Wenn das alte Auto langsam aber sicher den Geist aufgibt und die Reparaturrechnungen den Wert übersteigen, muss man sich zwangsläufig nach einem neuen Gefährt umschauen. Doch geht man nun zum nächsten Händler und sucht sich einen Neuwagen aus? Oder surft man besser im Internet und schaut sich nach einem preiswerten Gebrauchtwagen um? In diesem Beitrag will ich Dir Hilfestellung geben, wie Du für Dich die richtige Entscheidung für einen Neuwagen oder Gebrauchtwagen triffst.

Sicherlich hat nicht jeder die Möglichkeit zu wählen, ob er einen Neuwagen oder Gebrauchtwagen kaufen möchte. Meisten gibt das eigene Budget die Grenzen vor und nimmt Dir somit die Entscheidung ab. Doch wenn man die Freiheit der Wahl hat und sich entscheiden müsste, was ist die klügere Wahl?

Wann solltest Du Dich für einen Neuwagen entscheiden?

Der große Vorteil eines Neuwagens ist natürlich, dass ihn noch niemand genutzt hat. Dadurch hat er keinerlei Gebrauchsspuren und natürlich auch keine Unfälle miterlebt. Außerdem beinhaltet ein Neuwagen (meistens) den neuesten Stand der Technik. Zusätzlich musst Du Dir zumindest im Zeitraum der Gewährleistung/Garantie keine Gedanken über teure Reparaturen machen. Wenn Du Dein Wunschauto bestellst, kannst Du es Dir sogar nach Deinen Wünschen an Motorisierung, Farbe und natürlich Sonderausstattung zusammenstellen. Mein persönliches Highlight bei einem neuen Auto ist aber, dass Du den Neuwagengeruch genießen kannst.

Aber der Neuwagen bringt auch einige negative Aspekte mit sich. So muss ein neues Auto zunächst eingefahren werden und sollte daher auf den ersten tausend Kilometern sorgsam bewegt werden. Außerdem trägt man einen Großteil des Wertverlustes in den ersten Jahren selbst. Denn gerade in den ersten beiden Jahren verlieren gerade teure Autos der Mittel- und Oberklasse sehr viel an Wert (rd. 25 %). Wenn es Dir außerdem wie mir geht, dass Du Dein Auto pflegst, dann tut jeder Kratzer im neuen Lack besonders weh.

Wann ist ein Gebrauchtwagen die bessere Wahl für Dich?

Der größte Nachteil des Neuwagens ist der Vorteil des Gebrauchtwagens – nämlich der Preis. In Abhängigkeit von Alter und Laufleistung ist bereits ein Teil des Wertverfalls zum Tragen gekommen.  Das wiederum ermöglicht Dir mit demselben Budget ein größeres Modell (mit mehr Raum und Komfort) zu kaufen, als Du es Dir vermutlich bei einem Neuwagen leisten könntest.

Gleichzeitig kaufst Du aber auch ein Auto, das eine eigene Geschichte mitbringt. Dazu gehört die Art der Nutzung ebenso, wie bisher angefallene Reparaturen oder mögliche Unfälle. Je genauer die Historie des Gebrauchtwagens dokumentiert ist (z.B. im Serviceheft oder mittels Reparaturrechnungen), umso besser kannst Du die Qualität des Autos einschätzen.

Je nach Alter kann bei einem Gebrauchtwagen die Technik zum Problem werden. Hier solltest Du beispielsweise daran denken, dass ältere Fahrzeuge mehr Benzin verbrauchen und aufgrund ihres Schadstoffausstoßes vielleicht von höheren Steuern/Versicherungsbeiträgen oder sogar zukünftigen Fahrverboten betroffen sein können. Hinzu kommt natürlich, dass auch Fahrzeugtechnik mit dem Alter verschleißt und Du eine Rücklage für notwendige Reparaturen haben solltest.

Wenn Du Dein Wunschfahrzeug bei einem Händler kaufst, musst Du Dir zumindest im ersten Jahr keine großen Sorgen über teure Reparaturen machen. Der Händler muss Dir als privater Käufer ein Jahr Gewährleistung einräumen und eventuell nach dem Kauf auftretende Mängel beseitigen.

Daneben gibt es einen Vorteil des Neuwagens der bei einem Gebrauchtwagen zum Nachteil wird. Gemeint ist hier die fehlende Möglichkeit, dass Du Dir das Auto nicht nach Deinen Wünschen konfigurieren kannst. Du kaufst schließlich ein Auto, dass sich mal jemand anderes nach seinen Vorstellungen zusammengestellt hat. Bei einem Gebrauchtwagen musst Du in Sachen Motorisierung, Ausstattung und Farbe also etwas Flexibilität bei Deinen Wünschen mitbringen.

Neuwagen oder Gebrauchtwagen – Gibt es irgendetwas dazwischen?

Ich persönlich habe bisher nur einmal einen Neuwagen besessen. Für mich ist ein junger, 2-3 Jahre alter Gebrauchtwagen mit max. 50.000 km der beste Kompromiss. Der Wagen ist eingefahren, hat meist erst wenige Kilometer auf dem Tacho und ist in der Regel noch sehr gut in Schuss. Außerdem ist durch den Wertverlust der Preis eher günstig. Mit größeren Reparaturen in den Folgejahren musst Du ebenfalls nicht rechnen. Bei so einem Gebrauchtwagen fühlt man sich (fast) wie in einem Neuwagen, ohne dass das Gefühl aufkommt, zu viel Geld ausgegeben zu haben.

Ich habe alle Informationen für Dich noch einmal in dieser Grafik zusammengetragen:

Ratgeber Neuwagen oder GebrauchtwagenWenn Du übrigens Hilfe speziell zum Thema Gebrauchtwagenkauf benötigst, solltest Du Dir meine Artikelserie zum Kauf eines gebauchten Autos anschauen.

 

Text: AS
Foto: AS

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