Dieser Fahrbericht ist eine kleine Premiere für mich. Bisher bin ich noch nie einen Suzuki gefahren. Gleichzeitig war das für mich die Motivation endlich ein Auto des japanischen Herstellers Suzuki zu fahren. Das es nun gerade ein Suzuki Vitara geworden ist, war eher Zufall. Was mich am japanischen Kompakt-SUV begeistert hat und was meiner Meinung nach die Schattenseiten sind, erfährst Du in diesem Fahrbericht.

Der Vitara von Suzuki ist einigen vielleicht noch aus den 90iger Jahren als kompakter Geländewagen ein Begriff. Ich kann mich noch gut daran erinnern, dass der Suzuki Vitara zu dieser Zeit oft im Urlaub als geländegängiger Mietwagen angeboten wurde. So habe ich als Kind das Modell oft in Urlauben mit meinen Eltern auf Kreta gesehen.

Ende der 90iger Jahre hat Suzuki den Vitara durch den Grand Vitara ersetzt. Über zwei Modellgenerationen ist der kompakte Geländewagen dann mehr und mehr zu einem modischen SUV gereift. Der aktuelle Vitara gilt übrigens nicht als Nachfolger des Grand Vitara, sondern soll die Modellpalette des japanischen Herstellers nach unten ergänzen. Was zeichnet den japanischen Kompakt-SUV nun aus?

So oder so ähnlich – schon mal gesehen

Suzuki Vitara S 1.4 Boosterjet Automatik im Fahrbericht

Beim Außendesign ist der Suzuki Vitara für mich fast schon unauffällig. Die breiten Scheinwerfer, die ausgestellten hinteren Radhäuser sowie die großen Rückleuchten habe ich so oder so ähnlich schon bei vielen aktuellen SUV-Modellen gesehen. Beim Exterieur fehlt mir das gewisse etwas, das dem Wagen etwas Besonderes verleiht.

Einfacher Innenraum mit dem Design vergangener Tage

Im Innenraum geht es mit dem Gewöhnlichen leider weiter. Das Design wirkt zwar verspielt, aber auch etwas altbacken. So ähnlichen sahen europäische Autos schon vor zehn Jahren von innen aus. Die runden Lüftungsdüsen kenne ich zum Beispiel vom Ford S-Max. Die Zierleisten fassen sich leider so einfach an, wie sie aussehen. Die Materialqualität kann mich somit nicht überzeugen. Die Sitze sind mit einfachem Stoff und Kunstleder bezogen. Armaturenbrett und Verkleidungen sind aus Hartplastik hergestellt. Die Verarbeitung geht in Ordnung. Während meiner Ausfahrt klappert wenigstens nichts.

Suzuki Vitara S 1.4 Boosterjet Automatik im Fahrbericht

Spannend ist noch das Infotainmentsystem, welches irgendwie deplatziert in der Mittelkonsole sitzt. Die Grafik wirkt auf mich altbacken und die Menülogik verwirrend. Wer ein iPhone besitzt, sollte dies besser anschließen und mit den Funktionen von Apple CarPlay das Infotainment aufrüsten.

Mit nur 4,18 m Länge bietet der Suzuki Vitara S ausreichend Platz

Überzeugen kann mich der Suzuki Vitara stattdessen mit ausreichend Platz im Innenraum. Auf einer Gesamtlänge von nur 4,17 m kommen sowohl vorn als auch hinten Erwachsene gut unter. Leider sitzt man jeweils auf einfachem Gestühl mit wenig Ausformung und Seitenhalt. Der Kofferraum bietet mit 375 Litern ausreichen Platz für Gepäck. Leider muss zum Beladen eine hohe Ladekante überwunden werden.

Bei der Ausstattung bringt der Suzuki Vitara bereits viele Annehmlichkeiten mit, die bei der Konkurrenz zum Teil extra bezahlt werden müssen. Hierzu gehören beispielsweise ein Tempomat sowie eine Rückfahrkamera. Je nach gewählter Ausstattungslinie lässt sich der Serienumfang noch erweitern. In der höheren Ausstattungslinie gehören dann noch diverse Assistenzsysteme, wie beispielsweise ein adaptiver Tempomat, Verkehrszeichenerkennung sowie Toter-Winkel- und Spurhalteassistent dazu.

Kommodes Fahrgefühl

Beim Fahrgefühl pflegt der japanische SUV einen unaufgeregten Charakter. Lenkung und Federung sind weich abgestimmt. Schnelles Kurvenräubern möchte man mit dem Suzuki Vitara aufgrund der starken Seitenneigung nicht. Dem von mir gefahrene Testwagen fehlt leider der Allradantrieb. Laut Testberichten wird der Suzuki Vitara S damit sogar halbwegs geländegängig.

Leider scheinen die Japaner auch bei der Karosserie an Blech und Dämmmatten gespart zu haben. Der Suzuki Vitara S wird bei Autobahntempo sehr laut und wirkt auch beim Fahren auf mich etwas fragil.

Lebendiger Motor und angenehme Automatik

Suzuki Vitara S 1.4 Boosterjet Automatik im Fahrbericht

Positiv überrascht hat mich hingegen der kleine Vierzylindermotor, der aus 1,4 Litern Hubraum 140 PS holt. Der Motor dreht weich hoch und bietet ausreichend Durchzug. Die Sechsgang-Automatik wechselt die Gänge ruckfrei, für meinen Geschmack jedoch manchmal zu träge. In Summe ist die Antriebseinheit ein Lichtblick bei dem eher einfach gemachten Japaner.

Rustikales und günstiges Kompakt-SUV

Trotz der von mir geübten Kritik ist der Suzuki Vitara S kein schlechtes Auto. Er wirkt mit seinen Eigenheiten etwas altbacken und würde den Vergleich mit einem aktuellen VW Tiguan sicherlich nicht gewinnen, dennoch ist er ein solides Auto für überschaubares Geld. Wer bereit ist Abstriche in Sachen Komfort, Material- Verarbeitungsqualität zu machen, erhält einen günstigen SUV mit einem quirligen Motor zu Preisen ab 15.000,- €. Einen Marktüberblick kannst Du Dir wie immer mit meiner vorkonfigurierten Suche verschaffen.

Leistungsdaten des von mir gefahrenen Suzuki Vitara S 1.4 Boosterjet Automatik

Motor:Vierzylinder-Ottomotor
Kraftübertragung:Sechsgang-Automatikgetriebe
(Vorderradantrieb)
Hubraum:1.373 cm³
max. Leistung:103 kW /140 PS
Beschleunigung von 0-100 km/h:9,5 s
Durchschnittsverbrauch auf 100 km (kombiniert):5,2 l
Höchstgeschwindigkeit:200 km/h
Abmessungen (L x B x H):4.175 x 1.775 x 1.610 mm

Text: AS
Fotos: AS

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