Der Nissan Micra der Baureihe K12 wurde von 2003 bis 2010 gebaut. Mit seinen rundlichen Formen und seinem niedlichen Aussehen zielt er eher auf weibliche Käufer ab. Zusätzlich weiß der Japaner aber auch mit praktischen Eigenschaften zu überzeugen. Während meines letzten Italienurlaubes konnte ich mir den Kleinwagen mal genauer ansehen.

Auch wenn ich gern große Autos fahre, gibt es Situationen in denen ich einen Kleinwagen sehr zu schätzen weiß. So war es zuletzt, als ich in Italien im Urlaub war. Freunde von mir waren mit ihrem Nissan Micra dort, den ich natürlich gleich zu einer Ausfahrt entführt habe. Beide Freunde waren Studenten und für sie war das Auto ausreichend groß und dennoch günstig im Unterhalt.
Während meiner Ausfahrt habe ich gelernt, dass man auf italienischen Straßen mit einem Auto von knapp vier Metern Länge super motorisiert ist. Italienische Innenstädte und Landstraßen sind einfach nicht gemacht für Autos, die größer sind als ein Kleinwagen. Kommen wir nun aber zum Nissan Micra (K12).

Knuffiger Auftritt von außen

Auch wenn der von mir gefahrene Nissan Micra (K12) schon rund 10 Jahre alt ist, hat er die letzten Jahre sowie über 100.000 km im Straßenverkehr gut überstanden. Das Design wirkt von außen auf mich immer noch ansprechend. Die runden Frontscheinwerfer und der schmale Kühlergrill lassen den Micra von vorne niedlich aussehen. Die runden Formen setzen sich über die Seitenlinie bis zum Heck fort. Insgesamt legt der Nissan Micra eher den knuffigen als aggressiven Auftritt hin. Das soll vermutlich der weiblichen Zielgruppe besonders gefallen. Bis auf wenige Kratzer und einem etwas ausgeblichenem Rot wirkt der Micra aber noch recht frisch.

Nissan Micra K12 Fahrbericht

Von innen solide und praktisch

Innen ist der Japaner pragmatisch eingerichtet. Das Armaturenbrett ist aus solidem Hartplastik gebaut und wird vermutlich noch da sein, wenn die Karosserie schon längst verrostet ist. Ein sehr praktisches Detail ist die große Ablagefläche auf dem Armaturenbrett, die sich fast über die gesamte Breite erstreckt. Die Bedienung bedarf kaum Eingewöhnung. Die wenigen Knöpfe sind meist selbsterklärend. Über umfangreiche Sonderausstattung verfügt der Nissan Micra (K12) nicht. Ich finde das gut, so kann kaum etwas kaputt gehen.

Nissan Micra K12 Fahrbericht

Vorn sitzt man für einen Kleinwagen recht gut. Fahrer und Beifahrer kommen sich jedoch aufgrund der geringen Fahrzeugbreite recht nah. Hinten können Kinder gut sitzen. Für große Erwachsene fehlt es an Knie- und Kopffreiheit. Der Kofferraum ist von der Größe etwas unterhalb des Klassendurchschnitts.

Was nicht alles in einen Kleinwagen passt

Das klingt jetzt alles sehr beengt und nach Kleinwagen. So klein ist der Micra jedoch nicht. Ich war überrascht, dass wir im Nissan mit vier Erwachsenen, einem Hund sowie umfangreichem Reisegepäck gut unterwegs waren. Sicherlich kann man komfortabler reisen. Aber meine Mutter pflegte schon immer zu sagen „Lieber schlecht gefahren, als gut gelaufen.“

Wo wir beim Thema Fahren wären. Bei meiner Ausfahrt fühlte ich mich wieder an meinen Ford Fiesta erinnert und fühlte mich sofort wohl im kleinen Japaner. Der Nissan Micra (K12) ist vom Fahrverhalten gutmütig und komfortabel abgestimmt. Lediglich Querfugen mag die Federung nicht, so dass diese meist ungefiltert weitergereicht werden.

Gutmütig beim Fahren, tapferer Vierzylinder-Benziner

Der kleine Vierzylinder-Benziner treibt den Nissan Micra (K12) mit 65 PS tapfer voran. Für mich war das dazugehörige Fünfganggetriebe gut abgestimmt. Bei Überholmanövern oder Steigungen hätte ich mir jedoch mehr Leistung gewünscht. Wenn der Wagen dann auch noch beladen ist, konnte ich gelegentlich erleben, dass die Tachonadel trotz Vollgas rückwärts lief. Schaltvorgänge haben da kaum geholfen, sondern nur den Geräuschpegel erhöht.

Nissan Micra K12 Fahrbericht

Im Ergebnis hatte ich trotzdem meinen Spaß mit dem Japaner. In diesem Kleinwagen mit offenen Fenstern auf italienischen Straßen unterwegs zu sein, hat mir viel Spaß bereitet. Die praktischen Abmessungen haben für mich das Defizit an Motorleistung weg gemacht.

Bei gebrauchten Nissan Micra (K12) sollte die Steuerkette gewechselt worden sein

Bei den Reparaturen haben mir meine Freunde erzählt, dass zuletzt die Klimaanlage gestreikt hat und der Simmerring gewechselt werden musste. Darüber hinaus wird bei den Benzinmotoren oft die unzuverlässige Steuerkette bemängelt, die bereits bei unter 100.000 km gewechselt werden muss.

Wer sich für einen gebrauchten Nissan Micra (K12) interessiert, kann ab rd. 2.500,- € auf dem Gebrauchtwagenmarkt fündig werden. Einen Marktüberblick kannst Du Dir wie immer mit meiner vorkonfigurierten Suche verschaffen.

Leistungsdaten des von mir gefahrenen Nissan Micra (K12)

Motor:4-Zylinder-Benzinmotor
Kraftübertragung:5-Gang-Schaltgetriebe (Vorderradantrieb)
Hubraum:1.240cm³
max. Leistung:48 kW / 65 PS
Beschleunigung von 0-100 km/h:16,2 s
Durchschnittsverbrauch auf 100 km (kombiniert):5,9 l
Höchstgeschwindigkeit:154 km/h
Abmessungen (L x B x H):3.719 x 1.660 x 1.540 mm

 

Text: AS
Fotos: AS

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