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Mit dem Tesla Model 3 will der amerikanische Automobilbauer den Massenmarkt erobern und elektrische Mobilität für viele erschwinglich machen. Insbesondere mit einer praxistauglichen Reichweite, atemberaubender Beschleunigung und modernen Assistenzsystemen will Tesla punkten. Doch wie gut ist das Gesamtpaket dieses Autos und rechtfertigt es den Hype um die Marke Tesla?  

Der Hype um die Automarke Tesla nimmt eher zu statt ab. Gerade jetzt, wo der amerikanische Autobauer vor den Toren der deutschen Hauptstadt sein Autowerk baut, ist die Marke auch in Deutschland überall bekannt. Doch wie gut sind eigentlich Fahrzeuge von Tesla? Am Beispiel des Volumenmodells Tesla Model 3 will ich dem Hype bei einer Probefahrt nachgehen.

Von außen keine rollende Verzichtserklärung

Das Model 3 ist schnell als Tesla erkennbar, denn es folgt beim Design der Linie des größeren Model S. Dazu gehört insbesondere das Threebox-Design mit Motorhaube, Kofferraum und Fahrgastzelle – das in einer schnittigen Coupé-Silhouette gegossen wurde. Außerdem übernimmt das Model 3 die schmalen Scheinwerfer sowie die Rückleuchten in LED-Technik vom größeren Bruder. Weiterhin bekannt von den anderen Tesla-Modellen sind die versenkten Türgriffe. Diese sehen zwar schick aus, sind aber in der Bedienung meiner Meinung nach eher unpraktisch. So rutsche ich daran leicht mit der Hand ab und kann außerdem nicht viel Kraft ausüben, um die Tür zu öffnen. Klassische Bügeltürgriffe, wie beispielsweise bei einem VW Golf, sind mir da lieber. Beim genauen Hinsehen fällt mir außerdem auf, dass überall am Autos Kameras und Sensoren zu finden sind – zum Beispiel in den Kotflügeln und in den B-Säulen. Dazu später noch mehr. Das Tesla Model 3 steht insgesamt flach und dynamisch auf der Straße und sieht im Vergleich zu älteren Elektroautos nicht wie eine rollende Verzichtserklärung aus.

Tesla Model 3 Performance Dualnmotor

Großer Touchscreen und (fast) keine Knöpfe im Innenraum

Im Innenraum gibt sich das Model 3 weitaus extrovertierter. So fallen mir zunächst die fehlenden Türgriffe im Innenraum auf. Die Türen werden nämlich von innen elektrisch per Tastendruck geöffnet. Wenigstens gibt es an den Türen noch klassische Knöpfe für die Fensterheber. Ansonsten ist das Cockpit des Model 3 von nahezu allen Tasten und zusätzlichen Displays befreit worden. Die komplette Fahrzeugbedienung erfolgt über den 15 Zoll großen Touchscreen in der Mittelkonsole. Dieser zeigt nicht nur Tacho und Ladezustand der Batterie an, sondern beinhaltet auch die Bedienung von Lüftung, Klimaanlage, Radio, Navigationssystem und anderen Fahrzeugfunktionen (wie das Öffnen beider Kofferräume vorn und hinten). Selbst die Regelung der einzelnen Luftausströmer wurde in den Touchscreen integriert. Eines muss man den Tesla-Ingenieuren lassen: Sie sind konsequent.

Tesla Model 3 Performance Dualnmotor

Die Bedienung über den Touchscreen gelingt überraschend schnell

In Sachen Ergonomie bin ich nach kurzer Zeit überrascht, wie gut ich mit dem Touchscreen zu Recht komme. Durch die immer eingeblendete Menüleiste im unteren Teil kann man schnell zu den wichtigsten Funktionen springen. Die Struktur der Menüs ist stark an der von aktuellen Smartphones angelehnt, so dass sich die Logik für mich nach kurzer Eingewöhnung erschließt. Wenn man gar nicht weiter kommt, lässt sich das Model 3 auch via Sprachsteuerung bedienen, die ebenfalls überraschend gut funktioniert.

Ansonsten lässt es sich im Tesla Model 3 erstaunlich gut reisen. Vorn sitzen Erwachsene zwar etwas hoch, aber dafür auf gut ausgeformten und mit ausreichend Seitenhalt ausgestatten Sitzen. Selbst hinten kommen Erwachsene kommod unter. Die beiden Kofferräume – einer vorn und einer hinten – fassen in Summe 542 Liter. Sie lassen sich jedoch nur mittelmäßig gut beladen. Vorne muss man aufpassen, dass man beispielsweise mit einem Koffer nicht über den Lack schrammt. Hinten ist die Kofferraumklappe trotz Fließheckoptik sehr klein, so dass sich das hintere Gepäckabteil mit sperrigen Gegenständen nur schwer beladen lässt.

Sensoren und Kameras für den Autopiloten

Ich bin vorhin schon kurz auf die diversen Sensoren und Kameras des Model 3 eingegangen. Diese dienen insbesondere dem schon aus der Presse bekanntem Autopiloten, der bisher nur in der Beta-Version verbaut ist und daher auf eigenes Risiko zu verwenden ist. Auch wenn ich ihn bei der Probefahrt nicht benutzt habe, kann ich im Zentraldisplay erkennen, wie gut der Tesla seine Umgebung im Blick hat. Auf der linken Seite des Displays wird nämlich während der Fahr alles angezeigt, was die Sensorik des Wagens erfassen kann. Dazu gehören neben der Fahrbahnmarkierung, Bordsteinen sowie andere Autos und LKWs erstaunlicher Weise selbst rote Ampeln. Ich bin gespannt, wann Tesla den Autopiloten fertig entwickelt hat. Das Model 3 scheint jedenfalls alles Notwendige dafür an Bord zu haben.

Die Beschleunigung im Tesla Model 3 Performance ist atemberaubend

Kommen wir nun zum eigentlichen Zweck eines Autos – dem Fahren. Im Tesla erfolgt dies natürlich voll elektrisch. Bereits in anderen Artikeln habe ich darüber geschwärmt, wie toll es sein kann elektrisch unterwegs zu sein. Dennoch kann mich das Tesla Model 3 auch hier erneut überraschen. Dank „Dual-Motor“ (also jeweils einem Motor an Vorder- und Hinterachse) beschleunigt das Model 3 atemberaubend schnell und lässt beim Ampelstart jedes klassische Auto alt aussehen. In der von mir gefahrenen Performance-Variante ist Tempo 100 in 3,3 Sekunden erreicht. Die Beschleunigung endet erst bei 261 km/h. Das ganze ohne Schaltunterbrechungen und extrem leise.

Beim Fahren gibt sich der Tesla sportlich

Anders als ein Audi e-tron fährt sich das Model 3 trotz des großen Akkus sportlich und leicht. Das Gewicht des Akkus ist dem Tesla nicht anzumerken. Im Gegenteil: Der Wagen wirkt gerade bei Kurvenfahrten dynamisch und kommt fast an das Fahrerlebnis eines BMWs (wie z.B. dem 4er BMW) heran. Dazu passen die direkte Lenkung und die straffen Federn sehr gut. Mir macht der Tesla beim Fahren viel Freude.

Bei Licht gibt es immer auch Schatten

Bisher konnte das Tesla Model 3 also mit vielen Details überzeugen. Der Tesla fährt zügig sowie dynamisch, bietet viel Platz und lässt sich gut bedienen. Dennoch gibt es auch etwas zu bemängeln.  Vor allen Dingen die Verarbeitung gibt mir Anlass zu Kritik. An vielen Stellen wirkt das Model 3 lieblos zusammengezimmert. Außen fallen mir die ungleichen Spaltmaße auf und die rustikal wirkenden Scharnierkonstruktion der Heckklappe. Innen entdecke ich ungleichmäßig eingepasste Dichtungen sowie schief sitzende Verkleidungen an der A-Säule. Für ein über 40.000,- € teures Auto wünsche ich mir eine höhere Verarbeitungsqualität. Vielleicht ändert sich dies bei Modellen aus dem deutschen Werk bei Berlin?

Erfrischend Anders

Dennoch hat das Tesla Model 3 seinen Reiz – gerade weil es an einigen Stellen anders durchdacht und konstruiert wurde. In einigen Details, wie beispielsweise beim Innenraum mit dem Touchscreen oder durch den Autopiloten, wirkt das Auto wie aus einer anderen Zeit. Ich habe fast den Eindruck, als wurde das Fahrzeug von einer anderen Generation von Ingenieuren gebaut. Klassische Tugenden wie gute Verarbeitung oder ein tolles Motorengeräusch wurden anderen Funktionen, wie eine gute Vernetzung und einfache Bedienung, untergeordnet. Das Model 3 wirkt für mich wie ein modernes Smartphone auf Rädern. Der leistungsstarke Elektroantrieb rundet dieses Bild zusätzlich ab.

Als ich mit dem Tesla Model 3 Performance an der Ampel stehe – zwischen den ganzen Autos mit Verbrennungsmotoren, die nur träge Anfahren und Abgas in die Luft pusten – liefert mir der Tesla ein ganz neues, modernes Gefühl der Fortbewegung. Vielleicht ist es genau das, was den Hype um die Marke Tesla ausmacht. Mich erinnert das ein wenig an die Zeit, als Apple vor über 10 Jahren sein iPhone herausgebracht hat. Es konnte am Anfang nicht gleich alles und jeden überzeugen. Dennoch hat es Neuerungen in den Markt getragen, die Anklang fanden und einige etablierte Konkurrenten in die Ecke gedrängt haben. Bleibt zu hoffen, dass es den deutschen Autoherstellern nicht irgendwann ähnlich geht wie Nokia oder Siemens. Die Preise für ein Tesla Model 3 Performance beginnen bei aktuell rd. 58.500,- €. Einen Marktüberblick kannst Du Dir wie immer mit meiner vorkonfigurierten Suche verschaffen.

Leistungsdaten des von mir gefahrenen Tesla Model 3 Performance (Dual Motor)

Motor:Vorn: Drehstrom-Asynchronmaschine,
Hinten: Permanenterregte Synchronmaschine
Kraftübertragung:Einstufen-Reduktionsgetriebe
(Allradantrieb)
Hubraum:---
max. Leistung:377 kW / 510 PS
Beschleunigung von 0-100 km/h:3,3 s
Durchschnittsverbrauch auf 100 km (kombiniert):16 kWh
Höchstgeschwindigkeit:261 km/h
Abmessungen (L x B x H):4.694 x 1.849 x 1.436 mm

Text: AS
Fotos: AS

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