Richtig zu parken ist gerade in der Stadt nicht immer einfach. Auf dem Land mit ausreichend Platz ist das dagegen kein Problem. Ein geeigneter Stellplatz ist meist schnell gefunden. Welche Tücken beim Parken lauern können und was es neben den bekannten Regeln zu beachten gilt, verrate ich Dir in diesem Beitrag.

Die bekannten Verkehrsregeln rund ums richtige Parken sind meist noch bekannt. So weißt Du sicherlich, dass man nicht vor Einfahrten parkt und Parkverbote einhalten muss. Daneben gibt es aber auch einige Vorschriften zum Parken, die nicht jeder kennt oder die auch gern irrtümlich ausgelegt werden. In diesem Beitrag werde ich Dich über die 10 wichtigsten Irrtümer rund ums Parken aufklären.

Parken in zweiter Reihe ist untersagt

In Berlin ist das inzwischen ein leidiges Übel. Da an manchen Orten Parkplätze ein sehr rares Gut sind, parken viele Fahrer einfach in der zweiten Reihe. Meist stehen sie dabei noch auf Radwegen oder einer Autospur. Viele machen sich offensichtlich überhaupt keine Gedanken, wie sie mit ihrem rücksichtslosen Verhalten den Verkehr behindern. Parken und Halten in zweiter Reihe ist nicht erlaubt. Lediglich Taxen dürfen in zweiter Reihe zum Ein- und Aussteigen halten und das auch nur, wenn sie dabei niemanden behindern.

Parkscheibe korrekt verwenden

Ist zum Parken eine Parkscheibe vorgeschrieben, ist diese auch zwingend zu verwenden. Dabei muss die Parkscheibe in Form (11 cm x 15 cm) und Farbe (blau-weiß) den Vorgaben der Straßenverkehrsordnung entsprechen. Eine rote Parkscheibe oder ein handschriftlicher Zettel sind nicht erlaubt und können eine Verwarnung mit Bußgeld nach sich ziehen. Außerdem ist die Parkscheibe so ins Auto zu legen, dass sie sowie die angegebene Parkzeit gut von außen einsehbar sind. Die Parkscheibe ist übrigens immer zur nächsten vollen oder halben Stunde einzustellen.

Richtig Parken in engen Straßen

In schmalen Straßen einzuparken ist an sich schon nicht leicht. Zusätzlich gibt es auch hier eine Besonderheit zu beachten. Das Parken ist dort nicht nur direkt vor einer Grundstücksausfahrt untersagt, sondern ist auch auf der gegenüber liegenden Straßenseite verboten.

Autos mit Saisonkennzeichen außerhalb der Saison nicht auf öffentlichen Parkflächen abstellen

Gerade Cabriolet- und Oldtimerfahrer nutzen gerne ein Saisonkennzeichen. Hierbei ist zu beachten, dass das Fahrzeug außerhalb der Monate, die auf dem Kennzeichen als Saison genannt sind, nicht auf öffentlichen Parkflächen abgestellt werden darf. Hier kommt dann nur ein Parkplatz auf dem eigenen Grundstück oder ein Stellplatz in einer Garage in Frage.

Parken auf Behindertenstellplätzen nur mit entsprechender Berechtigung erlaubt

Auf Behindertenparkplätzen ist das Parken nur mit entsprechender Berechtigung gestattet. Für alle anderen ist das Parken dort tabu. Wer sich nicht daran hält, muss mit einem Bußgeld rechnen und wird vermutlich mit seinem Auto auch noch kostenpflichtig umgesetzt.

Bei defekten Parkscheinautomaten ist die Parkscheibe zu verwenden

Befindest Du Dich in einem Stadtbereich mit Parkraumbewirtschaftung ist dort natürlich ein Parkschein zu lösen bzw. die Parkuhr zu verwenden. Sind die umliegenden Geräte jedoch defekt, darfst Du zwar kostenlos parken, musst aber zwingend die Parkscheibe  verwenden. Mit der Parkscheibe darf allerdings nur so lange geparkt werden, wie es die jeweils geltende Höchstparkdauer erlaubt.

Parkplätze dürfen nicht freigehalten werden

Beim Einparken gilt grundsätzlich, wer die Parklücke als Erster erreicht, darf diese auch zuerst nutzen. Möchte beispielsweise gerade jemand einparken und Du drängelst Dich vor ihm in die Parklücke, kann das eine Verwarnung mit Bußgeld nach sich ziehen. Das Freihalten von Parkplätzen mit Gegenständen oder durch einen Mitfahrer ist ebenfalls nicht gestattet.

Parken auf Kanaldeckeln ist verboten

Beim Einparken gilt es nicht nur auf Hinweisschilder, andere Verkehrsteilnehmer und Einfahrten zu achten, sondern man muss auch an Kanaldeckel denken. So ist es nicht gestattet, sein Auto auf einem Kanaldeckel bzw. Gulli abzustellen.

Strafzettel gelten nicht als Parkschein

Vereinzelt hält sich der Irrtum, dass ein ausgestellter Strafzettel wie ein Parkschein gilt, so dass kein Parkschein nachgezogen werden muss. Wie Du sicherlich schon vermutest, ist das nicht richtig. Denn wenn die Kontrolleure ein weiteres Mal an Deinem Auto vorbei kommen, kannst Du erneut einen Strafzettel erhalten. Wenn Du auf einem Parkplatz mit Parkschein oder Parkuhr (aus welchen Gründen auch immer) einen Strafzettel bekommen hast, gilt dieser also nicht als Parkschein.

Frauenparkplätze gelten nur auf privaten Parkflächen

Die Straßenverkehrsordnung (StVO) kennt keine Frauenparkplätze. Dennoch werden in einigen Tiefgaragen und Parkhäusern gesonderte Parkplätze für Frauen ausgewiesen. Diese liegen in helleren Bereichen und in der Regel nahe am Ausgang. Abweichend zur StVO können nämlich die Betreiber der Parkfläche ihr Hausrecht nutzen und festlegen, wie in ihrer Tiefgarage bzw. ihrem Parkhaus die Autos abgestellt werden. Wenn Du also als Mann Dein Auto auf einem Frauenparkplatz stellst, kann der Betreiber Dich dazu anhalten, Dein Auto umzuparken. Kommst Du dieser Aufforderung nicht nach, kann er Dich wegen Hausfriedensbruchs anzeigen.

 

Ich hoffe, ich konnte in diesem Beitrag rund um das Thema „Richtig Parken“ einige Irrtümer aufklären und Dich mit diesem Wissen vor dem ein oder anderen Strafzettel bewahren.

 

Text: AS
Foto: Pixabay (CC0) / StockSnap

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