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Eine Politur pflegt nicht nur Dein Auto, sondern schützt auch den Lack. Bei regelmäßiger und korrekter Durchführung kann die Autopolitur so den Wert Deines Autos erhalten. Eine Autopolitur selbst zu durchzuführen ist ganz schön aufwendig. Dabei gilt es mit dem richtigen Werkzeug sorgsam zu arbeiten. In diesem Artikel will ich Dir verraten, wie Du Dein Auto richtig polierst.

Der Autolack dient nicht nur der Optik, sondern schützt das darunter befindliche Blech vor schädlichen Umwelteinflüssen. Daher ist es ratsam, den Lack regelmäßig zu pflegen und auch schadhafte Stellen schnellstmöglich auszubessern. Neben einer regelmäßigen Autowäsche (siehe hierzu meinen Ratgeber zur Autowäsche Teil 1, Teil 2 und Teil 3) ist eine Politur eine besondere Pflege für den Autolack. Dabei trägst Du auf den Autolack eine Schicht aus unterschiedlichen natürlichen oder chemischen Wachsen auf, die kleine Schäden sowie Kratzer ausgleichen, den Autolack pflegen und dadurch für einen schönen Glanz sorgen. Gleichzeitig schützt die Versiegelung am Ende der Politur den Autolack vor schädlichen Umwelteinflüssen, wie Vogelkot, Harztropfen oder saurem Regen.

Es gibt zwei unterschiedliche Wege, wie Du Dein Auto polieren kannst. Entweder von Hand oder mit einer Poliermaschine. Ich werde Dir beide Möglichkeiten erklären.

Die Vorbereitungen beginnen mit einer gründlichen Autowäsche

Bevor Du mit der Politur loslegen kannst, muss das Auto gründlich gewaschen werden. Das ist deswegen so wichtig, weil Du sonst beim Auftragen der Politur den Schmutz breit reibst und mit den Schmutzpartikeln den Lack beschädigst. Am besten wäschst Du das Auto in der Waschanlage oder, wo es gestattet ist, von Hand (z.B. in einer Waschbox).

Denke auch daran, nach der Wäsche noch vorhandenen hartnäckigen Schmutz wie Teer, Vogelkot oder Insektenreste zu entfernen. Hierfür gibt es beispielsweise im Autofachhandel spezielle Reiniger oder so genannte Reinigungsknete.

Zur Vorbereitung gehören auch, während der Politur in der Sonne parken und vorher Kunststoffteile zu schützen

Bevor Du mit dem Polieren beginnen kannst, solltest Du einen schattigen Platz aufsuchen. Es ist nicht ratsam, das Auto in der prallen Sonne zu polieren. Der Fahrzeuglack kann sich durch Sonneneinstrahlung stark aufheizen, wodurch die Politur austrocknen und den Lack beschädigen kann.

Außerdem solltest Du in Vorbereitung auf die Politur Kunststoff- und Gummiteile mit einem Pflegemittel schützen. Im Baumarkt oder Autofachhandel gibt es spezielle Kunststoffpflegemittel für das Auto, die Kunststoffteilen nicht nur neuen Glanz verleihen, sondern sie auch pflegen. Mit dem Pflegemittel verhinderst Du außerdem, dass sich Reste der Polierpaste oder des Wachses auf den Kunststoffteilen festsetzen und unschöne Flecken hinterlassen. 

Auch andere wichtige Bauteile solltest Du vor der Politur schützen und beispielsweise abkleben. Ich denke hier an Scheinwerfer oder Scheiben. Diese könnten sonst durch die Politur milchig werden.

Auto von Hand polieren

Auch wenn es mühsamer ist, bevorzuge ich die Autopolitur von Hand. Hier hast Du mehr Kontrolle über die Polierbewegungen und kommst auch an schwierige Stellen besser ran. Für die Autopolitur von Hand solltest Du Dir folgende Dinge parat legen:

  • Poliermittel entsprechend Deines Lackzustandes,
  • Polierschwamm, -watte oder -pad (alternativ eignen sich auch wunderbar alte Frottierhandtücher),
  • Mikrofasertücher für die Nachpolitur

Achte bei der Politur darauf das richtige Poliermittel zu verwenden. Meist lässt sich auf den Flaschen des Poliermittels eine Beschreibung finden, für welchen Lackzustand (Alter und Witterungsgrad) es geeignet ist. Im Zweifel kaufe eher ein feineres Mittel für einen jüngeren Lack, um das Auto nicht zu beschädigen.

Beim Polieren solltest Du Dich am besten von Karosserieteil zu Karosserieteil vorarbeiten. Hierfür teilst Du Dein Auto in mehrere Abschnitte ein (z.B. Dach, Türen, Heck, Front, etc.), die Du nacheinander mit der Politur einreibst, anschließend nachpolierst und versiegelst. Erst danach gehst Du zum nächsten Fahrzeugabschnitt weiter. Je nach Größe des Fahrzeugs kann die Politur so mehrere Stunden in Anspruch nehmen. Du solltest Dir also ruhig einen Vor- oder Nachmittag für die Arbeiten einplanen.

Schritt-für-Schritt-Anleitung für die Autopolitur von Hand

  1. Trage zunächst das Poliermittel auf den Schwamm, das Pad, die Watte oder das Tuch auf. Gib die Politur möglichst nicht direkt auf den Lack. Sie könnte hier schnell wegfließen und an einigen Stellen unschöne Flecken hinterlassen.
  2. Verteile nun die Politur mit sanftem Druck in kreisenden Bewegungen auf dem Lack. Hierbei solltest Du möglichst gleichmäßig arbeiten. Achte darauf, überall mit der gleichen Intensität und der gleichen Menge an Poliermittel zu arbeiten. Wiederhole den Vorgang bei Bedarf.
  3. Hast Du die Fläche gründlich bearbeitet, warte einige Minuten bis das Poliermittel etwas antrocknet und einen weißen Film bildet. Jetzt solltest Du mit dem fuselfreien Microfasertuch die Reste des Poliermittels entfernen. Je länger Du wartest, desto mehr trocknen die Reste des Poliermittels aus und desto schlechter lassen sie sich dann entfernen.
  4. Abschließend gilt es noch die polierten Lackflächen zu entfetten – beispielsweise mit speziellem Isopropanol-Reiniger.

Jetzt kannst Du mit der Hand prüfen, ob Du gut poliert hast. Der Lack sollte sich nun glatt und seidig weich anfühlen.

Auto mit einer Maschine polieren

Eine maschinelle Autopolitur bringt einige Vorteile mit sich. Mit einer Poliermaschine brauchst Du weniger Kraft als bei der Politur von Hand. Durch die Maschine geht die Politur natürlich auch schneller.

Allerdings kannst Du durch die Poliermaschine auch einfacher etwas falsch machen. Setzt Du zum Beispiel die Maschine falsch auf oder übst zu viel Druck aus, kannst Du den Lack beschädigen und so genannte Hologramme erzeugen.

Bei den Poliermaschinen lässt sich unterscheiden zwischen Exzenter- und Rotationsmaschinen. Der Unterschied bei den Maschinen besteht in der Polierbewegung. Der Exzenter arbeitet in elliptischen Bewegungen. Die Rotationsmaschine arbeitet kreisförmig. Für Anfänger empfehle ich den Exzenter. Die Rotationsmaschine ist eher etwas für Profis.

Natürlich solltest Du auch hier das Auto für die Politur vorbereiten. Die wesentlichen Schritte, wie die gründliche Wäsche im Vorhinein, das Schützen von Kunststoff und -Gummiteilen sowie von sensiblen Fahrzeugteilen habe ich ja bereits bei der Handpolitur beschrieben. Zusätzlich solltest Du Dich natürlich mit der Bedienung und dem richtigen Zubehör (Welches Polierpad und welche Einstellung für welche Politur?) der Poliermaschine vertraut machen. Insbesondere solltest Du auf die Verwendung von Poliermitteln achten, das für die maschinelle Politur geeignet sind. Pasten für die Handpolitur würden sich bei der Maschinenpolitur zu schnell erhitzen und den Lack beschädigen.

Schritt-für-Schritt-Anleitung für die Autopolitur mit der Maschine

  1. Zu Beginn prüfst Du, ob das Polierpad sauber und richtig montiert ist. Dann prüfst Du, ob die richtige Drehzahl voreingestellt ist. Schau auch, dass Du das Stromkabel der Maschine so arrangierst, dass es beim Arbeiten nicht über den Lack schleift.
  2. Jetzt feuchtest Du das Polierpad mit etwas Wasser an. Das Wasser kühlt bei der Politur und verringert so die Reibungswärme. Anschließend gibst Du das Poliermittel auf das Pad. Achte darauf, dass das Polierpad immer feucht oder mit Politur versehen ist.
  3. Nun verteilst Du die Politur zunächst grob bei langsamer Drehzahl über den Autolack.
  4. Bei mittlerer Drehzahl polierst Du nun gleichmäßig die Fläche mit der aufgetragenen Politur. Gehe hierbei am besten im Kreuzstrich vor, in dem Du mit der Poliermaschine zunächst vertikal und dann horizontal über den Lack fährst. Bei größeren Kratzern kannst Du die Drehzahl bei Bedarf auch erhöhen. Gib in jedem Fall darauf Acht, die Maschine immer in Bewegung zu halten und nicht lange auf einer Lackfläche zu verharren.
  5. Wiederhole den Vorgang bis Du den Eindruck hast, dass die Lackoberfläche glatt ist oder die Autopolitur austrocknet und einen weißen Film bildet.
  6. Nun entfernst Du die Reste des Poliermittels mit einem sauberen Mikrofasertuch.
  7. Abschließend gilt es noch die polierten Lackflächen zu entfetten – beispielsweise mit speziellem Isopropanol-Reiniger.

Sollte es an Kanten und Übergängen schwierig sein mit der Poliermaschine sauber zu arbeiten, solltest Du diese Flächen zunächst aussparen und im Nachgang von Hand polieren.

Vorsicht vor Hologrammen im Lack nach dem Polieren

Bei einer Politur kann natürlich auch etwas schief gehen. Bei unsachgemäß durchgeführten Polituren können so genannte Hologramme entstehen. Dabei handelt es sich um feine Kratzer und Rillen, die das Licht in unterschiedliche Richtungen brechen. Meist wird dies in Form von Schlieren oder eben Hologrammen auf dem Autolack sichtbar.

Um die Bildung von Hologrammen bei der Autopolitur zu vermeiden, gilt es das Auto gründlich vor der Politur zu waschen, saubere Arbeitsmaterialen (saubere Schwämme, Pads und Tücher) und das richtige Politurwachs (eher mit weniger Schleifmitteln als mehr) zu verwenden. Insbesondere bei der maschinellen Politur solltest Du nicht zu fest aufdrücken und nur sachte mit der Poliermaschine über den Lack fahren. Für Anfänger empfehle ich die Autopolitur von Hand zu üben.

Den Lack nach der Autopolitur versiegeln

Damit die Politur möglichst lange Bestand hat, gilt es im Anschluss noch den Lack zu versiegeln. Dies erfolgt mit speziellem Wachs oder einer Polymerversiegelung. Beides bildet auf dem Lack eine schützende Schicht und erhält länger den Glanz.

Für das Auftragen der Versiegelung benötigst Du ebenfalls wieder einen Polierschwamm oder ein Tuch. Darauf trägst Du das Wachs oder die Versiegelung auf und verteilst sie entsprechend der Gebrauchsanweisung in kreisenden Bewegungen und mit sanftem Druck auf dem Lack. Reste entfernst Du auch hier wieder mit einem sauberen Microfasertuch.

Die Autopolitur beim Profi

Wenn Du Dir die Autopolitur selbst nicht zutraust oder Angst hast, etwas falsch zu machen, solltest Du besser einen Profi aufsuchen. Erkundige Dich doch beispielsweise bei einer Werkstatt oder einem Autohaus, ob sie Dir entsprechende Firmen empfehlen können.

Je nach Lackzustand und Größe des Autos musst Du bei einer Politur beim Profi mit Kosten von 100 bis 300 € rechnen. Ich empfehle Dir vorher mehrere Angebote einzuholen, um Preise vergleichen zu können.

Text: AS
Foto: pexels.com / Orhun Rüzgar ÖZ (CC0)

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