Seit einigen Wochen bin ich nun Besitzer eines Autos, mit dem ich voll elektrisch fahren kann. Meine Begeisterung für diese Art der Fortbewegung ist ungebrochen. Dennoch erfordert ein Elektroauto in einigen Dingen eine Umgewöhnung vom Fahrer. In diesem Beitrag möchte ich mit Dir die Veränderungen teilen, auf die Du Dich beim Elektroauto fahren einstellen musst.

Nachdem ich meinen schönen VW CC im vergangenen Jahr verkauft habe, war ich lange auf der Suche nach einem neuen Auto. Eines sollte mein neues Auto unbedingt können: Elektrisch fahren. Was an einem Elektroauto so reizvoll ist, kannst Du übrigens in diesem Beitrag von mir nachlesen. Bei der Suche nach dem passenden Auto habe ich diverse Fahrzeuge Probe gefahren, war bei unterschiedlichen Händlern und habe schließlich nach rund sechs Monaten das für mich ideale Auto gefunden. Ich fahre seit einigen Wochen nun einen Audi A3 e-tron.

Fairer halber muss ich zugeben, dass der Audi A3 e-tron kein reines Elektroauto ist, sondern ein Plug-in-Hybrid. Er kann also voll elektrisch fahren und an der Steckdose bzw. Ladesäule aufgeladen werden. Gleichzeitig verfügt der Wagen über einen Verbrennungsmotor, der auch für Vortrieb sorgt, wenn die Batterie mal leer ist. Doch wie ist es nun eigentlich, wenn man dauerhaft ein Elektroauto fahren kann?

Ein neues Fahrgefühl erleben

Wenn ich ein Elektroauto fahren darf, ist das für mich immer wieder ein besonderes Erlebnis. Zwei Dinge faszinieren mich dabei:

Zum einen ist es die Ruhe beim Autofahren. Während der Fahrt ist vom Motor so gut wie nichts zu hören. Im Stadtverkehr ist man nahezu lautlos unterwegs. Lediglich bei höherem Tempo sind Wind- und Abrollgeräusche zu vernehmen. Ich finde die geringere Geräuschkulisse beim Autofahren sehr entspannend.

Zum anderen ist es das Fahrverhalten des Elektroantriebs. Der Elektroantrieb benötigt keine Gänge und bietet unabhängig von der Drehzahl immer die volle Leistung. Daher macht mir das Beschleunigen unglaublichen Spaß. Beim Ampelstart lässt man nahezu alle anderen Autos hinter sich.
Ebenso faszinierend ist das Verzögern bzw. Bremsen. Nahezu alle Elektroautos verzögern nicht nur mit den normalen Bremsen, sondern auch mittels Rekuperation. Dabei wird die Bewegungsenergie wieder in elektrische Energie umgewandelt. Dies geschieht meist schon beim Lupfen des Gaspedals. Je nach Modell und Einstellung verzögert der Wagen dabei so stark, dass man ihn ausschließlich mit dem Gaspedal fahren kann. Das Bremspedal nutze ich meist nur noch bei plötzlichen Bremsmanövern.

Die Wahrnehmung verändern

Mir ist aufgefallen, dass ich nach einigen Wochen Elektroauto fahren in der Innenstadt den regulären Autoverkehr anders wahrnehme. Stehe ich beispielsweise im Stau, ist von meinem Auto nichts zu hören oder zu riechen. Die normalen Fahrzeuge mit Verbrennungsmotor um mich herum röhren weiter vor sich hin und pusten dabei Abgase in die Luft. Mir wird dabei bewusst, was der Autoverkehr eigentlich für Geräusch- und Abgasemissionen erzeugt.

Wie schon oft berichtet wurde, hat die Umweltfreundlichkeit von Elektroautos allerdings auch ihre Grenzen. So verzehrt die Herstellung des Autos, insbesondere der Batterie, wertvolle Ressourcen. Und auch der Strom, der ins Elektroauto getankt wird, entsteht nicht so sauber, wie ich es mir wünschen würde. Derzeit werden zumindest die Abgasemissionen oft nur vom Auto auf das Kraftwerk verlagert, dass den Strom erzeugt.

Lösungen für das Dilemma mit der Reichweite finden

Aus Fahrberichten und meiner eigenen Erfahrung mit meinem Audi beträgt die reale elektrische Reichweite eines Elektroautos rund zwei Drittel des Wertes, der in den Prospekten angegeben wird. So wird der Audi A3 e-tron mit einer elektrischen Reichweite von 50 km beworben. Im realen Fahrbetrieb schaffe ich mit meinem Audi etwa 30 km.

Um also weiter elektrisch fahren zu können oder nicht liegen zu bleiben, bedeutet dies natürlich oft und regelmäßiges Nachladen. Für viele Interesssenten ist dies vermutlich ein K.O.-Kriterium, so dass sie sich gegen ein Elektroauto entscheiden.

In einer Stadt wie Berlin spielt die elektrische Reichweite für mich eine untergeordnete Rolle. In der Innenstadt gibt es inzwischen ausreichend Ladesäulen. Oft, wenn auch nicht immer, finde ich eine freie Ladesäule, an der ich mein Auto laden und zusätzlich kostenlos parken kann.

Um mich von der eingeschränkten Reichweite nicht von längeren Autotouren abhalten zu lassen, habe ich mich bewusst für einen Plug-in-Hybriden entschieden. So fahre ich längere Strecken noch mit dem Verbrennungsmotor.

Neue Möglichkeiten zum Nachladen entdecken

Mich spornt es an, so oft wie möglich mit meinem Auto elektrisch zu fahren. Aufgrund der überschaubaren Reichweite bin ich daher immer auf der Suche nach einer geeigneten Lademöglichkeit.

Oft nutze ich zum Laden öffentliche Ladesäulen. Auch wenn es viele Ladesäulen im Innenstadtgebiet von Berlin gibt, sind diese nicht immer ohne weiteres nutzbar. Teilweise sind sie defekt, belegt oder von anderen Fahrzeugen zugeparkt. Daher habe ich nach weiteren Alternativen gesucht.

So habe ich herausgefunden, dass zahlreiche Möbelhäuser, Shopping-Center, Lebensmittel- und Baumärkte Lademöglichkeiten für Elektroautos anbieten. Zum Teil kann man sein Auto dort sogar kostenlos nachladen.

Ich bin mir inzwischen nicht zu schade dafür, auch bei Besuchen bei meinen Freunden und Bekannten, die in einem Eigenheim wohnen, nach einer freien Steckdose zu fragen. Nach einem kurzen Dialog über die Technik und einer elektrischen Spritztour um den Block kann ich oft eine Steckdose nutzen, um während des Besuchs mein Auto zu laden.

Ein Auto ohne Verbrennungsmotor wird zum langfristigen Ziel

Das Elektroauto fahren hat mich gepackt. Ich finde Fahrzeuge mit Verbrennungsmotoren nach wie vor interessant und aufregend. Allerdings ist das elektrische Fahren trotz der erforderlichen Kompromisse noch reizvoller für mich. Für mich ist es mit dem Fahren mit Verbrennungsmotor im Vergleich zum elektrischen Fahren so, als wenn ich von einem klassischen Handy mit Tasten auf ein Smartphone mit Touchscreen umsteige. Ich möchte nicht mehr zurück. So wird mein nächstes Auto vermutlich ein reines Elektroauto werden.

Du bist auch mit Deinem Auto elektrisch unterwegs? Wie ergeht es Dir damit? Was begeisterst Dich daran? Teile Deine Eindrücke in meinem Kommentar mit mir.

Text: AS
Foto: pixabay.com / anaterate (CC0)

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