Cabrio zu fahren ist schon ein besonderes Erlebnis. Im Sommer ist es natürlich sehr angenehm ohne Dach unterwegs zu sein. Der Wind streift einem durch die Haar und die Sonne scheint einem aufs Haupt. Allerdings hat Cabrio fahren auch im Schnee einen speziellen Reiz. Besonders wenn sich während der Fahrt atemberaubende Ausblicke bieten wie bei einer Passfahrt. In diesem Beitrag möchte ich meine Erlebnisse von einer Fahrt über den Splügenpass mit einem BMW Z4 Cabrio berichten.

Im Sommer ist Cabrio fahren natürlich für viele ein Genuss. Im Winter jedoch steht das Cabrio meistens in der Garage und wartet auf die Rückkehr der warmen Sommertage. Aus eigener Erfahrung kann ich behaupten, dass man auch bei Schnee und Eis Spaß mit dem Cabrio haben kann. Besonders wenn man mit offenem Dach zwischen hohen Schneebergen auf einer Passstraße unterwegs ist. Einer der spannendsten und zugleich ungewöhnlichsten Fahrten für mich war eine Tour mit dem BWM Z4 im Frühjahr 2014 über den Splügenpass.

Eine Fahrt über den Splügenpass ist für Autofahrer ein Highlight

Der Splügenpass verbindet den Schweizer Kanton Graubünden mit der nördlichen Region um den Comer See in Italien. Mit seinen sehr steilen An- bzw. Abstiegen über diverse Serpentinen sowie einer Höhe von knapp über 2.000 Metern ist der Splügenpass eine anspruchsvolle Strecke. Da die großen Verkehrsströme für ihre Bergpassage den San-Bernardino-Tunnel nutzen, ist der Splügenpass wenig befahren und bietet daher ein unvergleichliches Erlebnis für begeisterte Autofahrer.

Fahrt über den Splügenpass BMW Z4

Am Anfang erschien mir die Fahrt noch relativ harmlos. Von Italien kommend schraubte ich mich mit dem Auto langsam die Serpentinen hoch. Dabei änderten sich die Temperaturen nur langsam. Lediglich die schwindende Vegetation deutete darauf hin, dass man sich langsam der Vegetationsgrenze und damit Schnee und Eis nähert.

Aufstieg über Serpentinen bis zum Schnee

Irgendwann wurden die Kehren der Serpentinen enger und der Anstieg für den BMW steiler. In den Kurven bot sich immer wieder ein fantastischer Blick herunter auf die italienische Alpenregion. Gelegentlich war links und rechts von der Fahrbahn auch allmählich etwas Schnee zu sehen. An diesem Punkt wusste ich noch nicht, wie viel Schnee wirklich noch vor mir und dem BMW liegt.

Das ändert sich dann nach circa fünfzehn weiteren Kilometern. Links und rechts vom Auto türmte sich der Schnee bereits einen halben Meter hoch. Auf der weiteren Fahrstrecke wuchsen die Schneemassen immer weiter an. Zwischendurch versperrte der Schnee auch noch eine der beiden Fahrspuren. Bei herannahenden Gegenverkehr war hier Vorsicht geboten. Der Blick auf die zurückgelegte Strecke mit ihren vielen Kurven zollte mir immer wieder Respekt ein.

Fahrt über den Splügenpass BMW Z4

Nach unzähligen weiteren Kurven war es dann endlich soweit – ich hatte Halbzeit bei meiner Fahrt über den Splügenpass und die Sitze erreicht. Ein Schild am Berghaus gab Auskunft darüber, dass ich mich nun auf 2.050 m Höhe befand. An den Fahrbahnrändern türmte sich der Schnee fast zwei Meter hoch. Hier musste eine Schneefräse erst vor wenigen Tagen die letzten Reste weggeräumt haben.

Die Spitze des Passes war bei 2.050 m erreicht

Hier stand ich nun neben dem Cabrio zwischen jeder Menge Schnee, bei gar nicht so kühlen 4 Grad Plus und konnte die Aussicht genießen. Ringsherum waren überall schneebedeckte Gipfel zu sehen. Vom Tauwasser hatte sich auf eine der Schneeflächen sogar ein Schmelzwassersee gebildet, der in wunderbarem Blau in der Sonne schimmerte. Gerne hätte ich hier noch länger verweilt, allerdings wartete noch der restliche Weg bis nach Berlin auf mich.

Fahrt über den Splügenpass BMW Z4

Von hier oben konnte mir auch eine Meinung dazu bilden, wie der Abstieg in die Schweiz verlaufen wird. Die Strecke war ähnlich kurvenreich, bot aber nicht mehr so viele spektakuläre Ausblicke wie auf der italienischen Seite.

Während der recht zügigen Abfahrt verschwand allmählich der Schnee und die Vegetation kehrte langsam zurück. Hin wieder war bald auch Almwiesen, vereinzelte Hütten und erste Tiere zu sehen. Recht bald kreuzten ich dann die Autobahn und die erlebnisreiche Passfahrt war auf einmal sehr schnell vorbei.

Warum fährt man bei kalten Temperaturen offen mit einem Cabrio über eine Passstraße?

Warum mache ich eigentliche eine Cabriofahrt durch eine winterliche Passstraße. Dafür hatte ich seinerzeit drei gute Gründe. Erstens fahre ich gerne Auto und eine Passfahrt ist im Vergleich zu einer Autobahnstrecke durch einen Tunnel ein besonderes Fahrerlebnis. Zweitens habe ich in einem Cabrio einen wunderbaren Rundumblick, denn meine Sicht wird kaum durch Fenster oder andere Fahrzeugteile beeinträchtigt. Drittens ist es im geöffnetem Cabrio gar nicht so kalt, wie viele vielleicht denken. Mit Sitzheizung, warmen Gebläse sowie einer Mütze lässt es sich bei Minusgeraden sehr gut mit offenem Verdeck fahren.

Vielleicht ist es für den ein oder anderen eine Anregung, mal abseits der Autobahnen eine Passstraße zu fahren. Es muss ja nicht gleich eine Fahrt über den Splügenpass mit einem Cabrio sein.

Bei diesem Artikel handelt es sich übrigens um einen Beitrag zur Blogparade von ousuca zum Thema „dein coolstes Outdoor-Erlebnis“.

Text: AS
Fotos: AS

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