Ein Auto selbst privat zu verkaufen, ist gar nicht so schwer wie viele denken. Der große Vorteil beim Privatverkauf ist, dass man im Vergleich zu Inzahlungnahmen oder Automaklern das Auto für einen höheren Preis verkaufen kann. In diesem Beitrag verrate ich Dir, wie Du in wenigen Schritten erfolgreich Dein Auto verkaufen kannst.

Inzwischen gibt es viele Möglichkeiten, wie man sein altes Auto verkaufen kann. Der private Verkauf des eigenen Autos ist in meinen Augen aber die erlebnisreichste und lukrativste Möglichkeit. Dabei ist das ganze Unterfangen gar nicht so schwer. Ein paar gute Fotos erstellt, eine ansprechende Verkaufsanzeige gestaltet und dann heißt es warten, bis sich der richtige Interessent meldet. In diesem Beitrag möchte ich Dir die notwendigen Schritte für den erfolgreichen Verkauf Deines Autos erklären.

1. Anspreche Fotos vom Auto machen

Wie bei vielen Dingen ist es auch bei der Verkaufsanzeige die Optik entscheidend. Daher besteht der erste Schritt darin, möglichst gute Fotos von Deinem Auto zu machen.

Auto waschen und aufräumen

Grundlage dafür ist natürlich, dass Du Dein Auto vor dem Fotoshooting herrichtest sowie von innen und außen gründlich reinigst. Wenn Du hierzu Rat brauchst, schau doch mal in diese Artikelserie von mir zum Thema Autopflege.

Ich empfehle Dir zusätzlich, Dein Auto für die Fotos wieder weitestgehend in den Originalzustand zu versetzen. Das bedeutet, dass Du jegliches selbst montiertes Zubehör vom Auto entfernst. Hierzu zähle ich Schonbezüge, Kindersitze, Handyhalterungen, Duftbäume, etc.

Ideale Foto-Location suchen

Damit Du Dein Auto bestmöglich in Szene setzen kannst, gilt es die ideale Umgebung für das Fotoshooting zu suchen. Ich meine damit, dass Du Dein Auto vor einem möglichst neutralen Hintergrund mit ausreichend Abstand fotografieren kannst, um so alles gut ablichten zu können. Ich empfehle hierfür einen großen leeren Parkplatz oder einen Feldweg.

Das Wetter sollte dabei natürlich auch mitspielen. Ein Mix aus Sonne und Wolken ist dabei am besten. Wenn Du die idealen Bedingungen gefunden hast, parke das Auto dort am besten so, dass Du beim Fotografieren die Sonne jeweils im Rücken hast. Gegebenenfalls musst Du den Wagen dann noch einmal umparken.

Was für Du für die Anzeige fotografieren solltest

Das Auto ist sauber, die Location ist gefunden und das Wetter spielt auch mit. Dann kommen wir jetzt zum Schießen der Bilder. Mache hier lieber mehr Fotos als zu wenige. Im Zweifel ist nämlich ein Bild nichts geworden oder verwackelt.

Bei den Außenaufnahmen sind Bilder ratsam, die das Auto jeweils komplett von vorn, von der Seite und von hinten zeigen. Zusätzlich würde ich noch Fotos von interessanten Details machen (z.B. Sonderausstattung, Alu-Felgen, Sportauspuff, o.ä.). Achte bei den Außenaufnahmen darauf keinen Blitz zu verwenden. Scheinwerfer und Nummernschild können unschöne Reflexionen verursachen, die sich nur schwer wegretuschieren lassen.

Von innen sollten Bilder vom Armaturenbrett, den Sitzen, vom Kofferraum sowie vom Motorraum dabei sein. Auch hier kannst Du noch einmal durch entsprechende Fotos auf Sonderausstattungen oder schöne Details hinweisen.

Nummernschilder unkenntlich machen

Ich empfehle Dir auf den geschossenen Fotos in jedem Fall die Nummernschilder unkenntlich zu machen. Dies kannst Du mit fast jedem einfachen Bildbearbeitungsprogramm erledigen, in dem Du das Nummernschild mit einem Auswahlwerkzeug markierst und die markierte Fläche unscharf machst. Alternativ kannst Du auch einfach einen weißen Balken über das Nummernschild legen.

Wenn Du Dich gut in der Bildbearbeitung auskennst, kannst Du natürlich noch weitere Dinge, wie Licht, Spiegelungen oder andere Dinge in den Bildern retuschieren.

Wenn Du fertig bist, hast Du Dein Auto aus mindestens 6 verschiedenen Blickwinkeln gut fotografiert und bist vorbereitet für das Anlegen der Online-Anzeige. Falls Du mehr darüber erfahren möchtest, wie man gute Fotos vom Auto macht, dann schau Dir meinen Beitrag zum Auto fotografieren an.

2. Online-Anzeige erstellen

Inzwischen sind die Zeiten vorbei, in denen man noch mit einer einfachen Textannonce über die Zeitung sein Auto verkaufen konnte. Heutzutage werden Autos online über die bekannten Gebrauchtwagenportale mobile.de oder Autoscout24 verkauft.

Wichtige Fakten und Daten zum Auto zusammensuchen

In die Anzeige für Dein Auto sollte möglichst alles Positive enthalten sein, was Du über Dein Auto weißt. Hierzu zählen die Leistungsdaten, die Sonderausstattung, der letzte Service- sowie TÜV-Termin, erledigte Reparaturen, Pflegezustand des Wagens, etc. Suche Dir am besten die ganzen Infos aus den unterschiedlichen Dokumentationen zum Fahrzeug (Serviceheft, HU-Bescheinigung, Rechnung/Kaufbelege usw.). zusammen ehe Du die Anzeige erstellst.

Verkaufspreis ermitteln

Bevor Du Dein Auto mit Deinen Preisvorstellungen inserierst, solltest Du Dir einen Überblick über das Preisniveau verschaffen. Hierzu kannst Du einfach selbst nach ähnlichen Fahrzeugen in beiden Portalen suchen und schauen, zu welchem Preis die Fahrzeuge im Durchschnitt angeboten werden. Teilweise geben Dir die beiden Portale auch während Deiner Eingaben einen Hinweis auf den aktuellen Durchschnittspreis für Dein Modell.

Ich würde mich zu Beginn mit Deiner Anzeige am oberen Drittel des Preisniveaus orientieren. Den Preis kannst Du dann später immer noch sukzessiv senken.

Online-Formulare der Portale ausfüllen

Inzwischen ist das Einstellen der Anzeigen in den beiden großen Verkaufsportalen recht einfach. Man wird in mehreren Schritten gut durch die Eingaben geführt, so dass man nichts vergessen kann. An dieser Stelle kannst Du auch die Fotos hochladen, die zuvor gemacht hast.

Da die Portale mobile.de und Autoscout24 zum Teil von unterschiedlichen Interessenten durchforstet werden, empfehle ich Dir, Dein Auto in beiden Portalen zu inserieren.

Denke in jedem Fall daran auch Deine Kontaktdaten (E-Mail und Telefonnummer) mit anzugeben.

3. Interessenten und Probefahrt

Je nach dem wie begehrt Dein Auto ist, werden sich unterschiedlich schnell Interessenten melden. Nun heißt es für Dich, die unseriösen Anfragen zu erkennen und an den richtigen Käufer Dein Auto abzugeben.

Unseriöse Anfragen erkennen

Kurz nach dem Du die Anzeige eingestellt hast, werden sich erste Interessenten melden. Sie wollen Dein Auto meist sofort und zu einem unverschämt niedrigen Preis kaufen. Hier hilft es meist nur hart zu bleiben und Deine Preisvorstellung zu verteidigen. Lass Dich bei solchen Anfragen auf keine schnellen oder dubiosen Geschäfte ein.

Mir wurde beispielsweise mal angeboten, dass man sich heute noch auf einem Parkplatz treffen und der Wagen dort sofort verkaufen könnte. Ich bin auf dieses Angebot gar nicht erst eingegangen.

Kontaktaufnahme und Anfragen bearbeiten

Bevor es zu einer Besichtigung und Probefahrt kommt, werden Dich potentielle Käufer vermutlich mehrfach kontaktieren und Dir unterschiedliche Fragen zum Auto stellen. In Abhängigkeit von der jeweils gestellten Frage solltest Du Dich natürlich positiv über Dein Auto äußern. Dabei gilt es nichts zu verschweigen, aber eventuelle Macken möglichst nicht zu dramatisch rüber zu bringen.

4. Besichtigung und Probefahrt durchführen

Je mehr sich ein potentieller Käufer für Dein Auto interessiert und je genauer er nachfragt, desto größer ist sein Interesse. In der Regel wird es dann nicht lange dauern, bis er ein persönliches Treffen vorschlägt um Dein Auto gemeinsam zu besichtigen und Probe zu fahren.

Besichtigung vorbereiten

Damit sich Dein Auto für die Besichtigung und Probefahrt bestmöglich präsentiert, solltest Du es ähnlich wie für das Fotoshooting noch einmal herrichten. Dazu gehört mindestens noch einmal ein Besuch bei der Waschanlage sowie ein kurzer Stopp bei den Staubsaugern zur Reinigung des Innenraums.

Außerdem ist es von Vorteil, wenn Du die wichtigsten Unterlagen zum Fahrzeug griffbereit hast. Sollte der potentielle Käufer Interesse an den letzten Werkstattrechnungen oder TÜV-Berichten haben, kannst Du ihm diese schnell vorlegen.

Probefahrt machen

Nach einem ersten Rundgang um das Auto wird der Interessent sicherlich auch eine Probefahrt machen wollen. Ich rate Dir dazu, ihn dabei in jedem Fall zu begleiten. So kannst Du einerseits aufpassen, dass mit Deinem Auto kein Unfug gemacht wird. Andererseits kannst Du dem potentiellen Autokäufer gleich einige Dinge am Auto erklären. Ich habe die Erfahrung gemacht, dass man für die Probefahrt etwa eine Stunde einplanen sollte.

5. Preis verhandeln und Vertrag schließen

Wenn Du mit Deinem Interessenten bis hierin gekommen bist, rückt der Verkauf Deines Autos in greifbare Nähe.

Preisverhandlungen erfolgreich meistern

Vermutlich wird der Käufer noch versuchen den Preis nachzuverhandeln. In Abhängigkeit davon was ihm bei der Besichtigung und Probefahrt gestört hat, wird er versuchen mit diesen Dingen den Preis zu drücken. Jetzt liegt es an Dir, inwieweit Du ihm entgegenkommen möchtest. Ich rate Dir in jedem Fall nicht zu schnell von Deinen Preisvorstellungen abzurücken und nur in kleinen Schritten nachzugeben. Wenn Du Dich mit dem Käufer geeinigt hast, könnt ihr Eure Einigung mit einem Handschlag besiegeln. Jetzt folgt noch die formale Kaufabwicklung.

Kauf schriftlich in Form eines Vertrages fixieren

Um auf der sicheren Seite zu sein, solltest Du für den Verkauf noch einen Vertrag aufsetzen. Hierfür findest Du im Internet viele passende Vorlagen. Ich habe bisher immer den Vertragsvordruck vom ADAC genutzt.

Wichtig beim Verkauf von Privat ist, dass in der entsprechenden Vertragsvorlage die Sachmängelhaftung ausgeschlossen ist. Dies bedeutet, dass Du (anders als ein gewerblicher Händler) nach dem Autoverkauf in der Regel nicht für die Beseitigung eventuell am Fahrzeug auftretender Mängel verantwortlich bist.

Die von Dir verwendete Vertragsvorlage füllst Du in zweifacher Ausfertigung gemeinsam mit dem Käufer gewissenhaft und vollständig aus. Anschließend unterschreiben beide Vertragsparteien das Dokument.

Die oben verlinkte Vertragsvorlage enthält zusätzlich zwei weitere Vordrucke (Veräußerungsanzeigen), mit denen Du den Verkauf Deines Autos der Zulassungsstelle sowie der KFZ-Versicherung mitteilen kannst. Solltest Du Dein Auto vor der Übergabe nicht bei der Zulassungsstelle abmelden, kannst Du mit diesen Vordrucken nachweisen, seit wann der Käufer das Auto nutzt. Gleichzeitig teilst Du damit Versicherung und Zulassungsstelle gleich die Kontaktdaten des Käufers mit.

6. Geld- sowie Fahrzeugübergabe gestalten und Auto verkaufen

Nach dem Vertragsschluss stehen jetzt noch die Bezahlung und die Übergabe Deines Autos an den Käufer an. Ich bin bisher immer gut damit gefahren, wenn man Geld- und Fahrzeugübergabe an einem Tag hintereinander durchzieht.

Hierfür kommt der Käufer mit dem vereinbarten Kaufpreis in Bar zu Deiner Bank (vorher nach Öffnungszeiten und Einzahlmöglichkeiten erkundigen!), wo Du das Geld direkt auf Deinem Konto einzahlst. Hierdurch weist Du, dass Du kein Falschgeld erhältst und die Bank bestätigt Dir sofort die Gutschrift auf Deinem Konto.

Sollte der Verkäufer bei der Vertragsunterzeichnung nicht gleich den gesamten Betrag in Bar dabei haben, kann er auch einen Teilbetrag anzahlen. Vereinbart dann aber, dass ihr die Zahlung des Restbetrages sowie die Fahrzeugübergabe in den folgenden Tagen nachholt.

Im Anschluss daran gehst Du gemeinsam mit dem Käufer zu Deinem Auto und übergibst ihm den Wagen zusammen mit allen Fahrzeugschlüsseln, der Zulassungsbescheinigung Teil I (Fahrzeugschein) und II (Fahrzeugbrief), dem letzten HU-/TÜV-Bericht, sowie den Kennzeichen (sofern der Wagen nicht abgemeldet ist). Diese Dokumente benötigt er mindestens, um den Wagen auf sich umzumelden.

Sofern vorhanden, solltest Du dem Käufer auch das Service-Heft, die COC-Bescheinigung, die Bedienungsanleitungen sowie den Radio-Code übergeben. Ich gebe dem Käufer zusätzlich auch noch Kopien von den letzten Werkstattrechnungen mit, damit er eine möglichst vollständige Fahrzeugdokumentation für den eigenen Verkauf des Wagens hat.

Viele Ratgeber empfehlen den Wagen vor der Übergabe an den Käufer abzumelden. Damit bist Du zwar rechtlich auf der sicheren Seite. Gleichzeitig erschwerst Du aber dem Verkäufer die Überführung des Fahrzeuges (er benötigt eigene Kennzeichen) und verzögerst damit die Kaufabwicklung. Ich bin bisher immer gut damit gefahren, den Wagen nicht abzumelden und den Verkauf mittels der oben genannten Veräußerungsanzeigen den zuständigen Stellen mitzuteilen. Denke daran, diese spätestens bei der Fahrzeugübergabe vollständig auszufüllen und vom Käufer unterschreiben zu lassen.

Wenn Du bis hierin gekommen bist, sollte das Auto verkaufen erfolgreich gewesen sein.

 

Text: AS
Foto: AS

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