Gegen den VW Golf anzukommen, ist nicht einfach. Aus vielen Vergleichstests geht der Wolfsburger Kompaktwagen als Sieger hervor. In der Regel überzeugt der Golf mit viel Platz, guter Verarbeitung sowie hervorragendem Fahrkomfort. Ob dies auch auf die elektrisch angetriebene Variante – dem VW e-Golf zutrifft, möchte ich in diesem Fahrbericht überprüfen.

Von außen ist auch dieser VW ein „Golf im Schafspelz“. Vermutlich können nur Experten erkennen, dass dieser VW Golf ohne Verbrennungsmotor auskommt und rein elektrisch unterwegs ist. Der VW e-Golf outet sich zwar mit seinen blauen Zierleisten in der Front sowie den LED-Tagfahrleuchten in der Frontschürze als eines der effizienteren Modelle. Diese Designmerkmale waren bisher auch beim Golf GTE, der Hybridvariante des Kompaktwagens, zu finden. Lediglich die kleinen Schriftzüge an den vorderen Kotflügeln weisen darauf hin, dass dieser VW Golf rein elektrisch unterwegs ist.

VW e-Golf Fahrbericht

Kaum als Elektroauto von außen und innen zu erkennen

Im Innenraum verhält es sich ähnlich. Auch hier ähnelt der VW e-Golf dem VW Golf GTE in einigen Details. So kennt man den Schalthebel sowie das Lenkrad mit ihren blauen Ziernähten vom Golf GTE. Ansonsten zeigt der e-Golf das bekannte Interieur des Wolfsburger Kompaktmodells. Mit dem Facelift des VW Golf erfährt auch das Interieur des e-Golf durch ein moderneres Infotainmentsystem sowie den digitalen Tachoanzeigen (ActiveInfo-Display) eine Aufwertung.  Besonders gut gefällt mir generell beim Golf die Übersichtlichkeit. Aufgrund der eher „kastigen“ Bauform lässt sich der Wagen wunderbar nach vorn und hinten einsehen sowie abschätzen.

VW e-Golf Fahrbericht

Beim Platzangebot sowie der Verarbeitung gibt es aus meiner Sicht nichts zu meckern. Beim Fahren über schlechte Straßen klappert und knistert nichts. Die Materialien fühlen sich hochwertig an und sind mit geringen Spaltmaßen eingepasst. Insgesamt finden im VW e-Golf vier Erwachsende bequem Platz. Der Kofferraum fällt im Vergleich zum „normalen“ Golf mit 230 Litern kleiner aus, da sich ein Teil der Batterie darunter befindet.

Nach dem Facelift des VW e-Golf stehen mehr Power und Reichweite zur Verfügung

Mit dem Facelift des VW Golf hat der e-Golf eine Überarbeitung des Antriebs erfahren. So leistet der Elektromotor nun 136 statt bisher 115 PS. Die Kapazität der Batterie wurde von 24,2 auf 35,8 kWh gesteigert. Damit soll der e-Golf laut Werksangabe nun eine Reichweite von 231 km haben. Während meiner kurzen Ausfahrt konnte ich diese Reichweite leider nicht überprüfen.

Am VW e-Golf begeistert mich die beeindruckende Beschleunigung des Elektroantriebs, die ich bereits von anderen Elektroautos, wie dem Nissan Leaf kenne. Gerade im Stadtverkehr habe ich damit richtig Spaß und kann den ein oder anderen Ampelstart für mich gewinnen. Aber auch auf der Autobahn kann der Elektroantrieb überzeugen und stellt für Überholmanöver ausreichend Beschleunigungsreserven zu Verfügung. Der Spurt von 0 auf 100 km/h soll in 9,6 s erledigt sein. Die Höchstgeschwindigkeit wird elektronisch bei 150 km/h abgeregelt.

VW e-Golf Fahrbericht

Der VW e-Golf bietet ein gewohnt gutmütiges Fahrverhalten

Zum hochwertigen Fahreindruck des VW e-Golf tragen zusätzlich noch andere Vorteile des Elektroantriebs bei. So benötigt der Wagen nur einen Vorwärts- und Rückwärtsgang, so dass es während der Fahrt keine Schaltunterbrechungen gibt. Außerdem erzeugt der Elektroantrieb so gut wie keine Eigengeräusche. In der Stadt bin ich mit dem Wagen nahezu lautlos unterwegs. Wenn Du mehr über die Vorteile eines Elektroautos wissen möchtest, schau doch mal in diesem Beitrag von mir zu Elektroautos rein.

Ansonsten vermittelt der VW e-Golf das vom normalen Modell bekannte gutmütige und sichere Fahrverhalten. Die Lenkung lässt sich leicht bedienen und gibt dennoch ausreichend Rückmeldung. Die Federung empfinde ich als angenehm komfortabel. Für den e-Golf ist übrigens nur das Standardfahrwerk lieferbar. Die adaptiven Dämpfer sind nicht erhältlich.

Hochwertiges Elektroauto mit Verbesserungspotential bei der Reichweite

Trotz vieler Unkenrufe zeigen die Wolfsburger mit dem VW e-Golf, dass sie ein hochwertiges Elektroauto auf die Räder stellen können. Der Wagen bietet ausreichend Platz, guten Fahrkomfort und angemessene Fahrleistungen wie seine Brüder, die mit Verbrennungsmotoren angetrieben werden. Für ein gelungenes Rundumpaket fehlt mir es jedoch an elektrischer Reichweite. Mit den angepriesenen 231 km kommt man nicht weit – vor allen Dingen, wenn man am Zielort nicht nachladen kann. Wer den VW e-Golf jedoch als Stadt- oder Zweitwagen nutzt, kommt mit der Reichweite sicherlich gut aus.

Der Wolfsburger Elektroflitzer ist leider kein günstiges Auto. Gebrauchtwagen mit überschaubarer Laufleistung sind in den Gebrauchtwagenbörsen ab ca. 20.000,- € zu haben. Einen Überblick kannst Du Dir wie immer mit meiner vorkonfigurierten Suche verschaffen.

Technische Daten des von mir gefahrenen VW e-Golf

Motor:Synchronelektromotor
Kraftübertragung:Eingang-Getriebe
(Vorderradantrieb)
Hubraum:---
max. Leistung:100 kW / 136 PS
Beschleunigung von 0-100 km/h:9,6 s
Durchschnittsverbrauch auf 100 km (kombiniert):12,7 kW/h
Höchstgeschwindigkeit:150 km/h
(abgeregelt)
Abmessungen (L x B x H):4.270 x 1.799 x 1.482 mm

Text: AS
Fotos: AS

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