Viele nutzen das Internet um nach einem neuen Gebrauchtwagen Ausschau zu halten. Einige schauen lieber in Autozeitschriften und lesen dort die Annoncen. Danach geht es meist zum freundlichen Gebrauchtwagenhändler, um das ausgesuchte Auto zu besichtigen. Ein gänzlich ungewöhnlicher Gebrauchtwagenmarkt hat sich inzwischen in Berlin etabliert – die Straße.

Mobile.de und Autoscout24.de sind vielen für die erste Suche nach einem Gebrauchtwagen ein Begriff. Auch die Anzeigen in Autozeitschriften werden gern gelesen, wenn man etwas Spezielles sucht. In Berlin kann man das Gebrauchtwagenangebot auch auf ausgewählten Straßen besichtigen. Besonders bekannt ist hier die Clayallee, die durch die noblen Wohngegenden im Grunewald führt.

Großes Sortiment von 20-30 gebrauchten Autos ausgestellt

Am nördlichen Ende kann dort inzwischen ein beachtliches Gebrauchtwagenangebot von etwa 20-30 geparkten Fahrzeugen am Straßenrand besichtigt werden. So sind hier neben 5-10 Jahre alte Gebrauchte auch aktuelle Modelle – wie ein 3 Jahre alter Audi A3 – zu finden. Gelegentlich sind hier auch Oldtimer und sogar Wohnmobile erhältlich. Am Wochenende herrscht hier inzwischen ein reger Publikumsverkehr rund um die Ausstellungsstücke. Gelegentlich kann man auch beobachten, wie ein Wagen den Besitzer wechselt.

Für Privatleute macht das Ausstellen ihres Autos auf der Straße durchaus Sinn. Die Clayallee ist eine Pendlerstrecke, die die teureren Wohngegenden im Südwesten Berlins mit der Innenstadt verbindet. Entsprechend viele Menschen passieren die hier ausgestellten Gebrauchtwagen. Der potentielle neue Besitzer könnte natürlich darunter sein. Wenn ich an den Verkauf meines nächsten Autos denke, ist es vielleicht lohnenswert den Wagen dort auch für eine Woche abzustellen.

Behörden können diesen Gebrauchtwagenmarkt nur begrenzt verbieten

Den Behörden ist das ganze Treiben natürlich ein Dorn im Auge. Inzwischen hängen an jedem Laternenmast an der nördlichen Clayallee Hinweisschilder, dass das Verkaufen der Fahrzeuge dort nicht gestattet ist. Außerdem wird mit einem Ordnungsgeld gedroht. Da aber fast alle parkenden Autos zugelassen und dort auch keine Parkgebühren zu zahlen sind, ist der Nachweis einer Ordnungswidrigkeit schwierig. Schließlich können die Autos dort nur parken. Das Verkaufsschild ist dann nur zufällig im Auto.

Ich gehe dort inzwischen gerne spazieren. Weniger um mein nächstes Auto zu finden, sondern eher um ein Gefühl für den Gebrauchtwagenmarkt zu bekommen und um zu sehen, was aktuell zu welchen Preisen angeboten wird. Auch ist das geschäftliche Treiben am Wochenende ganz interessant zu beobachten. Und wenn mir das Ganze zu viel wird, biege ich ab und gehe zwischen den Villen im Grunewald spazieren.

Wie sieht es bei Euch in den Städten aus? Wo gibt es dort solche öffentlichen Automärkte? Was für Fahrzeuge werden dort ausgestellt? Ich freue mich auf Eure Kommentare.

 

Text: AS
Foto: AS

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