Bei einem Unfall auf der Autobahn kommt es meist schnell zum Stau. Sind erst alle Autos zum Stehen gekommen, ist es mangels Platz meist schwierig noch eine Rettungsgasse zu bilden. Wenn sich Rettungskräfte dann durch den stehenden Verkehr kämpfen müssen, kann es für die verunfallten Personen bereits zu spät sein. In diesem Beitrag erfährst Du, was es mit der Rettungsgasse auf sich hat und wie sie gebildet werden muss.

In diesem Jahr ging das Thema Rettungsgasse vielfach durch Presse. Hintergrund war, dass Einsatzkräfte bei schweren Unfällen auf Autobahnen wiederholt durch eine fehlende Rettungsgasse behindert wurden. In diesem Zusammenhang hat der Gesetzgeber die Strafen für die Behinderung von Einsatzkräften ab diesem Jahr deutlich erhöht.

Warum überhaupt eine Rettungsgasse bilden?

Bei schweren Unfällen kann eine Rettungsgasse daher lebensrettend sein. Eine Gasse ermöglicht den Einsatzkräften schnell zum Unfallort vorzudringen. Unter Einsatzkräfte sind hier Feuerwehr, Polizei, Arzt, Abschleppdienst sowie Räumfahrzeuge zu verstehen. Wer keine Rettungsgasse bildet, muss seit diesem Jahr mit hohen Strafen von bis zu 320 € sowie einem Monat Fahrverbot rechnen. Werden Einsatzfahrzeuge mit Blaulicht und Martinshorn bei der Fahrt behindert, drohen Strafen von bis zu 240 € und ebenfalls ein Monat Fahrverbot.

Martinshorn heißt: Platz da!

Ist das Martinshorn zu hören, solltest Du zunächst Ruhe bewahren und in Erfahrung bringen, welchen Weg die Einsatzkräfte nehmen. Schalte in diesem Fall die Musik ab, fahre vorsichtig weiter und halte ausreichend Abstand zum Vordermann. Hast Du den Einsatzwagen hinter Dir entdeckt, gilt es in die richtige Richtung auszuweichen und dadurch Platz zu schaffen.

Wie wird eine Gasse für Einsatzkräfte richtig gebildet?

Eine Gasse für Rettungsfahrzeuge ist bereits bei stockendem Verkehr zu bilden. Bei Stau sollte in jedem Fall eine Rettungsgasse freizuhalten. Folglich sollte es nicht auf der Autobahn so aussehen, wie auf dem Bild zu diesem Beitrag.

Auf einspurigen Straßen ist die Sache sehr einfach. Hier wird Platz geschaffen indem jeder an den rechten Fahrbahnrand ausweicht.

Bei mehrspurigen Autobahnen und Schnellstraßen gilt eine simple Faustregel. Die Rettungsgasse wird immer zwischen der äußerst linken sowie der rechts daneben befindlichen Fahrspur gebildet. Dies gilt sowohl für zwei-, als auch drei sowie vierspurige Autobahnen. Das bedeutet beispielsweise bei einer zweispurigen Schnellstraße weichen die Autos auf der linken Spur nach links und die Fahrzeuge auf der rechten Spur nach rechts aus. Bei einer dreispurigen Autobahn wird die Rettungsgasse dann zwischen der linken sowie mittleren Spur gebildet.

Da je nach Art des Unfalls weitere Einsatzfahrzeuge am Unfallort erforderlich werden können, sollte die Gasse übrigens so lange freigehalten werden, bis der Verkehr wieder normal fließt.

 

Text: AS
Foto: AS

Kommentiere diesen Artikel

Please enter your comment!
Please enter your name here