Tanken gehört noch zum Autofahren, wie das Licht zum Lesen. Auch wenn es beim Kraftstoffzapfen meist harmlos zugeht, halten sich einige Mythen ums Tanken. Fünf der von mir am häufigsten gehörten Mythen möchte ich in diesem Beitrag aufklären.

Für viele Autofahrer läuft der Tankstopp meist automatisch ab. Geht die Tanknadel langsam gen Null ist ein Stopp an der Zapfsäule unumgänglich. An der Tankstelle heißt es schnell an die Zapfsäule heranfahren, Tankdeckel auf, Zapfhahn hinein, warten, alles wieder verschließen, zahlen und weiter. Auch wenn dieser Prozess für viele relativ unspektakulär klingt, ranken sich um einige Dinge an der Tankstelle diverse Mythen. In diesem Beitrag möchte ich die fünf häufigsten Mythen ums Tanken aufklären.

Mythos 1: Wer an der Tankstelle ein Handy benutzt, kann eine Explosion verursachen

An vielen Tankstellen ist die Benutzung des Mobiltelefons nicht gestattet. Doch warum ist das eigentlich so? Vereinzelt hält sich der Irrglaube, dass durch die elektromagnetische Strahlung des Handys das Benzin entzündet werden kann. Die eigentliche Gefahr geht stattdessen von den elektronischen Bauteilen, insbesondere dem Akku aus. Fällt beispielsweise ein Handy herunter, kann es zu einem Kurzschluss mit Funken kommen. Diese könnten schlimmstenfalls Benzin oder Benzindämpfe entzünden. Auch wenn mir hierzu bisher kein Unfall bekannt ist, ist es ratsam sich an das Handyverbot zu halten.

Anders verhält es sich mit offenem Feuer, wie beispielsweise beim Rauchen. Hier erschließt es sich relativ einfach, dass offenes Feuer und Benzin bzw. Benzindämpfe ein explosives Gemisch darstellen.

Mythos 2: Markenbenzin ist besser als regulärer Kraftstoff

Markenbenzin hat meist neben der schnöden Bezeichnung „Super“ oder „Diesel“ wohlklingende Marketingnamen wie „Ultimate“, „V-Power“ oder „Excellium“. Trotz eines nicht unerheblichen Mehrpreises greifen viele Autobesitzer gerne zum teureren Markenkraftstoff.

In der Regel kommt dieser Kraftstoff aus denselben Raffinerien, wie reguläres „Super“ oder normaler „Diesel“. Allerdings enthalten diese Kraftstoffe meist Zusätze in Form von Additiven, die beispielsweise den Motor reinigen oder für mehr Leistung sorgen sollen.

Ich habe durch das Tanken von Markenbenzin bisher keine Veränderungen im Leistungsverhalten oder im Motorlauf bei meinen Autos feststellen können. Daher tanke ich weiter regulären Kraftstoff und spare mit den Preisaufschlag.

Mythos 3: Die Tankstelle verdient am meisten am Benzinverkauf

Ich habe früher auch immer geglaubt, dass die Tankstellenbetreiber sehr viel Geld mit dem Spritverkauf verdienen. Schaut man sich die Preiszusammensetzung von Kraftstoff genauer an, stellt man fest, dass der Staat am meisten beim Tanken verdient. So beträgt beispielsweise bei einem Preis für den Liter Super von rd. 1,38 € der Steueranteil über 60% (u.a. für Mineralölsteuer, Mehrwertsteuer). Bei dem Tankstellenbetreiber verbleiben lediglich zwischen 2 bis 5 Cent an Einnahmen je verkauften Liter Kraftstoff. Stattdessen verdienen die Tankstellen einen Großteil ihrer Einnahmen durch Zusatzverkäufe, wie für Supermarktartikel, Autozubehör oder Autowäschen.

Mythos 4: Der Tank kann überlaufen

Alle Tankstellen sind inzwischen mit modernen Zapfsäulen ausgestattet, die sich rechtzeitig automatisch abschalten und so ein Überlaufen des Tanks verhindern. Wenn jetzt manuell noch nachgetankt wird (über den Sperrmechanismus hinaus), kann es natürlich passieren, dass der Tank überläuft und Benzin aus der Tanköffnung austritt.

Ich kann nur dazu raten dies möglichst zu vermeiden. Gerade wenn Benzin auf den Lack gerät, lässt es sich dort nur schwer entfernen und kann bei längerer Einwirkung den Lack beschädigen.

Mythos 5: Wenn ein Auto brennt, explodiert der Tank

Nahezu jeder kennt die spektakulären Szenen aus Hollywood-Filmen, bei denen brennende Autos kurze Zeit später explodieren. Brennende Autos explodieren nicht ohne weiteres. Hierfür müsste einerseits der Tank noch mit ausreichend Kraftstoff befüllt sein. Zusätzlich müsste dann auch noch das Feuer in der Nähe des Tanks lange einwirken können. Beide Dinge kommen vermutlich nur sehr selten bei einem Unfall zusammen. Dieser Mythos ums Tanken sollte Dich daher nicht davon abhalten, bei einem Unfall erste Hilfe zu leisten.

Ich hoffe, ich konnte in diesem Beitrag einige Mythen ums Tanken entzaubern. Welche Mythen ums Tanken kennst Du denn noch?

 

Text: AS
Foto: Pixabay (CCO) / IADE-Michoko

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