Werbung und Marketingapparat der Autohersteller sind – gerade für einen Autofan wie mich  überall präsent – im Fernsehen, in Zeitschriften, in sozialen Medien usw. Auch wenn man glaubt, dass man sich der Wirkung der Werbung entziehen kann, laufen unterbewusst dennoch Filter- und Verarbeitungsprozesse ab. Doch wie reagieren wir auf Autowerbung und was wird dadurch in uns ausgelöst?

Marketingmitarbeiter, Marktforscher und Psychologen versuchen permanent das Kaufverhalten der Kunden zu ergründen. Dies dient allein dazu den potentiellen Kunden möglichst gezielt zum Kaufen anzuregen. Ein Mittel um dieses Ziel zu erreichen ist Werbung.

Autowerbung ist heute subtiler und emotionaler

Wenn ich mir alte Autowerbung von früher anschaue, ist diese meist mit rationalen Kaufargumenten – beispielsweise zum Platzangebot oder zur Qualität – gespickt. Mercedes hat damals in seiner Werbung oft angepriesen, wie viele Testkilometer man mit dem Fahrzeug bis zur Serienreife zurückgelegt hat (z.B. bei diesem Spot). Heutzutage ist davon nur noch wenig in Autowerbung zu finden. Da die Fahrzeuge technisch fast austauschbar sind, müssen andere Argumente herhalten. Hierzu zählen Image, Emotionen und Lebensgefühl, dass die Marke oder das Auto vermitteln soll. Rationale Argumente treten dabei immer mehr in den Hintergrund. Eines der wenigen Argumente, dass noch auftaucht, ist der Verbrauch.

Werbung wirkt besonders auf das Unterbewusstsein

Moderne Werbung wirkt subtiler und spricht weniger unseren Verstand sondern mehr unser Unterbewusstsein an. Gleichzeitig nimmt auch die Frequenz und Vielfältigkeit der Werbung zu. So nehme ich beispielsweise Werbung nicht mehr nur in Zeitschriften, im Fernsehen/Radio und auf Plakaten wahr, sondern auch in meinen E-Mails, meiner Post sowie in sozialen Medien. Dabei wird ein und dasselbe Produkt – wie z.B. ein neues Auto – ganz unterschiedlich präsentiert. So sehe ich das neue Modell einmal bei einer entspannten Wochenendausfahrt und anderes Mal auf der Rennstrecke.

Der Werbewirkung kann man sich kaum entziehen

Auch wenn ich bewusst versuche Werbung durch umschalten oder umblättern zu entgehen, wird mein Gehirn dennoch unbewusst bei jedem neuen Kontakt einen Teil davon wahrnehmen, filtern und verarbeiten. Je emotionaler dabei die Werbebotschaft ist, desto besser wird sie aufgenommen. Das Gehirn verarbeitet die wahrgenommen Reize in dem es ihnen gespeicherte Emotionen und Erfahrungen zuordnet. Im Zeitverlauf entsteht so ein Verhaltensmuster, das beim erneuten Auftreten des Reizes eine Emotion hervorrufen oder auch eine Entscheidung beeinflussen kann.
Sehe ich z.B. einen BMW, denke ich an ein kraftvolles und sportliches Auto. Warum das so ist? Seht Euch einfach die BMW-Werbespots der letzten Jahre an.

Ist Autowerbung nun schlecht?

Werbung kann manchmal schon ziemlich nervig sein. Beispielsweise gerade im Fernsehen, wenn an der spannendsten Stelle der Film für einen Spot unterbrochen wird. Gleichzeitig hat sie etwas Gutes, denn Werbung informiert. Wie sonst hätte ich erfahren, dass es am Wochenende beim Autohändler eine Markteinführung mit Freibier gibt. Wie bei vielen Dingen gilt wohl auch für Werbung: Man kann heutzutage weder mit noch ohne sie leben.

 

Text: AS
Fotos: AS

1 Kommentar

  1. Man nimmt m.E. nur Werbung für Produkte richtig wahr, die einen auch interessieren. Ich könnte gar nicht sagen, für welche Autos gerade im TV geworben wird. Nur, dass es Autowerbung gibt. Auffallen würde mir nur ein besonders witziger oder nervender Spot – der mit dem Produkt ansich dann aber nichts zu tun hat.
    Aber Autos kauft man ja auch nicht jeden Tag! Bei Werbung zu Produkten des täglichen Bedarfs lasse ich mich gerne von der Werbung inspirieren und kaufe aus Neugier z.B. beim nächsten Drogeriemarktbesuch das angepriesene Deo oder Waschmittel.

Kommentiere diesen Artikel

Please enter your comment!
Please enter your name here