Der VW CC ist in meinen Augen eines der schönsten Autos, dass Volkswagen in seinem Modellprogramm anzubieten hatte. Mit dem CC folgte VW dem Trend der viertürigen Coupés, den seinerzeit Mercedes-Benz mit dem CLS mitbegründet hat. Mit dem leistungsstarken 3,6-Liter großen V6-Benziner steht der niedersächsische Beau der deutschen Premiumkonkurrenz in nichts nach. Warum der VW CC 3.6 für mich ein ganz besonderes Auto ist, erfährst Du in diesem Fahrbericht. 

Der VW CC hat mir schon gefallen, als er damals noch als Passat CC auf den Markt kam. Im Jahr 2012 hat der Passat CC ein Facelift erhalten, bei dem das Design gestrafft, der Innenraum aufgewertet und das „Passat“ im Namen gestrichen wurde. Zwei Jahre später hatte ich Gelegenheit, in Berlin einen dunkelblauen VW CC mit dem 3,6-Liter V6-Motor Probe zu fahren. Ich muss gestehen, ich war nach wenigen Kilometern sofort vom Auto begeistert und habe den VW CC 3.6 Highline wenige Tage später gekauft.

Ein Beau aus Wolfsburg mit viel Leistung: Der VW CC 3.6

Das Außendesign kannte ich ja schon aus Prospekten und von Besuchen im Autohaus. Die lange Motorhaube, das geschwungene Dach sowie das knackige Heck hat mir von Anfang gut gefallen. Ein Highlight waren für mich immer die rahmenlosen Seitenscheiben, die es so meist nur bei zweitürigen Coupés gab. Hinzu kam bei dem von mir entdeckten VW CC die Außenlackierung in dunklem Blau, zu dem die vielen Chromapplikationen an den Fenstern, am Kühler sowie den Türen einen wunderbaren Kontrast boten. Das einzige was mich beim Außendesign etwas störte, war der kurze Radstand, der auf die Verwandtschaft zum Passat hindeutete. Mit größeren Felgen ließ sich dieses Manko aber optisch gut retuschieren.

VW CC 3.6 Fahrbericht

Im Innenraum ließ sich die Verwandtschaft zum Passat kaum leugnen. Das Cockpit ist nahezu identisch auch in der Wolfsburger Mittelklasse-Limousine zu finden. Dennoch passte das Interieurdesign zum Gesamtfahrzeug. Der Schwung des Armaturenbretts und die dezenten Details (wie bespielsweise die Analoguhr) hatten es mir angetan. Darüber hinaus war die Verarbeitung solide und die Materialauswahl gut – nichts klapperte oder knisterte. In der Farbgestaltung in Beige und Anthrazit wirkte das Interieur auf mich zudem frisch und modern.

Viele Assistenten an Bord

Mein VW CC 3.6 verfügte auch über ein Panorama-Glasdach. Auch wenn dadurch viel Licht in den Innenraum gelangte, empfand ich es immer als sehr schade, dass sich das Glasdach nur kippen und nicht vollständig auffahren ließ.

VW CC 3.6 Fahrbericht

Mit dem Facelift hat der CC auch allerhand Assistenzsysteme erhalten. Ich habe meist nur wenige davon bei meinen Fahrten benutzt. In der Stadt empfand ich den City-Notbremsassistenten als sehr hilfreich, der mich mit einer eigenständigen Bremsung vor einem Auffahrunfall bewahrt hat. Auf der Autobahn war mir der Abstandsregeltempomat am liebsten, der sanft den Abstand zum Vordermann regelte und die Geschwindigkeit anpasste.

Rauchiger V6-Motor mit mehr als ausreichenden Leistungsreserven

Am meisten begeistert hat mich am VW CC 3.6 neben dem Design natürlich der Motor. Der V6-Benziner mit 300 PS hatte nicht nur einen wunderbar rauchigen Klang, sondern bot auch (ohne Turbolader) immer ausreichend Leistung. Beschleunigungswerte von 0-100 km/h von rd. 5,6 Sekunden sprechen für sich. Dank des Allradantriebs 4Motion hatte man auch nie Traktionsprobleme. Im Gegenteil, ich fühlte mich immer als wenn ich auf Schienen unterwegs war.

VW CC 3.6 Fahrbericht

Das Fahrwerk ist beim VW CC passend für ein „Comfort Coupé“ komfortabel abgestimmt. Mit dem optionalen Adaptivdämpfern „DCC“ ließ sich das Fahrwerk zusätzlich zwischen sportlich und Kkomfortabel verstellen. Für mich war der Unterschied kaum wahrnehmbar, so dass ich in der Regel im Normalmodus unterwegs war. Die Lenkung war VW typisch sehr leichtgängig. Ich hätte mir hier etwas mehr Rückmeldung gewünscht.

Das Fahrverhalten war einem „Comfort Coupé“ würdig

Dazu passte das sehr gut gestufte Sechsgang-Doppelkupplungsgetriebe, dass die Gänge schnell und ruckfrei wechselte. Lediglich beim Anfahren brauchte man immer etwas Geduld, ehe der Kraftschluss zwischen Motor und Antriebswelle  hergestellt war. Konnte man die Gedenksekunde nicht abwarten, wurde dies mit einem Ruckeln beim Anfahren quittiert.

Am wohlsten habe ich mich mit dem VW CC 3.6 immer bei Langstreckenfahrten auf Autobahnen und Landstraßen gefühlt. Hier war der Wagen in seinem Element. Als Fahrer konnte ich mit dem CC wunderbar cruisen und wenn nötig, auch mal sportlicher unterwegs sein.

Inzwischen habe ich meinen VW CC 3.6 verkauft und den Artikel deswegen in der Vergangenheitsform geschrieben. Über vier Jahr war mir der Wagen ein treuer Begleiter. Lediglich eine lose Unterbodenverkleidung hat mich einmal zu einem unplanmäßigen Zwischenstopp gezwungen. Diese konnte ich aber mit Pflaster aus dem Verbandskasten wieder befestigen.

Wenn Du Dir einen VW CC 3.6 mit dem grandiosen V6-Motor kaufen möchtest, findest Du gepflegte Exemplare mit überschaubarer Laufleistung auf dem Gebrauchtwagenmarkt ab rund 18.000,- €. Einen Marktüberblick kannst Du Dir wie immer mit meiner vorkonfigurierten Suche verschaffen.

Leistungsdaten des von mir gefahrenen VW CC 3.6

Motor:6-Zylinder-Benzinmotor
Kraftübertragung:6-Gang-Doppelkupplungsgetriebe (Allraddantrieb)
Hubraum:1.2403.597 cm³
max. Leistung:220 kW / 300 PS
Beschleunigung von 0-100 km/h:5,6 s
Durchschnittsverbrauch auf 100 km (kombiniert):10,1 l
Höchstgeschwindigkeit:250 km/h
Abmessungen (L x B x H):4.799 x 1.855 x 1.417 mm

 

Text: AS
Fotos: AS

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