtrick ist bereits vom Opel Astra bekannt. In jedem Fall überzeugt mich das neue Modell mehr als der eher rundlich gezeichnete Vorgänger.

Nissan Leaf ZE1 Fahrbericht

Die Gestaltung des Innenraums gefällt mir hingegen weniger. Die Aufteilung von Instrumenten, Anzeigen und Schaltern wirkt auf mich zu verspielt. Sehr lustig in der Bedienung ist der Schalthebel, der mir von den Kontrollern der Playstation bekannt vorkommt. Die Verarbeitung des Ganzen ist solide. Während meiner Ausfahrt höre ich kein Knistern oder Klappern.

Nissan Leaf ZE1 Fahrbericht

Eine gute Sitzposition findet nicht jeder

Bei den Platzverhältnissen auf den Vordersitzen müssen groß gewachsene Menschen Kompromisse machen. Zum einen lassen sich die Vordersitze nicht weit genug nach unten und hinten stellen. Zum anderen lässt sich das Lenkrad nur in der Höhe und nicht in der Länge justieren. Im Ergebnis habe ich mit meinem 1,85 m keine gute Sitzposition auf dem Fahrersitz finden können. Obwohl ich vorne den Fahrersitz weit nach hinten gestellt habe, war im Fond dennoch ausreichend Platz für weitere Passagiere. Das Gepäckabteil bietet mit 400 Litern genügend Platz und lässt sich durch Umklappen der Sitze auf bis zu 790 Liter vergrößern.

Bei der Ausstattung lässt sich Nissan nicht lumpen. Je nach Ausstattungslinie gehören LED-Scheinwerfer, Park- und Stauassistent mit „ProPilot“ zum Umfang. Mittels „ProPilot“ beschleunigt, bremst und lenkt der Nissan Leaf im Stop&Go-Verkehr weitestgehend autonom. Auch selbständiges Einparken beherrscht das System.  

Der Antrieb des Nissan Leaf ist elektrisierend ruhig

Kommen wir zum wichtigsten Kapitel eines Autos – zum Fahren. Wie viele andere Elektroautos vermittelt der Nissan Leaf (ZE1) das für mich immer noch beeindruckende Fahrgefühl eines elektrisch angetriebenen Wagens. Das ist neben der atemberaubenden Beschleunigung das nahezu geräuschfreie Dahingleiten. Bei meiner Ausfahrt in der Stadt lässt der Nissan viele klassisch angetriebene Autos beim Ampelstart einfach hinter sich. Beim Fahren auf der Landstraße oder Autobahn sind nur dezente Wind- und Abrollgeräusche zu hören. Kein Motorgeräusch stört dabei die Ruhe.

Besonders selbstbewusst ist Nissan bei den Angaben der elektrischen Reichweite. Diese soll laut NEFZ bei rund 300 km liegen. Wie bei anderen Elektroautos ist dies ein Wert unter Idealbedingungen und bei zurückhaltender Fahrweise. Bei meiner Ausfahrt im Spätherbst mit laufendem Gebläse und eingeschalteter Sitzheizung reduziert sich die Reichweite sehr schnell. Nissan will aber auch hier nachbessern und in 2019 eine Version mit größerem Akku anbieten.

Fahren mit nur einem Pedal

Um zusätzlich Energie zu sparen, verfügt der Nissan Leaf über ein sogenanntes „E-Pedal“. Wird diese Funktion aktiviert, lässt sich der Nissan fast ausschließlich mit dem Gaspedal beschleunigen und bremsen. Bei meiner Ausfahrt habe ich das „E-Pedal“ ausprobieren können. Sobald ich den Fuß vom Gaspedal lupfe, verzögert der Nissan Leaf extrem stark – sogar bis zum Stillstand. Bei vielen Situation im Stadtverkehr erspart dies die Betätigung des Bremspedals.

Nissan Leaf ZE1 Fahrbericht

Ansonsten lässt sich der Nissan Leaf sportlich bewegen. Der Elektroantrieb leistet 150 PS. Von 0 auf 100 km/h beschleunigt der Japaner in7,9 Sekunden. Bei max. 144 km/h endet der Vorwärtsdrang – hier wird der Nissan elektronisch abgeregelt.

Das Preisniveau ist akzeptabel

Erhältlich ist der Nissan Leaf ab rd. 32.000,- €. Je nach Ausstattungslinie lässt sich dieser Preis natürlich erhöhen. Da der Wagen erst in 2018 auf den Markt kam, ist das Angebot an jungen Gebrauchten noch überschaubar. Einen Marktüberblick kannst Du Dir wie immer mit meiner vorkonfigurierten Suche verschaffen.

Leistungsdaten des von mir gefahrenen Nissan Leaf (ZE1)

Motor:AC-Synchron-Elektromotor
Kraftübertragung:feste Übersetzung (Vorderradantrieb)
Hubraum:---
max. Leistung:110 kW / 150 PS
Beschleunigung von 0-100 km/h:7,9 s
Durchschnittsverbrauch auf 100 km (kombiniert):17,0 kW/h
Höchstgeschwindigkeit:144 km/h (abgeregelt)
Abmessungen (L x B x H):4.490 x 1.788 x 1.530 mm

Text: AS
Fotos: AS

Kommentiere diesen Artikel

Please enter your comment!
Please enter your name here