Ich selbst fahre oft und gern mit meinem Auto. Daher weiß ich, wie sich verschiedene Dinge beim Fahren anhören und anfühlen müssen – vom Motorstart, über das Einlegen von Gängen bis zum Geruch der Klimaanlage. Sollte ich beim Fahren bei diesen Dingen Veränderungen bemerken, sind das meist Anzeichen für einen drohenden Defekt oder sogar eine Autopanne.

Ein modernes Auto besteht heutzutage aus etwa 10.000 Einzelteilen, die alle eine spezifische Funktion wahrnehmen. Als Fahrer hast Du mit vielen dieser Teile Kontakt, in dem Du sie bedienst, verstellst oder einfach nur benutzt. Bei der Benutzung gibt jedes Teil an Dich ein wahrnehmbares Feedback, in dem es piept, klickt, brummt, einrastet, etc. Sobald sich an diesem Feedback etwas ändert, könnten diese Signale für einen Defekt oder eine Autopanne sein. In diesem Beitrag möchte ich Dir aufzeigen, bei welchen Veränderungen Du aufmerksam werden solltest.

Defekte am Motor zeigen sich meist am veränderten Motorengeräusch oder am Abgas

Am wichtigsten für das Fortkommen mit Deinem Auto ist der Motor. Daher solltest Du alles genau kennen, was der Motor an Rückmeldungen gibt: Wie ist die Kraftentfaltung? Wie hört er sich z.B. nach dem Start an? Welche Farbe hat das Abgas? Stellst Du Veränderungen fest, solltest Du prüfen ob sie wirklich vom Motor kommen. Ein sehr gutes Indiz hierfür ist, dass sich die Auffälligkeiten gleichmäßig mit der Motordrehzahlen verändern. Hierzu einige Beispiele:

Veränderungen bei den Geräuschen:

Bei meinem ersten Auto (Ford Fiesta) habe ich nach einigen Jahren festgestellt, dass nach dem Starten des Motors ein zusätzliches Geräusch – ein Zwitschern – auftritt, dass je nach Motordrehzahl lauter und leiser wird. Beim Besuch in der Werkstatt hat sich herausgestellt, dass dieses Geräusch von der defekten Wasserpumpe kam. Ich konnte diesen Defekt rechtzeitig beheben lassen, so dass mir eine Autopanne erspart geblieben ist.

Der Auspuff ist ein weiteres Teil des Antriebsstranges, das sein Ende mit einer typischen Geräuschkulisse ankündigt. Anders als bei dem zuvor beschriebenen Defekt, verändert sich das Geräusch am Auspuff schleichend. Schuld ist hier meist ein Loch im Auspuffstrang, so dass das Motorengeräusch nicht mehr so gut gedämmt wird. Je größer dabei das Loch wird, desto lauter wirst Du Deinen Motor im Zeitverlauf wahrnehmen.

Veränderungen beim Abgas:

Bei den meisten Autos sind die Auspuffabgase, weiß oder farblos (Ausnahmen sind hier Diesel ohne Rußpartikelfilter) und kommen je nach Motordrehzahl unterschiedlich schnell bzw. druckvoll heraus. Sollte das Abgas beispielsweise einmal einen Blaustich bekommen, spricht das für unverbrannten Kraftstoff oder Öl im Abgas. Beides können jeweils Anzeichen für einen Motordefekt sein.

Defekte am Fahrwerk lassen sich meist an Geräuschen erkennen

Wenn alle Teile am Fahrwerk perfekt funktionieren und in einander greifen, hörst Du vom Fahrwerk so gut wie nichts. Hellhörig solltest Du aber werden, wenn Du bei bestimmten Fahrsituationen plötzlich neue Geräusche wahrnimmst, wie ein Poltern beim Fahren durch ein Schlagloch oder ein anhaltendes Quietschen beim Bremsen. Treten dieser Geräusche immer wieder auf, ist hier vermutlich etwas am Fahrwerk defekt und ein Besuch in der Werkstatt unumgänglich.

Gerüche können ebenfalls Defekte ankündigen

Jedes Auto hat seinen individuellen Geruch, der inzwischen von vielen Autoherstellern designt wird. Stellst Du Veränderungen am Geruch fest, können dies ebenfalls Indizien für eine erforderliche Reparatur sein. Auch dies möchte ich an einigen Beispielen erklären:

Modergeruch und beschlagende Scheiben

Eine gute Freundin von mir hat in ihrem Auto festgestellt, dass es in ihrem Innenraum immer stärker nach Feuchtigkeit und Moder riecht. Zusätzlich sind auch bei trockenem Wetter immer von innen die Scheiben beschlagen. Eines Tages ist ihr dann beim Staub saugen im Fußraum aufgefallen, dass unter der Fußmatte Wasser steht und vermutlich irgendwo im Auto ein Leck sein muss. Der Besuch in der Werkstatt war spätestens nach dem nächsten Regen notwendig.

Beißendes Aroma im Innenraum

Einen sehr typischen Geruch hat bei Fahrzeugen mit Schaltgetrieben eine defekte Kupplung. Sollte Dein Auto um die 100.000 km auf dem Tacho haben und Du insbesondere beim Anfahren einen beißenden Gestank im Auto feststellen, ist vermutlich Deine Kupplung defekt. Um nicht mit einer Autopanne liegen zu bleiben, ist auch hier ein Werkstattbesuch angeraten.

Veränderungen beobachten und möglichst eingrenzen

Mit etwas Aufmerksamkeit bezogen auf Auffälligkeiten an Deinem Auto kannst Du Defekte meist rechtzeitig erkennen und damit größere Autopannen vermeiden. Je länger Du Dein Auto fährst, desto eher werden Dir diese Veränderungen auffallen. Sofern es sich nicht um akute Probleme handelt (z.B. Qualm aus dem Motorraum), empfiehlt es sich die Veränderung etwas zu beobachten und zu prüfen, bei welchen Situationen sie genau auftritt.

Zusätzlich empfehle ich immer im Internet nach möglichen Ursachen zu recherchieren. Meist bist Du nicht der erste der damit konfrontiert ist. Spätestens wenn Du ungefähr weißt, wann die Veränderung auftritt oder was die mögliche Ursache sein könnte, solltest Du die Werkstatt Deines Vertrauens aufsuchen.

 

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