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Wer überwiegend gebrauchte und damit ältere Fahrzeuge fährt, wird zwangsläufig irgendwann mit Rost konfrontiert. Der Zahn der Zeit nagt an allem Irdischen und so auch am eigenen Auto. Doch nicht jede entdeckte Rostblase muss gleich zum Schlimmsten führen – dem Abwracken des Autos. In diesem Beitrag möchte ich Dir verraten, wie Du selbst erkennen kannst, wie schlimm der Rost an Deinem Auto ist und, was Du dagegen tun kannst.

Trotz moderner Werkstoffe, Lacke und Vollverzinkung altert das Stahlblech eines jeden Autos mit zunehmender Zeit. Aufgrund des Zusammenwirkens ganz unterschiedlicher Bedingungen leiden diese Schutzmechanismen über dem Stahlblech, so dass irgendwann Feuchtigkeit auf das Blech einwirken kann und dann zu Rost führt. Wichtig hierbei ist dabei immer zu entscheiden, wo der Rost am Auto auftritt. So lassen sich bestimmte Karosserieteile ohne allzu großen Aufwand gut reparieren, so dass das eigene Auto erhalten werden kann. An anderen Karosserieteilen kann der Rest jedoch fatale Wirkung haben und – sofern er zu lange unentdeckt bleibt – zu einem wirtschaftlichen Totalschaden führen.

Was ist eigentlich Rost?

Rost ist das Ergebnis einer chemischen Reaktion, bei der Eisen mit Sauerstoff unter der Einwirkung von Wasser oxidiert und sich zu Eisenoxiden (Rost) verändert. Durch die Oxidation nehmen Masse und Volumen des Metalls zu, die Festigkeit nimmt jedoch ab. Bei einem Auto zeigt sich der Rostbefall meist als sogenannte Rostblase.

Wie schlimm ist Rost am eigenen Auto?

Durch Rost zersetzen sich allmählich die Stahlblechbauteile am Auto, was im schlimmsten Fall zu einer Beeinträchtigung der Stabilität führen kann. Besonders wenn Rost an tragenden Bauteilen auftritt, wie beispielsweise bei den Aufnahmepunkten der Stoßdämpfer oder am Schweller unter den Türen, kann die Fahrtauglichkeit gefährdet sein. Meist zieht Rost an diesen Karosserieteilen aufwendige Reparaturen nach sich, um das Auto erhalten.

An einem Beispiel will ich deutlich machen, was bei der Beurteilung der Roststelle entscheidend ist. Ist bei Deinem Auto beispielsweise eine kleine Rostblase an der Unterkante der Fahrertür zu finden, ist dies meist noch unproblematisch. Die kleine Rostblase an der Tür ist zunächst ein optischer Makel. Mit der Zeit breitet sich der Rost jedoch aus. Ist dann irgendwann der Schweller unter der Tür betroffen, sieht die Sache anders aus. Der Schweller unter der Tür ist als essentielles Bauteil der Fahrgastzelle ein tragendes Bauteil des Autos. Spätestens bei der nächsten Hauptuntersuchung kann es dann zu Schwierigkeiten kommen und eine aufwendige Reparatur erforderlich werden.

Was kannst Du tun, wenn Du Rost am Auto entdeckst?  

Wie ich zuvor bereits geschrieben habe, kommt es auf die Stelle an, an der Rost auftritt. Nicht immer ist sofort eine Reparatur angeraten. Dennoch empfehle ich bei Rost am Auto zeitnah eine Karosseriewerkstatt aufzusuchen. Dort können der Umfang des Rostbefalls genauer untersucht und die nächsten Schritte zur Reparatur mit Fachexperten besprochen werden.

Wie kann Rost am Auto vermieden werden?

Autohersteller haben über die letzten Jahrzehnte viel getan um ihre Produkte vor Rost zu schützen. So sollen heutzutage Stahlblechkarosserie moderner Autos im Wesentlichen durch drei Verfahren vor Korrosion geschützt werden.

Hierzu zählt vor allen Dingen die Verzinkung der Karosseriebauteile. Eine Verzinkung der aus Einzelteilen zusammengefügten Karosserie ist zu aufwändig. Daher werden in der Karosseriefertigung im Vorhinein verzinkte Stahlbleche verwendet und zu einer Rohrkarosse zusammengefügt. Insbesondere Premiumhersteller werben damit, dass ihre Karosserien vollverzinkt sind – in diesem Sinne also ausschließlich aus verzinktem Stahlblech zusammengebaut wurden.

Ein weiterer wesentlicher Bestandteil des Korrosionsschutzes ist die so genannte Hohlraumversiegelung. Nach dem die Autokarosserie zusammengefügt wurde, werden Hohlräume in der Karosse, in denen sich später im normalen Fahrbetrieb Wasser sammeln kann, mit Wachs ausgespritzt. Dadurch sind die Bleche, die diesen Hohlraum bilden, mit einer Schutzschicht überzogen, so dass sie nicht über längere Zeit direkt mit Wasser in Kontakt kommen können.

Als drittes Element der Rostvorsorge dient natürlich die Lackierung. Die mehrschichtig aufgebaute Lackierung soll dem Fahrzeug nicht nur Farbe und ein schönes Aussehen verleihen, sondern das Stahlblech der Karosserie vor Witterungseinflüssen, wie Regen, Eis und Schnee schützen.

Im Vergleich zur beginnenden Massenfertigung von Autos Mitte des letzten Jahrhunderts rosten moderne Autos heutzutage deutlich weniger. Dennoch können all diese Maßnahmen eine Rostbildung dennoch nicht hundertprozentig vermeiden.

Warum rosten auch moderne Autos trotz des aufwendigen Korrosionsschutzes?

In einem Autoleben können viele Dinge passieren, die den Rostschutz beschädigen, so dass das Karosserieblech doch mit Wasser in Kontakt kommen und zu Rost reagieren kann. Hierzu zählen zum Beispiel Steinschläge auf der Motorhaube, die den Lack punktuell beschädigen. Alternativ kann auch ein Kratzer oder eine größere Delle in der Karosserie den Schutz nachhaltig beschädigen. Werden diese Schäden gar nicht oder erst mit großer Verzögerung in Stand gesetzt, besteht die Gefahr, dass sich an diesen Schadstellen Rost bildet. Daher ist es als Autobesitzer ratsam, dem Rost durch fachgerechte Reparaturen und Instandhaltungsmaßnahmen vorzubeugen. Hat der Wagen bereits begonnen zu rosten, sollten die betroffenden Stellen schnell fachgerecht beseitigt werden.

Text: AS
Foto: AS

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